7. Juni 2017 · Arbeitsleben, HR · von

Wenn es hoch hergeht: Erste Hilfe für Mitarbeiter im Stress

Die Deadline rückt gefährlich nahe, das wichtige Projekt steht kurz vor dem Abschluss und das ganze Team steckt im Endspurt – Überstunden und Stress inklusive. Solche heißen Phasen lassen sich oft nicht vermeiden, allerdings kann man aus dem „Durchbeißen“ das Beste machen. Wie Arbeitgeber und Führungskräfte ihre Teams dabei unterstützen können:

Wenn im Job mehr als nur 100 Prozent gefragt sind, heißt es: Zähne zusammenbeißen und durch! Ein Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter in besonders stressigen Phasen aktiv unterstützen. Ein gutes Arbeitsklima ist zwar an jedem Tag eine Menge wert, in heißen Phasen aber ganz besonders.

7 Arten der Unterstützung, mit denen Unternehmen und Führungskräfte in stressigen Zeiten punkten können:

#1 Feedback geben

Wenn es hoch hergeht, ist regelmäßiges Feedback wichtiger denn je. Mit regelmäßiger Rückmeldung über die erledigte Arbeit, konstruktiver Kritik und Lob sollte generell nicht gespart werden. Wenn ein ganzes Team unter hohem Druck steht, ist Anerkennung jedoch wichtiger Bestandteil, um motiviert und engagiert zu bleiben.

#2 An vergangene Erfolge erinnern

Was im Laufe eines Arbeitsjahres erreicht wurde, ist oft viel zu schnell wieder vergessen. Ein Projekt ist abgehakt, das nächste steht bereits auf der Agenda. Für zusätzliche Motivation kann die Erinnerung an erfolgreich abgewickelte Projekte sorgen. „Wisst ihr noch, als wir vergangenes Jahr den Projektantrag XY durchbrachten? Das war eine Spitzenleistung von euch und hat uns enorm weitergebracht!“

#3 Prioritäten setzen

Klare Prioritäten zu setzen hilft dem gesamten Team, sich auf Wesentliches zu konzentrieren: Auftrag A muss bis Montag bearbeitet werden, dafür könnt ihr B vorerst ruhen lassen. In stressigen Zeiten hilft es enorm zu wissen, wohin Zeit und Energie letztlich fließen sollen. Dabei nicht auf neue Mitarbeiter vergessen, die als Neulinge mit dem Tempo vielleicht noch nicht mithalten können und sonst schnell demotiviert sind.

#4 Pausen versüßen

Auszeiten sind wichtig, um motiviert und energiegeladen zu bleiben. Führungskräften kommt hier Vorbildwirkung zu: Ein Chef, der ohne Pause durcharbeitet, ist ein schlechtes Vorbild. Darum auch in stressigen Zeiten Mitarbeitern signalisieren: Jeder hat das Recht, sich Pausen und Auszeiten zu gönnen – auch oder besonders dann, wenn das Arbeitspensum sehr hoch ist. Kleine Aufmerksamkeiten zu Pausenzeiten zeugen von Wertschätzung dem Team gegenüber: Vielleicht einmal auf Firmenkosten Essen für alle ordern, Süßes zum Kaffee besorgen oder die Mittagspause auf eine Stunde ausdehnen.

#5 Rückzugsorte schaffen

Gilt vor allem in Großraumbüros: Ungestört arbeiten zu können ist nicht immer möglich, in stressigen Zeiten aber Gold wert. Für arbeitsintensive Phasen sind z.B. vorreservierte Meetingräume für ruhiges Arbeiten in Kleingruppen oder temporäre Einzelbüros hilfreich. Manche Mitarbeiter schätzen vielleicht auch die Möglichkeit, die ersten oder letzten Stunden eines Arbeitstages von zu Hause aus zu arbeiten. Gelegenheit zum Rückzug sollte es aber nicht nur während der Arbeitsphasen geben, sondern auch in den Pausen. Die intensive Zusammenarbeit mit anderen Personen über Tage oder Wochen kann besonders bei introvertierten Personen das Bedürfnis wecken, sich zwischendurch ganz auszuklinken.

#6 Belohnung in Aussicht stellen

Work hard, relax hard. Wenige Dinge motivieren so sehr wie die Aussicht auf eine Belohnung. Welche das ist, sollten Arbeitgeber und Team gemeinsam definieren: ein freier Nachmittag, ein besonderes Team-Event oder ein monetärer Bonus.

#7 Immer eine offene Türe

Für die Wünsche und Sorgen der Arbeitnehmer auch in stressigen Zeiten da sein: Wer unter dem hohen Arbeitspensum leidet und vielleicht auch noch mit privaten Problemen zu kämpfen hat, muss auf die Unterstützung seiner Führungskraft auch während der High Season zählen können. Treten Phasen mit hoher Arbeitsbelastung für Teams regelmäßig auf, kann externe Unterstützung durch Coaches oder andere Vertrauenspersonen bei der Burn-out-Prävention helfen.

Bildnachweis: Dooder/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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