Aktualisiert am 7. Oktober 2019 · Bewerbung, Jobsuche · von

Hobbys im Lebenslauf: Mit persönlichen Interessen punkten

Lesezeit: 4 Minuten

Die Angabe von Hobbys im Lebenslauf ist zwar nicht verpflichtend. Viele Bewerber nutzen die Rubrik „Persönliche Interessen“ dennoch, um ihre Soft Skills zu betonen und Recruitern ein besseres Bild von sich zu bieten. Welche Message hinter welchen Hobbys steckt und was du bei deiner Wahl unbedingt beachten solltest, erklären wir in diesem Artikel.

Warum du Hobbys angeben solltest

Die Information, was dich privat begeistert und beschäftigt, kann für einen Recruiter durchaus ein ausschlaggebender Indikator sein. Denn dadurch erfährt er nicht nur mehr über dich als Person, sondern kann auch leichter abschätzen, ob du menschlich ins bestehende Team und zum Arbeitgeber passen würdest oder nicht. Sowohl du als auch das Unternehmen klopfen über deine Hobbys sozusagen ab, ob der Cultural Fit und eine stimmige  Chemie zwischen euch gegeben sind.

Insbesondere wenn deine Hobbys in Bezug zu deinem angestrebten neuen Job stehen, solltest du sie in deinen Lebenslauf integrieren. Bewirbst du dich beispielsweise in der Marketingabteilung eines Sportartikelproduzenten, dann bist du klar im Vorteil, wenn du selbst Sport betreibst oder die jeweiligen Artikel sogar selbst nützt und dadurch bereits kennst.

Deine Leidenschaften verraten viel über dich

Welche Eigenschaften dich auszeichnen, lässt sich häufig von deinen Hobbys und Interessen ableiten. Soft Skills wie Organisationstalent, kommunikative Stärke oder Engagement können schließlich nicht nur bei der Ausübung deiner Leidenschaften notwendig sein, sondern beeinflussen gleichzeitig deine Arbeitsweise im Beruf.

Diese Soft Skills stecken hinter deinen Hobbys

Kreativität

Ob du auf der Violine musizierst, Gedichte schreibst oder dich auf der Leinwand austobst – künstlerisch angehauchte Hobbys unterstreichen im Lebenslauf deine kreative Ader. Benötigen sie viel Übung, wie etwa Geige oder Klavier spielen, demonstrieren sie zudem, dass du diszipliniert bist. Schöpferisch begabte Menschen sind zudem gut darin, spontan die Perspektive zu wechseln, umzudenken und Probleme auf innovative Weise anzugehen. Kreativität führt außerdem zu ungewöhnlichen und originellen Resultaten.

Hartnäckigkeit

Joggen, Laufen, Marathon … Ausdauersportler sind – so die allgemeine Annahme – leistungsorientiert und bringen den nötigen Biss mit, um auch langwierige Projekte zu Ende zu führen. Hobbys dieser Art bezeugen außerdem, dass du dir selber Ziele setzen und diese auch erreichen kannst. Geduld ist ein weiteres, essenzielles Schlagwort, denn wie heißt es denn so schön: Gut Ding braucht Weile. Erfolge kommen eben nicht einfach über Nacht zustande.

Ehrgeiz

Sportarten, die auf Konkurrenzdenken fußen (z. B. Tennis oder Leichtathletik), sind perfekte Indikatoren dafür, dass du ehrgeizig bist und wettbewerbsorientiert denkst. Natürlich kann dir dein Dasein als Einzelkämpfer negativ ausgelegt werden, beispielsweise, wenn im Unternehmen harmonische Zusammenarbeit zelebriert wird. Ein gesundes Maß an Durchsetzungsvermögen wird der zukünftige Chef aber dennoch an dir schätzen, vor allem, wenn es an der Zeit ist, wichtige Entscheidungen rasch und bestimmt zu treffen.

Teamfähigkeit

Mannschaftssport oder eine freiwillige Mitgliedschaft in gemeinnützigen Organisationen zeichnen dich als engagierte Person aus, die sich nahtlos in ein Team einfügen kann. Teamplayer sind immer gefragt, besonders in Zeiten von Großraumbüro und abteilungsübergreifender Zusammenarbeit. Kommunikative Fähigkeiten sowie diplomatisches Geschick werden von Arbeitgebern jedenfalls gern gesehen.

Mut und Risikobereitschaft

Adrenalin-Junkies finden ihren Ausgleich beim Canyoning, Downhillen oder auch beim Klettern. Für solche Hobbys braucht es nicht nur eine innere Gelassenheit und ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, sondern auch einiges an Mut und Risikofreude. Beides sind Eigenschaften, die dir auch im Job zugutekommen und beim Arbeitgeber Eindruck schinden können – solange du später nicht ständig verletzungsbedingt im Krankenstand bist.

Intellekt und Neugierde

Du steckst mit der Nase am liebsten zwischen Buchdeckeln oder reist auf der Suche nach neuen Abenteuern und Eindrücken durch die Weltgeschichte? Was manche vielleicht als „basic“ oder gar langweilig einstufen, sind ganz im Gegenteil beneidenswerte Eigenschaften: nämlich Offenheit und Intellekt. Du besitzt nicht nur eine ausgeprägte Neugierde, sondern bist auch fähig, dich selbstständig und regelmäßig weiterzubilden. Damit besitzt du wesentliche Fähigkeiten, die in Zukunft gefragt sein werden.

Persönliche Interessen im CV: Achtung vor Stolperfallen!

Mit deinen Hobbys kannst du im Idealfall imponieren und dich als den richtigen Kandidaten präsentieren. Der Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen. Vermeide die folgenden Fettnäpfchen, wenn du dich nicht selbst ins Aus bugsieren willst:

  1. Erfundene Hobbys: Es gibt nichts schlimmeres, als mit Hobbys wie Literatur und Marathonlaufen punkten zu wollen – und dann im Bewerbungsgespräch auf Grund zu laufen, wenn der Gesprächspartner deine Meinung zum neuen Buch von Juli Zeh wissen will oder dich nach deiner bisherigen Bestzeit beim Marathon befragt. Vergiss nie: Lügen haben kurze Beine und der Recruiter wird dich schneller entlarven als dir lieb ist. Erspar dir diese Peinlichkeit und bleib bei der Wahrheit.
  2. Zu viele Hobbys: Schön, wenn du deine Freizeit so sinnvoll wie möglich gestaltest und immer am Sprung bist. Der neue Arbeitgeber kann diese Tatsache aber auch in den falschen Hals bekommen und sich Gedanken darüber machen, ob zwischen all deinen Verpflichtungen eigentlich genügend Zeit (und Energie!) für deinen Job bleibt. Beschränke dich daher auf deine liebsten Freizeitbeschäftigungen.
  3. Irrelevante Hobbys: „Fernsehen“ ist kein Hobby – naja, irgendwie schon, aber im Lebenslauf hat es trotzdem nichts verloren. Auch „Faulenzen“ oder „Shoppen“ sind absolutes No-Go, egal, ob du deine Freizeit tatsächlich damit am liebsten verbringst oder nicht. Führe also nur jene Hobbys an, die deine persönlichen Kompetenzen für den angestrebten Job unterstreichen.
Redaktion

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