9. Juni 2017 · Jobsuche · von

Die Arbeitswelt der Frau S. – Erste Schritte zum neuen Job

Wer frisch auf Arbeitssuche ist, hat einen klaren Vorteil: Motivation und Energie sind noch im vollen Umfang vorhanden. Ein kleiner Wegweiser auf den ersten Schritten zum neuen Job, aber auch für die nächsten Etappen, kann dabei helfen. Verpackt kommt dieser in der Geschichte von Bianca.

Ein Gastbeitrag von Sandra Gortva

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Job los, Motivation an!

Biancas Arbeitsplatz hat sich ins Ausland verlagert. Aus diesem Grund haben sie und ihr Arbeitgeber sich getrennt, einvernehmlich und in aller Freundschaft versteht sich. Ist für beide am besten so. Dennoch steht sie jetzt erst einmal da. So ganz ohne Job, aber zumindest mit viel Zuversicht im Gepäck. Der Arbeitsmarkt hat sie wieder und jetzt heißt es Angebote ausfindig machen und Chancen wahrnehmen. Die Motivation ist noch im oberen Bereich angesiedelt. Ist ja auch erst das Anfangsstadium ihrer Jobsuche. „Aber Hallo, und ob ich bald einen Job habe!“, ist ihre derzeitige Einstellung. Es scheint, nichts und niemand könnte sie aufhalten und das ist auch gut so.

Pimp your Lebenslauf

Als ersten Punkt auf ihrer Liste steht: Lebenslauf aktualisieren. Auch wenn das nicht gerade die tollste Aufgabe der Welt ist, muss sie gemacht werden. Ein einfaches Nachbearbeiten des Lebenslaufes kommt für Bianca aber nicht in Frage. Diesmal soll es sowohl inhaltlich als auch optisch ein neues Makeover geben. Immerhin will man sich ordentlich präsentieren und da schadet es definitiv nicht, etwas frischen Wind in den Lebenslauf zu bringen. Hierfür ist das Internet und vor allem Pinterest eine großartige Adresse. Mit ein paar Klicks und Schlagwörtern wie: Lebenslauf oder CV template z.B. findet sie gute Anregungen bezüglich Layout und Design. Wer grafisch etwas geschickt ist, hat bestimmt einen klaren Vorteil, hier selbst zu guten Ergebnissen zu kommen. Aber auch als Laie kann man in Word, mit etwas Formatierung und Spielerei, eine sehr gute Arbeit leisten.

Jeder kann etwas besonders gut

Nachdem Bianca ihren Lebenslauf auf Vordermann gebracht hat, kann sie stolz auf sich sein. Nicht nur auf das Endergebnis, sondern generell auf ihre bisherige Berufserfahrung. „Warum mir das so nie bewusst ist?“, fragt sie sich. Ja, gute Frage. Warum stellen eigentlich so viele ihr Licht unter den Scheffel? Wahrscheinlich sollte jeder sich immer wieder einmal seine bisherigen Arbeitsstationen und Aufgabenbereiche vor Augen halten, um zu sehen, was man nicht alles schon gemacht und geleistet hat. Neben dem Lebenslauf erhält somit auch Biancas Selbstbewusstsein eine kleine Auffrischung. Jetzt kann man nur hoffen, dass dieses sich nicht mit dem nächsten Gegenwind verflüchtigt. Zur Sicherheit schreibt sie auf ihre To-Do-Liste einen weiteren Punkt: „Memo an mich – ich kann was, definitiv!“ Die Bearbeitung des Lebenslaufes ist somit nicht nur für den potenziell zukünftigen Arbeitgeber nützlich, sondern auch für einen selbst. Bianca fühlt sich jetzt noch sicherer, denn ihr Gepäck ist neben der Zuversicht auch noch um einen Lebenslauf und ein gestärktes Selbstbewusstsein angewachsen.

Alle Wege führen nach Rom

Jetzt geht es in die nächste Phase: suchen und gefunden werden. Alles will ausgeschöpft sein. Es werden Jobportale und Stellenanzeigen durchforstet. Das, was Bianca will, ist allerdings nicht ganz so leicht zu finden. Deswegen wird auch zusätzlich auf Facebook ein Aufruf gestartet. Sämtliche Freunde und Bekannte werden angesprochen und auch lahmgelegte Portale wie Xing werden wieder aktiviert. Ganz neu auf ihrer Agenda: Ein Profil auf einem Jobportal anlegen, um gefunden zu werden: Lebenslauf hochladen und schon haben Unternehmen die Möglichkeit, sie zu finden. Sämtliche Möglichkeiten werden also ausprobiert – altbewährte und neue. Die Wege sind vielleicht unterschiedlich, das Ziel ist aber klar und irgendeiner davon wird sie bestimmt zu ihrem Traumjob führen.

Arbeitsmarkt = Singlebörse?

Bianca versucht also einiges und sucht immer schön weiter. Ihr kommt dabei ein erschreckender Vergleich: Sich auf den Arbeitsmarkt zu werfen hat Gemeinsamkeiten mit der Partnersuche. Es ist hier wie dort ein Suchen und gefunden-Werden. Auch der Weg dorthin läuft in den meisten Fällen identisch ab. Eine (Arbeits-)Beziehung ist aus unterschiedlichen Gründen auseinandergegangen und jetzt sucht man nach einem neuen Partner oder eben nach einem neuen Arbeitgeber. Die Hoffnung jemanden zu finden, der perfekt zu einem passt und man sich gegenseitig bereichern kann, ist in beiden Fällen die selbe. Selbst die ersten Dates bleiben einem nicht erspart! Nieten kann man hier wie dort ziehen und eine Ablehnung ist ebenfalls in beiden Fällen möglich. Aufgeben gilt aber nicht und so macht man zumindest eine Zeit lang weiter. Es ließen sich noch ein Dutzend andere Vergleiche finden. Aber auch diese reichen Bianca schon. Kurzfristig demotiviert sie diese Erkenntnis, denn jeder Langzeitsingle weiß, wie anstrengend so eine Suche sein kann. „Aber was solls“, denkt sie sich, „einen Job finden ist bestimmt leichter, als einen neuen Partner zu finden!“. Alles klar, die Anfangsmotivation ist zum Glück wieder hergestellt.

Nachhaken – ja bitte!

Noch ist Bianca am Abwarten, ob auf ihre Bewerbungen erste Reaktionen folgen. Sollte sie vielleicht einmal nachfragen? Ja, klar! Denn entweder ist die Bewerbung nicht angekommen – was allerdings dann unangenehm sein kann, so nach dem Motto: Die schafft ja nicht mal ihre Bewerbung ordentlich abzuschicken, wie will sie da einen ordentlichen Job abliefern. Aber ein kurzes und sachliches Nachfragen nach einigen Tagen kann bestimmt nicht schaden und gleichzeitig bringt man damit auch seinen Namen wieder ins Gespräch – (im positiven Sinne dann).

Biancas Reise ist somit im vollem Gange. Hoffentlich geht es bald in die nächste Runde. Bestimmt gibt es auch für die nächsten Stufen noch gute Anregungen und Tipps. Durchhaltevermögen steht dabei bestimmt an erster Stelle. Denn der Arbeitsmarkt ist nicht unbedingt eine Kuschelzone, allerdings mit einem Ziel vor Augen und einer guten Portion Glück befindet man sich hoffentlich schon bald wieder in festen (Arbeits-)Händen. Man kann aber auf alle Fälle gespannt sein.

Zur Person: Sandra Gortva

Das Schreiben liegt ihr im Blut und vor allem in den Fingerspitzen. Diese können gar nicht anders als zu tippen – und das am liebsten über die Arbeit und die Welt an sich. Mehr Geschichten der Frau S. gibt es auch auf ihrem Blog zu lesen.

Bildnachweis: ben bryant / Shutterstock, Privat

Redaktion

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