Personalmangel sorgt in Österreichs Büros für Stress

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 10. Dezember 2014 um 11:35

Zu wenig Mitarbeiter müssen zu viel Arbeit bewältigen. Personalmangel sehen Österreichs HR-Manager auf Platz Eins der größten Stressauslöser – besonders in der Vorweihnachtszeit sorgt der Mangel an Personal für erhöhten Stresspegel bei Arbeitnehmern. Erhoben wurden die Daten im Rahmen der Studie „Workplace Survey 2014“ von Robert Half.

Dezember ist oft stressigster Monat

In vielen Unternehmen wird im Dezember gearbeitet, als gäbe es kein neues Jahr mehr. Vieles muss vor dem Start ins neue Jahr fertig werden, manchmal muss für die Feiertage vorgearbeitet werden, um sich überhaupt Urlaub gönnen zu können. Die personelle Unterbesetzung in vielen Abteilungen sieht laut Studie jeder zweite österreichische HR-Manager (54 Prozent) als Hauptgrund für gestresste Arbeitnehmer. Die Notwendigkeit von Überstunden wird von der Hälfte der Befragten als Ursache für Arbeitsstress betrachtet.

Stress im Job

Abschalten nach dem Arbeitstag fällt schwer

Unglücklich im Job? 48 Prozent der HR-Verantwortlichen meinen, dass Unzufriedenheit mit der Arbeit oder dem konkreten Job Mitarbeiter stresst. 42 Prozent sagten, dass die Übernahme zusätzlicher Verantwortung für eine große Portion zusätzlichen Stress verantwortlich ist. Wenn Kollegen nerven: 39 Prozent der befragten Personalmanager nennen unangenehme Kollegen und Büroklatsch als Stressfaktor. Nach der Arbeit abschalten und den Feiertag genießen – das bleibt ein frommer Wunsch für viele Arbeitnehmer. 29 Prozent der Personalisten bemerken, dass sich viele Arbeitnehmer damit schwer tun.

Was muss heuer noch erledigt werden?

Beim Thema Stressreduktion sind laut Robert Szvetecz, Country Manager bei Robert Half, beide Seiten gefragt: „Gestresste Mitarbeiter sollten unbedingt das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten suchen, um zu besprechen, welche Aufgaben auf jeden Fall noch in diesem Jahr erledigt werden müssen und welche sie auf das nächste Jahr verschieben können. Auch Arbeitgeber sollten bei diesem Thema in die Pflicht genommen werden. Unternehmen sind aufgefordert, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern langfristige Lösungen zu erarbeiten, wie auch in besonders stressigen Zeiten das Arbeitspensum weitgehend in der regulären Arbeitszeit erledigt werden kann. Kurzfristig kann der Einsatz von temporären Mitarbeitern für Entlastung sorgen.“

Erste Hilfe zur Stressbewältigung

  • Aufgaben planen
    To-Do-Liste erstellen und Aufgaben nach Prioritäten ordnen. Für plötzlich auftretende Aufgaben extra Zeit einplanen!
  • Nein sagen
    Klingt einfacher, als es ist – rettet aber die Work-Life-Balance und hilft dabei, sich auf wichtige Aufgaben zu fokussieren.
  • Smartphone ausschalten
    Feierabend? Handy aus! Man muss nicht ständig erreichbar sein.
  • Nicht an jedem Meeting teilnehmen
    Wer als Hansdampf in allen Gassen von Termin zu Termin saust, darf sich über Stress nicht wundern. Meetings, die nichts mit den Kernaufgaben zu tun haben, rauben wertvolle Zeit. Nicht immer muss man an jedem Meeting teilnehmen, manchmal reicht es auch, wenn ein Kollege danach informiert.
  • Auf Smalltalk verzichten
    Auch wenn es schwer fällt: In besonders stressigen Zeiten den Plausch mit Kollegen möglichst auf ein Minimum reduzieren.

Über die Studie

Für die Studie wurden 100 HR-Manager in Österreich befragt. Die Erhebung wurde im Rahmen der „Workplace Survey 2014“ von einem internationalen unabhängigen Meinungsforschungsinstitut im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half durchgeführt.

Bildnachweis: Piotr Marcinski / Shutterstock; karriere.at

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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