Bitte keine Schnittblumen! Business-Knigge für Auslandsreisen

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 2. Juni 2016 um 10:26

Andere Länder – andere Sitten. Gut, wenn man bereits vor der Dienstreise oder dem Auslandsaufenthalt weiß, was im Zielland Sitte ist. Unser Business-Knigge bringt Klarheit über Fettnäpfchen und Chancen:

Pünktliches Erscheinen, Abendessen cirka um 18 Uhr, Schnittblumen als Geschenk – was in unserem Kulturkreis an der Tagesordnung steht, kann in anderen Ländern für Irritationen sorgen. Vor einem Auslandsaufenthalt oder einer Dienstreise schadet es nicht, sich mit örtlichen Gepflogenheiten vertraut zu machen. Besonders dann, wenn wichtige Meetings geplant sind oder Geschäftsabschlüsse auf dem Spiel stehen.

  • China
    Wer sehr selbstbewusst auftritt, sollte sich in China zügeln. Bescheidenheit ist eine Zier, ein zu fester Händedruck oder langer Blickkontakt werden als unhöflich empfunden. In Verhandlungen ist es wichtig, dem Gegenüber jederzeit einen würdevollen Rückzug zu gewährleisten. Ein Ja ist in China übrigens nicht immer ein Ja im Sinne einer Zustimmung. Chinesen bejahen Dinge auch, um ihr Gesicht zu wahren oder einfach nur, um zu signalisieren, dass das Gesagte bei ihnen angekommen ist. Bei Einladungen zum Essen gehören Gastgeschenke zum guten Ton. Sie werden immer in Verpackung verschenkt und erst nach Verabschiedung der Gäste geöffnet. Schnittblumen zu schenken ist übrigens nicht angebracht.
  • Japan
    Auch im Land des Lächelns erwarten Business-Reisende ziemlich strenge Regeln und formelle Vorgaben. Trostpflaster: Kleinere Fettnäpfchen werden dem Nicht-Japaner natürlich verziehen. Ein gepflegtes Äußeres und Pünktlichkeit werden in Japan großgeschrieben. Beim Zusammenstellen des Business-Outfits den Socken oder Strumpfhosen besonderes Augenmerk schenken: Vor dem Betreten traditioneller Hotels, Restaurants oder Tempel werden die Schuhe ausgezogen. Beim After-Work-Bier ist es oft üblich, sich die Getränke gegenseitig einzuschenken. Visitenkarten sind in Japan ein Muss und bestimmte Dinge darf man damit keinesfalls machen: sie sofort wegstecken, in die Hosentasche schieben oder sich darauf Notizen machen.
  • USA
    Mit selbstbewusstem Auftreten ist man dafür in den USA erfolgreich unterwegs. Im Land der Superlativen ist alles awesome, perfect oder zumindest great. Die Kennenlernphase verläuft viel amikaler und persönlicher als in Europa, das muss aber nicht viel bedeuten: Best friends wird man mit seinem Geschäftspartner trotz privater Plauschereien nicht unbedingt. Wenn’s ans Geschäftliche geht, sind die Amerikaner ziemlich direkt. Im Business wird viel Wert auf Networking gelegt. Wer sich länger im Land aufhält, sollte Gelegenheiten wie Geschäftsessen oder Cocktail-Partys mit Geschäftskontakten unbedingt nützen. Um’s Geschäft geht es dabei nicht immer direkt – am besten ausloten, ob das Gegenüber auf Small-Talk einsteigt.

Infografik: Business-Knigge im Ausland

Business Knigge Ausland

Bildnachweis: Markus Pfaff / Shutterstock, Viking

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren