In bestimm­ten Bran­chen, etwa der Gas­tro­no­mie oder der Land­wirt­schaft etc., ist die betrieb­li­che Aus­las­tung so unter­schied­lich, dass viel­fach kei­ne ganz­jäh­ri­gen Arbeits­ver­hält­nis­se mög­lich sind. Für sol­che soge­nann­te Sai­son­ar­beit bzw. sai­so­na­le Beschäf­ti­gun­gen gibt es eini­ge arbeits- und sozi­al­recht­li­che Beson­der­hei­ten zu beachten.

Die sai­so­na­len Arbeits­ver­hält­nis­se wer­den fast immer befris­tet, also für eine bestimm­te Zeit, abge­schlos­sen. Zuläs­sig sind sowohl kalen­der­mä­ßi­ge Befris­tun­gen (z.B. vom 1.6. bis 31.10.) als auch sonst bestimm­ba­re End­zeit­punk­te, die vom Ein­fluss des Arbeit­ge­bers unab­hän­gig sind (z.B. bis zum ers­ten Schnee­fall). Wäh­rend der Befris­tung kön­nen weder Arbeit­ge­ber noch Arbeit­neh­mer kün­di­gen. Eine ein­ver­nehm­li­che Auf­lö­sung ist aller­dings mög­lich. Da vie­le arbeits­recht­li­che Ansprü­che von der Dau­er des Arbeits­ver­hält­nis­ses abhän­gig sind und grund­sätz­lich jedes sai­so­na­le Arbeits­ver­hält­nis (auch wie­der­holt beim sel­ben Arbeit­ge­ber) als neu­es Arbeits­ver­hält­nis gilt, wer­den Beschäf­ti­gungs­zei­ten nur dann zusam­men­ge­rech­net, wenn dies in einem Gesetz, Kol­lek­tiv­ver­trag oder Arbeits­ver­trag vor­ge­se­hen ist. Bei der Abfer­ti­gung neu ist zwar das ers­te Beschäf­ti­gungs­mo­nat für den Arbeit­ge­ber bei­trags­frei, wird aber zum sel­ben Arbeit­ge­ber inner­halb von 12 Mona­ten nach dem Ende des ers­ten Arbeits­ver­hält­nis­ses ein neu­es abge­schlos­sen, so ist der Arbeit­ge­ber sofort bei­trags­pflich­tig. Urlaubs­an­sprü­che und Ansprü­che auf Urlaubs- und Weih­nachts­geld gebüh­ren aliquot.Kommt es zu einer Been­di­gung und einer Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge oder einer Wie­der­ein­stel­lungs­ver­ein­ba­rung und wer­den dabei Been­di­gungs­an­sprü­che aus dem Arbeits­ver­hält­nis (z.B. Abfer­ti­gung alt) nicht aus­be­zahlt, so kann der Arbeit­neh­mer die­se Ansprü­che ein­for­dern, wenn er eine ande­re neue Arbeits­stel­le antritt.Weitere Details zu Sai­son­ar­beit fin­den Sie unter arbei​ter​kam​mer​.at

Kollektivvertrag für Arbeiter im Hotel- und Gastgewerbe

Der Kol­lek­tiv­ver­trag für Arbei­ter im Hotel- und Gast­ge­wer­be sieht etwa als Aner­ken­nung für lang­jäh­ri­ge Diens­te die Zusam­men­rech­nung von Sai­son­ar­beit vor, wenn pro Jahr zumin­dest 13 Wochen in dem­sel­ben Sai­son­be­trieb gear­bei­tet wurden.

Kollektivvertrag für Arbeiter in Bauindustrie und Baugewerbe

Der Kol­lek­tiv­ver­trag für Arbei­ter in Bau­in­dus­trie und Bau­ge­wer­be sieht für das Weih­nachts­geld eine Zusam­men­rech­nung von Beschäf­ti­gungs­zei­ten vor, wenn die Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit in der Zeit zwi­schen dem 1. Novem­ber und dem 1. März des fol­gen­den Kalen­der­jah­res nicht län­ger als 90 Tage unter­bro­chen wird. 

Für das Aus­maß der Kün­di­gungs­frist wird die Dau­er aller Arbeits­ver­hält­nis­se eines Arbeit­neh­mers beim sel­ben Arbeit­ge­ber zusam­men­ge­rech­net, sofern jede ein­zel­ne Unter­bre­chung nicht län­ger als 120 Tage dauert.

Kollektivvertrag für Arbeiter im holz- und kunststoffverarbeitenden Gewerbe

Der Kol­lek­tiv­ver­trag für Arbei­ter im holz- und kunst­stoff­ver­ar­bei­ten­den Gewer­be sieht für Urlaubs- und Weih­nachts­geld für Arbeit­neh­mer, die bei der­sel­ben Fir­ma ihr Arbeits­ver­hält­nis wie­der begin­nen und nicht mehr als 100 Tage unter­bro­chen haben, die Zusam­men­rech­nung der Beschäf­ti­gungs­zei­ten vor, sofern das Arbeits­ver­hält­nis nicht gemäß § 82 GewO (aus­ge­nom­men lit. h) oder durch vor­zei­ti­gen Aus­tritt ohne wich­ti­gen Grund gelöst wurde.

Sozialversicherung

  • Wenn jemand längerfristig immer wieder saisonal arbeitet, ist zu bedenken, dass dies infolge der immer wieder kehrenden Arbeitslosigkeit zu negativen Auswirkungen in der Pensionsversicherung führt, auch wenn nach dem Allgemeinen Pensionsgesetz Zeiten der Arbeitslosigkeit gleich wie andere Versicherungszeiten gewertet werden.

  • In der Arbeitslosenversicherungist zu beachten, dass immer die geforderten Beschäftigungszeiten zu erfüllen sind. Im Falle erstmaliger Inanspruchnahme des Arbeitslosengeldes und einem Alter von über 25 benötigt man innerhalb der letzten 24 Monate 52 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten.

  • Im Falle wiederholter Inanspruchnahme des Arbeitslosengeldes besteht Anspruch, wenn innerhalb der letzten 12 Monate vor der Geltendmachung insgesamt 28 Wochen an arbeitslosenversicherungspflichtiger Beschäftigung nachgewiesen werden können.

  • Jugendliche bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres haben Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn sie innerhalb von 12 Monaten vor Antragstellung zumindest 26 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten oder innerhalb von 24 Monaten 52 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten vorweisen können.

Wei­te­re Details dazu fin­den Sie unter arbei​ter​kam​mer​.at

Stand: Mai 2018

Autor: Mag. Dr. Klaus Mayr LL.M. ist Refe­rent in der Kam­mer für Arbei­ter und Ange­stell­te (Abt. Kom­pe­tenz­zen­trum Betrieb­li­che Inter­es­sen­ver­tre­tung), Mit­glied der Selbst­ver­wal­tung der GKK, Lek­tor der Uni­ver­si­tä­ten Linz & Wien, Fach­kun­di­ger Lai­en­rich­ter beim OGH.

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