Zum Seiteninhalt springen
Zurück zu Jobwahl
Social networks karriere

Networking für die Karriere: Twitter, Xing & Co.

Jobwahl Erstellt am: 20. Januar 2016 3 Min.

Wer ein starkes persönliches Netzwerk hat, kommt leichter an gute Jobs. Eine Meinung, die unter österreichischen Arbeitnehmern nach wie vor weit verbreitet ist. So gaben beispielsweise 39 Prozent der Befragten in einer karriere.at-Onlineumfrage aus dem Jahr 2011 an, dass eine Jobsuche ohne Beziehungen aussichtslos sei. 41 weitere Prozent sind der Meinung, dass man persönliche Kontakte unbedingt nutzen sollte. Fakt ist auch: Social Networks haben dem beruflichen Networking eine neue Dimension hinzugefügt. Es zählen nicht mehr ausschließlich persönliche Treffen – Kontakte können auch online aufgebaut und gepflegt werden.

Doch ist das ebenso wirkungsvoll? Hat ein Kontakt in einem Social Network dieselbe Substanz wie ein persönliches Treffen? Macht es Sinn, den Chef des Wunsch-Arbeitgebers gleich beim Abschicken des Bewerbungsschreibens mit Freundes- und Kontaktanfragen zu überhäufen? Wohl eher nicht. Wer Jobs via Social Networks suchen möchte, sollte sich darüber hinaus im Klaren sein, dass jede Plattform anders funktioniert, ihre eigene Zielgruppen hat und somit auch bei den Usern eine andere Erwartungshaltung vorherrscht. Soll heißen: Auf Facebook wird anders kommuniziert als auf LinkedIn. Twitter hat andere „Gesetze“ wie Google+. Und trotzdem bauen alle auf der Vernetzung untereinander auf.

Wer also seine sozialen Netzwerke professionell für sich nutzen möchte, sollte daher einige Dinge berücksichtigen.

Drei Tipps zum Networking

  • Kontakte vertiefen – ja! Freunde sammeln – nein! Man kennt diese Art von Social Media User: Hunderte Freunde auf Facebook, fast ebenso viele Kontakte auf Xing und noch ein paar Dutzend auf LinkedIn. Anfragen werden abgeschickt wie die Vorschläge der jeweiligen Plattform am Bildschirm erscheinen. Nachhaltiges Networking sieht anders aus. Fügt man jemanden seinem Netzwerk hinzu, sollte zumindest ein gemeinsamer Anknüpfungspunkt vorhanden sein, wie beispielsweise gemeinsame Interessen, ein vorangegangenes persönliches Treffen oder Telefonat.
  • Zeig mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist! Wer eines seiner Netzwerke für die Jobsuche oder zur berufsrelevanten Imagepflege nutzen möchte, sollte auch sichergehen, dass er damit seine Zielgruppe trifft. Soll heißen: Wer nicht weiß, wo die Grenze zwischen privatem Ich und Business-Ich zu ziehen ist, wird nur schwer seriöse Kontakte pflegen können. Denn was symbolisiert man möglichen Arbeitgebern, HR-Verantwortlichen oder Geschäftspartnern mit Fotos vom letzten Samstags-Exzess? Wohl nichts Business-Relevantes.
  • Spammen verboten! Natürlich, Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter lassen sich hervorragend fürs berufliche Eigenmarketing nutzen. Wenn man es schafft, wie oben erwähnt, die angestrebte Zielgruppe mit relevanten Inhalten zu versorgen. Das kann zum Beispiel durch das Weiterverbreiten von Branchen-News, relevanten Web-Fundstücken oder das Sharen eigener Blogposts geschehen. Wie immer aber gilt: Die Dosis macht das Gift. Pflastert man jemandem Pinnwände und Message-Inboxes mit vermeintlich wichtigen Inhalten voll, kann das kontraproduktiv sein, weil es verzweifelt und anbiedernd wirkt.

Richtiges Networking – ganz ohne Internet!

  • Persönliche Kontakte brauchen Pflege! Natürlich funktioniert das Netzwerken auf persönlicher Ebene ähnlich wie in Social Networks – und ein Grundsatz der ebenso in der „wirklichen“ Welt anwendbar ist: Netzwerke bringen nur etwas, wenn man selbst etwas einbringt. So reicht es nicht, sich zweimal im Jahr auf Society-Ebene blicken zu lassen, sich am Buffet zu bedienen und dann zu erwarten, Teil eines Networks zu sein. Aktive Kommunikation ist gefragt, Bereitschaft zu Gesprächen, die über die Smalltalk-Ebene hinausgehen und auch der Wille, etwas für andere zu tun, wenn diese Hilfe benötigen. Merksatz: Gib und dir wird gegeben.
  • Nur Geduld! Vertrauensvolle persönliche Kontakte brauchen Zeit. Niemand legt seine Hand für jemanden ins (Bewerbungs-)Feuer, wenn er diesen jemand nicht kennt. Vertrauen muss man sich erst erarbeiten. Daher macht es auch wenig Sinn, 10-Minuten-Bekanntschaften gleich zu bitten, doch als Fürsprecher bei einer Bewerbung zu fungieren.
  • Breiter Stand! Wer seine Karriere stark von persönlichen Netzwerken abhängig macht und stark Schlepptau von einflussreichen Fürsprechern agiert, muss auch damit rechnen, mit der gesamten Seilschaft absteigen zu müssen. Um- und Neubesetzungen, Rochaden oder gar Kündigungen sind nicht nur in Parteikarrieren an der Tagesordnung – auch in ganz „normalen“ Unternehmen. Wer seinen Job Beziehungen verdankt, sollte sich im Unternehmen nicht ausschließlich auf den eigenen Fürsprecher konzentrieren, sondern danach trachten, unternehmensintern ein breites Standing aufzubauen.

Bildnachweis: grafvision / Quelle Shutterstock


Avatar Redaktion 2x

Redaktion
Mehr erfahren

  • Beitrag teilen:

Entdecke mehr zu diesem Thema

Erfahrungsbericht: So denkt ein Mediziner über den Gesundheitsbereich

Erstellt am: 06. April 2022 3 Min.

Das österreichische Gesundheitssystem bietet bereits seit Jahren Anlass für Kopfzerbrechen. So richtig verändert oder gar verbessert hat sich unter den vergangenen Gesundheitsminister*innen nicht viel, obwohl oftmals beteuert wurde, dass eine Pflegereform notwendig sei und unmittelbar anstünde. Doch was denken die Beschäftigten über den Zustand ihrer Branche? Wir haben mit drei Fachkräften aus dem Gesundheits- und Pflegebereich gesprochen:

Jeder Dritte ist im falschen Job gefangen

Erstellt am: 20. Februar 2019 1 Min.

Ein Drittel der österreichischen Beschäftigten ist gefangen im falschen Job. Das hat die aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index ergeben. Die Folgen sind sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Unternehmen negativ: Vor allem Überqualifizierte sind häufig unglücklich mit ihrer Arbeit. Sie wollen deutlich öfter die Firma oder sogar den Beruf wechseln als andere.

Drei Tipps zur Jobsuche in Zeitungen

Erstellt am: 23. Dezember 2015 1 Min.

Jobsuche in Zeitungen – obwohl sich die Jobsuche in den vergangenen Jahren über weiteste Strecken vom Print- in den Onlinebereich verlagert hat, haben Zeitungen nach wie vor Relevanz für Jobsuchende. So verfügen etablierte, lokal stark verankerte Zeitungen oftmals über gute Netzwerke, die auf langjährigen persönlichen Kontakten zwischen Unternehmens- und Medienvertretern aufbauen und somit oftmals interessante Jobangebote beinhalten können.