7. September 2017 · Arbeitsleben · von

Berufscoaching: Wann und für wen die Begleitung sinnvoll ist

Kleine Problemchen oder große Krisen: Mit welchen beruflichen Anliegen macht es Sinn, einen Coach aufzusuchen? TEDxVienna-Autorin Julia Unteregger ist der Sache auf den Grund gegangen und hat bei Karrierecoach Susanne Kappeler-Niederwieser für euch nachgefragt. Wann und wie kann ein Coach beim Berufseinstieg helfen?

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Gerade der Einstieg ins Berufsleben kann für viele junge Leute beängstigend sein. Wir hören Schlagwörter wie “Generation Praktikum” und fühlen uns schon entmutigt, bevor wir angefangen haben. Wir haben Angst davor, unseren Lebenslauf richtig zu formatieren und lesen Tipps, wie man am besten ein Motivationsschreiben verfasst und trotzdem kommt eine Absage nach der anderen. Dieser Prozess kann sehr frustrierend sein, für Berufseinsteiger, aber auch für Menschen, die sich ein bisschen später in ihrem Berufsleben umorientieren möchten.

Susanne Kappeler-Niederwieser

Susanne Kappeler-Niederwieser

Doch wir wollen euch jetzt keine Angst machen, sondern hören uns schon fleißig nach Lösungen um, um euch den besten Karriereeinstieg zu ermöglichen. Eine Lösung dafür könnte sein, einen „Coach“ aufzusuchen. Und um zu erfahren was es genau damit auf sich hat, habe ich für euch Susanne Kappeler-Niederwieser getroffen, die euch ein paar der wichtigsten Fragen zum Thema „Coaching“ beantwortet. Sie ist nicht nur Unternehmensberaterin, sondern auch Coach, Karriere- und psychologische Lebensberaterin.

Jetzt ist immer die richtige Zeit

Wann und für wen ein Berufscoaching sinnvoll ist, ist eine sehr individuelle Frage. Mit welchen Anliegen kann man ein Coaching aufsuchen? Die gute Nachricht lautet: Mit so ziemlichen jedem Anliegen.

Ein Coach kann dich beim Einstieg in den Berufsalltag unterstützen und dir helfen, deinen Lebenslauf, dein Motivationsschreiben und im besten Falle ein Vorstellungsgespräch zu meistern oder zu lernen, wie man sein Gehalt richtig verhandelt. Ein Coach kann dich auch dabei unterstützen, deine Chancen am Arbeitsmarkt besser einzuschätzen und herauszufinden, welche Zusatzqualifikationen oder alternative Ausbildungswege sinnvoll sein könnten. Ein Coach kann für dich ein jahrelanger Begleiter und Mentor sein, der dir hilft, dich zu entscheiden, welchen Weg du gehst und welche Prioritäten du setzt. Oder der dir dabei unter die Arme greift, deinen eigenen Stil zu finden und dich unterstützt herauszufinden, wie du dich am authentischsten positionierst und erfolgreich präsentierst.

Du kannst sowohl als junger Absolvent einen Coach aufsuchen, als auch als bereits Berufstätiger. Susanne Kappeler-Niederwieser ist der Ansicht, dass man jeden dort abholen kann, wo er oder sie gerade ist. Eine Zusammenarbeit kann aus nur einem Coaching-Treffen bestehen, aber auch aus einer jahrelangen Zusammenarbeit. Und: Das Tempo gibt immer der Coachingklient vor. Beruhigend! Zumindest für uns, die ganz am Anfang stehen.

Das mit den Bäumen und dem Wald

Einen guten Coach zu finden, das kann verwirrend sein. Darum habe ich unsere Expertin gefragt, worauf ihr genau bei der Wahl eures Coaches achten müsst. Am besten ist es natürlich immer, wenn euch jemanden einen Coach empfiehlt. Wenn ihr aber die Trendsetter in eurem Freundeskreises seid und als erste Person einen Coach aufsucht, hat Kappeler-Niederwieser ein paar Tipps parat:

  • Achte darauf, dass dein Coach eine mehrjährige, fundierte Ausbildung gemacht hat und vielleicht auch, ob er selbst schon einiges an Lebenserfahrung vorzuweisen hat. Die Ausbildung zum Coach kann auf vielen verschiedenen Wegen erreicht werden. Mehrere Ausbildungen und Seminare vorweisen zu können ist ein wichtiges Kriterium, an dem ihr euch orientieren könnt. Eine fundierte Ausbildung haben beispielsweise Psychologische Lebensberater und Psychotherapeuten. Diese Berufsgruppen sind auch verpflichtet, sich laufend weiterzubilden – ein wesentliches Qualitätskriterium.
  • Suche jemanden, der bevorzugterweise die Branche kennt, in die du einsteigen willst! Das Bankwesen und der Kulturbetrieb z.B. unterscheiden sich von Anfang an schon durch wesentliche Punkte. Wenn du jemanden hast, der die Branche kennt, dann weißt du schon, was du zum Vorstellungsgespräch am besten anziehst oder auch wieviel deine Skills für den zukünftigen Arbeitsgeber wert sind.
  • Ein guter Coach sollte auch mit dir einen sogenannten ÖKO-Check machen.Hier wird überprüft, wie realistisch deine Ziele sind, welche finanziellen Ressourcen du vielleicht brauchen könntet, welche privaten Faktoren für dich wichtig sind und welche ein Hindernis sein könnten, beim Versuch in einer Branche Fuß zu fassen und ein weitgehend erfülltes Berufsleben zu führen.
  • Last but not least, höre auf dein Bauchgefühl! Sympathie und Bauchgefühl können eine wichtige Rolle spielen. Vor allem, weil wir dazu tendieren, Rat von Leuten, die wir nicht mögen, nicht anzunehmen. Wenn du also kein gutes Gefühl bei einer Person hast, dann macht das ganze Coaching vielleicht auch keinen Sinn. Vertraue auf deine innere Stimme!

Abschließend habe ich noch einen Tipp für euch. Susanne Kappeler-Niederwiesers Credo lautet “Die Energie folgt der Aufmerksamkeit”. Wenn ihr schon mehrere Praktika absolviert habt, und endlich einen „richtigen Job“ wollt: Hört auf, Praktikumsausschreibungen zu lesen! Es mag banal klingen, aber es funktioniert: Richtet eure Aufmerksamkeit also auf das, was ihr erreichen wollt und investiert darin eure Energie.

Zu gewinnen: Tickets für die TEDxVienna 2017

Nutze deine Chance, bevor alle Tickets weg sind! Wir verlosen 2 Konferenzpässe für die TEDxVienna am 21. Oktober 2017 in Wien. Um teilzunehmen, schicke uns einfach eine E-Mail an marketing@karriere.at und verwende den Betreff “On the Edge”. Die Teilnahme ist bis 17. September möglich, die Gewinner werden schriftlich verständigt.

Redaktion

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