29. Juni 2017 · Arbeitsleben, HR · von

Geht’s noch? Die Gratwanderung zwischen Stress und guter Auslastung

Wer am Ende eines Arbeitstages viel geleistet hat, ist üblicherweise mit sich zufrieden. Bis zum Stress ist es meist aber nur noch ein kleiner Schritt. Was Arbeitnehmer in Österreich stresst und welche Folgen das hat:

Keine Zeit, unfreundliche Kunden oder Tätigkeiten, die eigentlich Sache der Kollegen sind: Im Lauf eines Arbeitstages kann uns eine Menge stressen. Was lässt Österreichische Arbeitnehmer im Stress-Hamsterrad landen? Für den „Office Report“ haben mehr als 2.000 Österreicher Auskunft über ihren Arbeitsalltag gegeben. Die Studie ging auch der Frage nach Stress und dessen Auswirkungen nach.

Nine to five: Das nervt besonders

Die Top-Stressfaktoren in Österreichs Büros sind diese:

  1. Keine Zeit: 14 Prozent geraten beim Blick auf die Uhr unter Stress.
  2. Nervige Kunden: Die Unfreundlichkeit mancher Kunden macht 7 Prozent der Österreicher das Jobleben schwer.
  3. Viele Telefonate: 7 Prozent fühlen sich von vielen Anrufen gestresst.
  4. Multitasking: Viele Aufgaben gleichzeitig jonglieren, das plagt 7 Prozent der Arbeitnehmer.

Viel Arbeit ist nicht gleich Stress

Ein Blick auf die Studienergebnisse zeigt auch: Ein hohes Arbeitspensum bedeutet nicht gleich Stress. Der Ausblick auf eine hohe Arbeitsauslastung steigert sogar die Freude auf den Arbeitstag: 37 Prozent gehen mit einem positiven Gefühl in den Tag, wenn ausreichend zu tun ist. Wer hingegen unter hoher Stressbelastung leidet, freut sich weniger auf den Tag. Gestresste Arbeitnehmer empfinden außerdem die Atmosphäre am Arbeitsplatz als weniger positiv als jene, die keinem oder wenig Stress ausgesetzt sind. Wieso habe gerade ich so viel Arbeit? 28 Prozent der Stressgeplagten finden, dass sie im Job unfair behandelt werden. Zum Vergleich: Nur 6 Prozent der Arbeitnehmer mit wenig Stress denken so.

Etwas schaffen, das macht zufrieden

Ich bin mit mir zufrieden! 86 Prozent jener, die im Büro durchgehend beschäftigt sind, zeigen sich mit ihrer eigenen Leistung zufrieden. Zu wenig Arbeit wirkt sich hingegen negativ aus: Nur 6 von 10 Arbeitnehmer mit geringem Arbeitspensum gehen am Ende des Arbeitstages zufrieden nach Hause. Aber Vorsicht! Schlägt hoher Workload in Stress um, heben sich etwaige positive Effekte wieder auf. Wer z.B. zusätzlich Aufgaben übernehmen muss, fühlt sich dadurch gestresst. Bei 35 Prozent der gestressten Angestellten kommt dann ein Gefühl der Verzweiflung auf.

Kündigung: Ich bin raus!

46 Prozent der gestressten Arbeitnehmer denken darüber nach, sich beruflich zu verändern. Im Rahmen des Office Reports wurde konkret nach dem gestrigen Arbeitstag gefragt – 23 Prozent der gestressten Österreicher sagen, dass sie im Lauf des Tages mit dem Gedanken an Kündigung gespielt haben. Bei Arbeitnehmern mit niedrigem Stresslevel sind es nur 7 Prozent. Hier auch wieder interessant: Unterforderung im Job führt ebenfalls zu Veränderungswünschen.

Und nach Feierabend?

Pünktlich aus dem Büro – das bleibt für gestresste Österreicher oft ein Wunsch. Rund 4 von 10 Arbeitnehmern schaffen es nicht zur urspünglich geplanten Zeit weg vom Arbeitsplatz. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter, die unter hohem Stress leiden, gehen müde in den Feierabend und können nur schwer abschalten.

Bildnachweis: Chutima Chaochaiya / Shutterstock

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

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