Erstellt am 23. September 2020 · Gehalt · von

5 Tipps für eine gute Gehaltsverhandlung – trotz Corona-Krise!

Lesezeit: 3 Minuten

Mehr Gehalt geht immer – oder? Wo trotz Corona-Pandemie eine Gehaltserhöhung möglich ist und wie man gut verhandelt, verrät uns der Finanzexperte.

Wir befinden uns momentan in einer kniffligen Situation: Viele Menschen haben ihren Job aufgrund der Corona-Krise verloren oder befinden sich in Kurzarbeit. Generell haben viele von uns damit zu kämpfen, mit den verfügbaren finanziellen Mitteln über die Runden zu kommen und müssen sparen, wo es nur geht. Da kann es anmaßend wirken, über Gehaltserhöhung zu sprechen und sich nicht einfach über ein sicheres Einkommen zu freuen.

Dennoch: Zufriedenheit im Job ist wichtig. Dazu gehört auch ein Gehalt, das angemessen ist. In Studien und Umfragen stellt sich immer wieder heraus, dass die entsprechende Entlohnung einen großen Teil der Arbeitszufriedenheit ausmacht. Auch in unserer Studie „Jobwechsel in der Corona-Zeit“ (Juni 2020) ist sich die Mehrheit (54 Prozent) einig: Ein höheres Gehalt ist der beste Grund für einen Arbeitsplatzwechsel.

Tipps für mehr Gehalt – sogar in Krisenzeiten

Selbst Corona ändert nichts an diesem Fakt: Wer gute Arbeit leistet, sollte dafür entsprechend entlohnt werden. Auch Arbeitgeber wissen, was sie an guten Mitarbeitern haben. Gerade in (wirtschaftlich) schwierigen Zeiten wie diesen ist es umso wichtiger, auf zuverlässige, engagierte Arbeitnehmer setzen zu können. Im Gegenzug sind die richtigen Argumente für mehr Gehalt in ebendiesen Zeiten umso gezielter zu wählen und der richtige Zeitpunkt zu finden. Florian Märzendorfer, Finanzplaner und CEO von FiP.S, verrät uns, warum Corona kein Showstopper für mehr Gehalt sein muss.

Florian Märzendorfer

Florian Märzendorfer, CEO von fip-s.at

 

Darf man während der Corona-Krise überhaupt nach einer Gehaltserhöhung fragen?

Florian Märzendorfer: Der Glaubenssatz „In Corona-Zeiten kann ich nicht nach mehr Gehalt fragen“ ist oft einfach nur eine psychologische Barriere. Wenn das Unternehmen nicht kurz vor dem Konkurs steht, dann ist das Thema eigentlich kein anderes als zuvor.

 

Die Corona-Krise ist in puncto Gehaltsverhandlung oft bloß eine psychologische Barriere!

Wenn ich mit erbrachter Leistung & Co. argumentiere, dann zieht auch das Gegenargument: „Ja, aber Corona …“ nicht. Das kann man sachlich wegargumentieren – deine Leistung ist ja trotzdem da. Gerade in Krisenzeiten benötigt jedes Unternehmen umso mehr genau die Mitarbeiter, die unentbehrlich sind und Gutes leisten.

Was, wenn bei meinem Arbeitgeber die Krise schon erste Spuren hinterlassen hat?

Florian Märzendorfer: Wenn ein Unternehmen aufgrund von Corona knapp vor dem Konkurs steht, dann nützt die beste Strategie und Taktik nichts. Da wird’s immer fast unmöglich.
Wenn es aktuell keine Ziele gibt, dann ist jetzt der optimale Zeitpunkt, um mit der Führungskraft zu sprechen und klarzumachen, dass man kein Durchschnittsmitarbeiter sein will, sondern ein Top-Mitarbeiter und gemeinsam festlegen, was dafür nötig ist.

Wenn der Arbeitgeber nicht in große Mitleidenschaft gezogen ist, sollte die Vorgehensweise die gleiche sein wie bei jeder guten Gehaltsverhandlung:

5 Schritte zur erfolgreichen Gehaltsverhandlung – trotz Corona!

Mit der richtigen Vorbereitung erhöhen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung um ein Vielfaches – sogar trotz Krise!

  1. Eliminiere psychologische Barrieren

Wichtig ist, sich immer in Erinnerung zu rufen, dass eine Gehaltsverhandlung kein reales Risiko birgt: Vorgesetzte sind keine Gegner, die Gehaltsverhandlung kein Duell. Verläuft ein Gehaltsgespräch erfolgreich, profitieren beide Seiten davon. Eine gute Vorbereitung ist das A und O für eine erfolgreiche Verhandlung. Wer sich gut ausdrücken kann und schlagfertig ist, hat Vorteile, aber das ist kein Muss.

  1. Mach dir einen Überblick

Wie viel bist du wert? Wie viel kannst du fordern? Tools wie der Online-Gehaltsrechner bieten sich als Informationsquelle an und auch Fragen kostet nichts: Kollegen, Freunde oder ehemalige Studienkollegen sind wertvolle Informationsquellen.

  1. Werde zu einem unentbehrlichen Mitarbeiter

Du solltest nicht nur mit Top-Leistungen glänzen. Vereinbare mit deinem Vorgesetzten ambitionierte, aber realistische Ziele. Es gehört auch zu deinem Job, deine Erfolge sichtbar zu machen! Sorgst du für regelmäßige Updates, werden deine Erfolge im Arbeitsalltag auch eher wahrgenommen.

  1. Bereite dich vor

Ein bis zwei Monate vor dem Gehaltsgespräch solltest du wichtige Unterlagen vorbereiten:

  • Welche Ziele hast du erreicht und welche Leistungen erbracht?
  • Wie sieht dein Gehalt im Vergleich mit branchenüblichen Gehältern aus?
  • Was sind deine konkreten Wünsche und Forderungen?
  • Wie reagierst du, wenn die gewünschte Gehaltsforderung nicht erfüllt wird? Überleg dir bereits vorab Alternativen (z. B. Weiterbildungsbudget, Diensthandy, flexible Arbeitszeiten etc.)
  1. Übung macht den Meister!

Welche Argumente sprechen gegen die geforderte Gehaltserhöhung und wie kannst du sie entkräften? Probier dich vorab schon vor Familie und Freunden aus und versuche Gegenargumente und Killerphrasen zu kontern. Auch das „Corona Argument“ solltest du explizit üben.

Den Fahrplan zur garantierten Gehaltserhöhung von FiP.S kannst du hier nachlesen.

 

Mehr zur idealen Vorbereitung für dein Gehaltsgespräch

Tanja Karlsböck

Tanja macht Instagram, YouTube & Co. für karriere.at und als Abwechslung Blogposts, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.