Erstellt am 25. März 2020 · Arbeitsleben, Inside · von

Zwischen Lagerkoller und Normalität: So gehts uns nach zwei Wochen Homeoffice

Lesezeit: 4 Minuten

Die zweite Woche Homeoffice ist vorbei und wir blicken zurück auf viele neue Erfahrungen. Wie es uns mittlerweile geht, erfährst du im Tagebuch:

Was war das für eine Woche … Zwischen neuen Aufgaben, neuen Tools, neuer Hilfsbereitschaft und allerhand anderen neuen Erfahrungen hat man das Gefühl, es ist nichts mehr so, wies war. Und trotzdem hält so langsam Normalität Einzug in den Alltag. Lest selbst:

Die zweite Woche ist geschafft: Unsere Erlebnisse im Homeoffice

Tag 6: Haben wir uns nix mehr zu sagen?

Es ist Mittwochnachmittag. Vor genau einer Woche bin ich nach Hause gekommen mit den Worten: „Ich hab jetzt ein Monat lang Homeoffice.“ Es fühlt sich jetzt schon wie ein Monat an. Besonders die viele Arbeit der vergangenen Tage lässt die Zeit, die inzwischen vergangen ist, noch länger erscheinen. Ich für meinen Teil bin jedenfalls schon ziemlich müde und auch meine Kollegen wirken ziemlich ausgepowert. Zumindest deute ich die Stille während unseres täglichen Pausencalls am Nachmittag als Zeichen dafür. Vielleicht haben wir uns auch mittlerweile einfach nichts mehr zu sagen, weil wir schon zu lange voneinander getrennt sind. Vielleicht liegts aber auch daran, dass sich bei keinem von uns grad Erzählenswertes tut. Ich hoffe, das ist nur eine Phase.

Tag 7: Neue Zeiten, neue Aufgaben

Es ist Donnerstag und bei uns ist die Zeit der Aufgabenneuverteilung angebrochen. Wir in der Redaktion gehen grad über vor Tatendrang, neuen Ideen und Inhalten, um unsere Blogleser und Follower mit vielen Tipps und Infos in dieser neuen Situation zu versorgen. In anderen Abteilungen ist grad weniger zu tun und das führt zu großer Solidarität innerhalb des Unternehmens. Wer Zeit hat, hilft den anderen, wo er kann.

mit hund im homeoffice

Tatkräftige seelische Unterstützung im Homeoffice

Wer Zeit hat, hilft den anderen, wo er kann.

In meinem Fall sieht das so aus: Von unseren Ernährungsberaterinnen wollte ich einfach nur Tipps fürs gesunde Essen im Homeoffice – sie liefern einen fix-fertigen Blogartikel mit Bildern und Rezepten. Wahnsinn, danke schön! Claudia aus der Personalabteilung unterstützt mich künftig ebenfalls mit Gastartikeln und ganz spontan ist ein neues Format entstanden: Psychologin Christa Schirl spricht mit uns im Videointerview über aktuelle Herausforderungen und wie wir sie bewältigen (zu sehen hier im Blog und auf YouTube). Die Krise offenbart uns gerade jede Menge verborgene TalenteLieber Leser, was ist deins?

Eine Bitte: Wenn du gerade keine Arbeit hast, nütze die Zeit, um dich online weiterzubilden oder überlege dir, wie du anderen im Moment helfen könntest. Auf sofort.jobs.at findest du dazu eine Menge bezahlter Tätigkeiten, die aktuell dringend nötig sind.

Tag 8: Ein kurzer Freitag und neue Flexibilität

Es ist Freitag und ich hab nur ganz kurz Zeit zum Schreiben. Im Homeoffice leben wir gerade die zeitliche Flexibilität, die wir uns im regulären Arbeitsalltag auch oft wünschen würden. Weil uns der Frühlingsbeginn heute mit tatsächlich frühlingshaftem Schönwetter verwöhnt, erledigen meine Kollegen und ich nur das Allernötigste und machen zu Mittag Schluss. „Ich hol den Rest dann nach, wenns wieder kalt und regnerisch ist“, hatten alle im Team dieselbe (gute!) Idee. Ich mag diese Freiheit. Könnte sie die Lösung für die kommenden Sommermonate sein? Memo an Zukunfts-Ich: Denk mal drüber nach!

Tag 9: Die Technik streikt

Ein typischer Montag – nix funktioniert … Die Technik macht uns grad einen Strich durch die Rechnung: Bei den einen sind Passwörter abgelaufen und das Anlegen der neuen hunzt, bei anderen funktionieren Programme nicht … So starten wir unsere montägliche „Morning Show“, das wöchentliche Treffen des gesamten Marketingteams, mit geschrumpfter Mannschaft. Das sind die negativen Aspekte im Homeoffice. Streikt die Technik, ist man vom Team abgeschottet. Apropos: Manche Kollegen habe ich außer in besagtem Montagsmeeting schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen. Mutieren wir alle zu Workaholics oder nehmen manche „social distancing“ einfach ernster als andere? Ich weiß es nicht …

nicht allein im homeoffice

Nette Gesellschaft im Homeoffice

Tag 10: Seid einfach nett zueinander!

„Das ist nicht mein Büro!“

Unglaublich, wir sind schon am Ende unserer zweiten Woche angelangt. Es ist Dienstag und wir schwanken alle zwischen Lagerkoller und Normalität. In manchen Momenten fühlt es sich an, als hätten wir nie anders gearbeitet, in anderen will man einfach nur seine Sachen packen und ins Büro fahren. Das schlägt sich sogar schon in den Träumen mancher Teammitglieder nieder. Eine Kollegin erzählt:„Plötzlich habe ich in einem anderen Unternehmen gearbeitet und wollte das gar nicht. Ich wusste: Das ist nicht mein Büro!“ – Da braucht man keine Psychologin, um das zu deuten …

Die Krise macht uns dankbarer.

Aus dem technischen Fiasko von gestern haben wir übrigens gelernt und stellen auf ein neues Tool um. Generell ist gerade sozusagen „Tool Time“ bei uns (an alle U25: Das war mal eine lustige TV-Show in einer lustigen TV-Serie, lang bevor es Netflix gab.) Heißt: Wir probieren grad alle möglichen Tools und Programme für unterschiedlichste Anwendungen aus und stellen fest: Die Technik hilft schon beim Homeoffice. Viel wichtiger sind aber ein gutes Zeitmanagement, regelmäßige Abstimmungen im Team und Strategien, um im Feierabend richtig abschalten zu können. Nummer zwei gelingt uns schon ganz gut, eins und drei sind, sagen wir, verbesserungswürdig … Aber hey, wir haben ja Zeit zum Üben. Vielleicht macht uns die Krise ja disziplinierter beim Arbeiten, resistenter gegenüber negativen Ereignissen und insgesamt entspannter. Wer weiß … Was ich bestimmt weiß, ist: Sie macht uns dankbarer für wichtige Dinge: Gesundheit, Freundschaft und Solidarität.

Danke an alle, die momentan einfach nett zu ihren Mitmenschen sind und einander unterstützen!

Bildnachweis: karriere.at

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.