Offboarding – Jedes Ende ist anders

Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, passiert dies in den seltensten Fällen komplett reibungslos. Ob Kündigung, Pensionierung oder freiwilliger Abgang für einen Jobwechsel: Leicht ist ein Abschied selten, manche Situationen sind jedoch schwieriger als andere. Abhilfe verschafft hier ein professioneller Offboarding-Prozess – diese sind jedoch noch selten. Denn im Gegensatz zum richtigen Aufnehmen eines Mitarbeiters kommt das Verabschieden meistens zu kurz.

Vorschussloorbeeren vs. Vernachlässigung

Neuankömmlinge werden in vielen Unternehmen besser empfangen als altgediente Mitarbeiter verabschiedet werden –  klingt unlogisch? Ist es auch. Freilich, jede Situation ist anderes, ein allgemeingültiges Rezept für das Ausscheiden eines Mitarbeiters gibt es nicht. Dennoch: Der Trennungsprozess sollte nicht dem Zufall überlassen bzw. auch nicht unterschätzt werden. Und gemeint ist damit weit mehr als das reine technische Offboarding wie etwa die Rückgabe von Diensthandy & Co. Größere internationale Unternehmen haben bereits eher Offboarding-Prozesse definiert – bei KMUs herrscht hier meist noch Nachholbedarf.

Warum Offboarding?

Es gibt mehere Gründe, weshalb Offboarding nicht vernachlässigt werden sollte. Zum einen gibt es die soziale Verantwortung des Unternehmens seinen Mitarbeitern gegenüber. Muss etwa ein langjähriger Mitarbeiter ein Unternehmen aufgrund von Stellenabbau verlassen, sollte das Unternehmen den Betroffenen rechtzeitig auffangen und ihm dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Rechtzeitige Information ist hier ebenfalls das Um und Auf – Mitarbeiter sollen nicht aus den Medien erfahren müssen, dass ihre Jobs wackeln. Ein weiterer wichtiger Grund für ein professionelles Offboarding-Management ist die positive Nachrede. Das Unternehmen möchte schließlich, dass der Ex-Mitarbeiter auch später noch positiv über seine frühere Tätigkeit spricht.

Wer übermittelt welche Botschaften?

Dies ist auch für die im Unternehmen verbleibenden Kollegen wichtig – Respekt im Umgang sollte generell Alltag in der Unternehmenskultur sein. Weiters ist darauf zu achten, wer welche Botschaften übermittelt. Ansprechpartner sind immer die direkten Führungskräfte, ein Abschieben der Verantwortung oder Informationspflicht an die Personalabteilung führt meist zu Groll. Ebenfalls vermieden werden sollte es, den Mitarbeitern zu spät mitzuteilen, wenn ihre Arbeitsleistung nicht mehr ausreichend ist. Ehrlichkeit, Fairness & Kommunikation sollten Platz haben.

Auf Ältere wird oft vergessen

Ein weiterer oft vergessener Aspekt des Offboardings ist jener der Pensionierung. Mit dem Austritt aus dem Berufsleben beginnt ein neuer Lebensabschnitt und manche Menschen haben hart mit dieser Umstellung zu kämpfen. Auch in Hinblick auf die künftige demografische Entwicklung ist es ratsam, Prozesse zu definieren, durch die das Wissen der Älteren weitergegeben bzw. den Unternehmen erhalten bleiben kann. Auf diese Weise profitieren meist beide Seiten – denn manche Arbeitnehmer spüren ebenfalls gerne, dass sie noch gebraucht werden.

Bildnachweis: sokolovsky / Quelle Shutterstock

9.7.2015

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