Steuerausgleich 2014: Geld zurück vom Finanzamt

von in Arbeitsleben, Gehalt am Montag, 26. Januar 2015 um 11:27

Der Kontakt mit dem Finanzamt ist meistens nicht erfreulich, der Spaßfaktor hält sich beim Ausfüllen von Formularen auch in Grenzen. Sich mit der Arbeitnehmerveranlagung auseinanderzusetzen, lohnt sich aber. Wer sich tapfer durch den Steuerausgleich kämpft, wird mit der Rückzahlung von zuviel bezahlter Lohnsteuer belohnt.

Wer arbeitet, wird das ganze Jahr über kräftig zur Kasse gebeten. Höchste Zeit, sich zu Jahresbeginn etwas vom Finanzamt zurück zu holen!

Arbeitnehmerveranlagung – Die Basics

Was meist Steuerausgleich genannt wird, wird offiziell als Arbeitnehmerveranlagung bezeichnet. Die Durchführung bewirkt, dass die Lohnsteuer für das Einkommen des betreffenden Jahres neu berechnet wird. Ergibt die Neuberechnung der Steuer ein Guthaben, darf man sich über eine Rückzahlung freuen.

Die Arbeitnehmerveranlagung sollte gemacht werden, wenn man:

  • nicht das ganze Jahr über beschäftigt war (z.B. Jobeinsteiger, Ferialarbeiter, Wiedereinsteiger)
  • nicht in jedem Monat gleich viel verdient hat
  • so wenig verdient hat, dass man nur Sozialversicherung, aber keine Lohnsteuer gezahlt hat
  • Abschreibposten und Absetzbeträge nutzen kann: Alleinerzieher-/verdienerabsetzbetrag, Pendlerpauschale (wenn sie noch nicht vom Arbeitgeber bei der Lohnverrechnung berücksichtigt wurde)
  • Sonderausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen kann

Es kann sein, dass man kein Guthaben erhält, sondern die Aufforderung zur Nachzahlung. Dann hat man einen Monat lang Zeit, seinen Antrag wieder zurückzuziehen. Den Musterbrief dafür kann man bei der Arbeiterkammer downloaden. In manchen Fällen ist man verpflichtet, die Veranlagung durchzuführen. Z.B. wenn man zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Bezüge im betreffenden Jahr erhalten hat.

Wann und wo? Der Weg zum Steuerausgleich

Der Steuerausgleich kann bis zu 5 Jahre rückwirkend duchgeführt werden, und zwar beim Wohnsitzfinanzamt mit dem Formular L1 (plus Formular L1k für Kinder-Absetzposten) oder online auf www.finanzonline.at. Das Finanzamt stellt Bescheide elektronisch zu, darüber wird per E-Mail informiert. Die Adresse deshalb immer aktuell halten! Belege müssen nicht eingerecht , aber sieben Jahre lang aufbewahrt werden.

Was kann geltend gemacht werden?

Sonderausgaben (Auswahl)

  • Freiwillige Weiterversicherung in gesetzlichen Pensionsversicherungen
  • Prämien freiwilliger Personenversicherungen
  • Kosten für Wohnraumschaffung und -sanierung
  • Kirchenbeiträge bis zu 400 Euro
  • Steuerberatungskosten in unbeschränkter Höhe
  • Spenden an humanitäre Einrichtungen, Lehr- und Forschungsinstitutionen, Dachverbände zur Förderung des Behindertenspors, Umweltschutz, Tierheime, freiwillige Feuerwehren und Landesfeuerwehrverbände

Werbungskosten

Werbungskosten stehen in direktem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Antragstellers. Dabei kann es sich z.B. um Kosten für Berufsbekleidung, Computer, Internet, Fachliteratur oder Sprachkurse handeln. Auch das Pendlerpauschale zählt zu den Werbungskosten. Ein Werbungskostenpauschale von 132 Euro jährlich steht jedem Arbeitnehmer zu, sie ist in der Lohnsteuertabelle bereits eingerechnet. Werbungskosten wirken sich daher nur dann auf die Steuer aus, wenn sie mehr als 132 Euro jährlich betragen. Für manche Berufsgruppen ist ein Werbungskostenpauschale vorgesehen, z.B. für Musiker, Journalisten oder Schauspieler.

Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag

Alleinverdiener ist, wer im betreffenden Kalenderjahr mindestens sechs Monate in einer Ehe, Lebensgemeinschaft oder eigetragenen Partnerschaft gelebt hat und für mindestens ein Kind mehr als ein sechs Monate Familienbeihilfe bezogen hat. Die Einkünfte des Partners dürfen dabei 6000 Euro pro Kalenderjahr nicht übersteigen. Alleinerzieher ist, wer im Kalenderjahr mehr als sechs Monate alleinstehend ist und für mindestens ein Kind mehr als sechs Monate Familienbeihilfe bezogen hat.

  • Der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag beträgt bei einem Kind 494 Euro, bei zwei Kindern 669 Euro und für jedes weitere Kind erhöht sich der Betrag um 220 Euro.

Mehrkindzuschlag
Dieser Zuschlag beträgt monatlich 20 Euro für das dritte und jedes weitere Kind. Anspruch haben Bezieher von Familienbeihilfe für mindestens drei Kinder. Das Familieneinkommen darf 55.000 Euro jährlich jedoch nicht überschreiten.

Weiterführende Infos zur Arbeitnehmerveranlagung gibt es im Steuerbuch des Finanzministeriums und bei der Arbeiterkammer.

Bildnachweis: Joachim Wendler / Shutterstock;

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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