Fünf Tipps zur richtigen Kündigung – Wie man Nerven schont und seinen guten Ruf behält

von in Arbeitsrecht, Jobsuche am Donnerstag, 23. September 2010 um 10:33

Wer im Berufsleben zu neuen Ufern aufbrechen will, kommt meist nicht um sie herum: Die Kündigung des Arbeitsvertrags. Grundsätzlich sollte es ja einfach sein – Gespräch mit dem Chef, Formalitäten klären, Unterschrift, verbleibende Arbeitszeit ableisten. Dass es oft aber eben nicht so einfach geht, werden viele, die bereits einmal einen Dienstvertrag gekündigt haben, nur zu gern bestätigen. Denn in vielen Fällen stehen starke Emotionen dem eigentlich fix gefassten Entschluss „Kündigung mit Monatsende“ im Weg. Fünf Tipps, wie man sich vom alten Job mit Größe und Anstand verabschiedet.

Seit Jahren fühlen Sie sich in Ihrem Job mehr gefangen als gefordert? Das alltägliche Kribbeln und der Durst auf Neues ging in mechanisch abgeleisteter Arbeitsroutine verloren? „Eigentlich sollte ich ja mit Monatsende meine Kündigung durchziehen“, sagen Sie sich Woche für Woche aufs Neue. Doch warum tun Sie es nicht einfach? – Weil oft mehr an einem Job hängt als die Verpflichtung durch einen Arbeitsvertrag. Emotionen, Freundschaften mit Kollegen, Verantwortungsgefühl gegenüber der Firma, lieb gewonnene Tagesroutine, um nur einige zu nennen.

Auch bei der Kündigung: Auf die Vorbereitung kommt es an!

Was man bei der Beendigung eines Dienstverhältnisses formal und arbeitsrechtlich beachten sollte, ist grundsätzlich ja bekannt. Nachlesen kann man dies beispielsweise auf karriere.at oder auf der Website der Arbeiterkammer.
Wie bereitet man sich aber auf eine Arbeitnehmer-Kündigung vor, wenn man rational weiß, dass man längst kündigen sollte, sich aber trotzdem Verunsicherung breit macht? Wenn man die „Innerliche Kündigung“ längst vollzogen hat (ein interessantes Interview dazu gibt es auf HRinside.de!)? Wenn allein der Gedanke an das Kündigungsgespräch mit dem stets väterlichen Chef Schlaflosigkeit und Schuldgefühle verursacht? Und wie soll man mit der möglichen Enttäuschung seines Arbeitgebers am besten umgehen?

Fünf Tipps, wie man eine Kündigung durchziehen sollte:

  • Optimale, genaue Vorbereitung: Ein Kündigungsgespräch sollte nie per Schnellschuss-Entscheidung vom Zaun gebrochen werden. Schon gar nicht im Streit mit dem Vorgesetzten. Wer sich schon länger mit dem Gedanken trägt, die Firma zu verlassen, sollte erst mit der optimalen Vorbereitung um einen Termin beim Chef anfragen. Einerseits sollte man genau wissen, welche Klauseln man mit dem Dienstvertrag unterschrieben hat und was einem in puncto Kündigungsfrist noch erwartet. Sprich: Welche Rechte man hat und welche Verpflichtungen man dem Dienstgeber noch schuldet. Dafür bedient man sich neben dem eigenen Dienstvertrag am besten der oben genannten Links.
  • Den richtigen Zeitpunkt wählen: Gerade wenn man es auf eine „Einvernehmliche Auflösung“ anlegt, sollte man auch den Zeitpunkt des Gespräches gut wählen. Hierbei gilt es abzuschätzen, wie gut das Verhältnis zu den Vorgesetzten ist und was von Ihnen auch menschlich erwartet wird. Mitten in einem von Ihnen geleiteten Projekt mit einem bestimmten Stichtag zu kündigen und sich tags darauf in den Resturlaub zu verabschieden, kommt selten gut und kann der weiteren Karriere auch vor allem in kleinen, überschaubaren Branchen im Wege stehen. Allein Gebote der Fairness gebieten es in vielen Fällen, seine Kündigung dem Vorgesetzten zu einem Zeitpunkt zu kommunizieren, zu dem eine geregelte Übergabe der eigenen Agenden noch möglich ist.
  • Emotional abschließen: Sollten freundschaftliche Gefühle mit Kollegen und Unternehmensführung oder schlechtes Gewissen eine längst fällige Kündigung blockieren, kann es helfen, mit Außenstehenden die Situation zu besprechen. Wichtig ist in dieser Situation dann auch, sich selbst immer wieder klar zu machen, dass es sein gutes Recht ist, das Dienstverhältnis zu beenden. Hier kann ein wenig technokratisches, geschäftliches Denken helfen – frei nach dem Motto: Ich habe einen Vertrag mit dem Unternehmen XY geschlossen, der das Wechselverhältnis Gehalt gegen Arbeitsleistung regelt. Sehe ich Verträge, die einen besseren „Kurs“ für mich persönlich (Gehalt, Arbeitszeiten, Arbeitsort, persönliche Gründe…) herausholen, habe ich das Recht, zuzuschlagen.
  • Contenance! Vermeiden Sie es im Kündigungsgespräch, Ihrem Chef die Meinung zu geigen. Wie in Punkt 2) angekündigt, hilft Ihnen böses Blut persönlich und beruflich auch nicht weiter. Denken Sie daran, dass Personalverantwortliche sich auf Messen, Tagungen und bei Branchenveranstaltungen immer wieder über den Weg laufen. Und seien Sie sicher: Je kleiner die Branche, umso geschwätziger ist sie!
  • Heute ist der erste Tag meiner neuen, spannenden Zukunft! Bei allen Ängsten und Unsicherheiten, die eine Kündigung mit sich bringen kann – versuchen Sie den Tag, an dem Ihr Dienstverhältnis endet, positiv zu sehen: Es ist nicht der Tag, an dem das Fundament Ihrer (Job)Welt völlig wegbricht, sondern der erste Tag Ihrer neuen, spannenden Zukunft!

Bildnachweis: Sokolovsky / Quelle Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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