Hunde im Büro: Fünf Tipps für ein gutes Miteinander

von in Arbeitsleben am Dienstag, 24. April 2012 um 10:44

Hunde im Büro sind wie Lakritze. Die einen lieben sie und verzeihen ihnen alles, die anderen … sagen wir, mögen sie weniger. Hunde im Büro sind eben irgendwie auch nur Kollegen und können, ebenso wie diese, manchmal nerven. Beachten Hund und (vor allem) Herrl jedoch ein paar einfache Tipps, bevor es gemeinsam zur Arbeit geht, kann es ein gutes Miteinander zwischen Zwei- und Vierbeinern im Büro geben. Und wenn der Stress über den Hund wegfällt, nimmt dieser – so das Ergebnis einer Studie – sogar Stress.

Die Charakterfrage: Bürohund oder nicht?

Denn wer seinen Hund mit ins Büro nimmt, so ein Forscherteam der Business School der Virginia Commonwealth University, reduziert deutlich sein Stresslevel am Arbeitsplatz. Doch was, wenn die Anwesenheit des Hundes alles andere als spannungsfrei abläuft? Hundeexpertin Brita Ortbauer, Gründerin der Hundeschule Together, hält es grundsätzlich für eine gute Idee, einen Hund – damit er nicht alleine zu Hause bleiben muss – mit ins Büro zu nehmen. Es ist jedoch, so Ortbauer, nicht jeder Hund als Bürohund geeignet. Dabei ist es mehr eine Frage des Charakters als der Rasse, ob das Gemeinsam am Arbeitsplatz funktioniert. „Ein beliebter Hund wie der Golden Retriver kann sehr cool und gelassen aber auch hektisch und hyperaktiv sein. Die Rasse allein sagt eben nichts aus“, so die Hundetrainerin.

Hundeexpertin Brita Ortbauer

Hundeexpertin Brita Ortbauer

Aller Anfang ist hart

Will man seinen Hund – natürlich muss der Arbeitgeber zustimmen – also mit ins Büro nehmen, heißt es schrittweise üben und geduldig sein. Besonders dann, wenn es sich um einen Welpen handelt, ist viel Geduld gefragt. Denn manche Tiere brauchen länger um stubenrein zu werden. „Man sollte den Hund anfangs kurz mitnehmen, damit die Kollegen ihn kennenlernen können und der Hund die Menschen sowie die Räume kennenlernen kann.“ Ein Hund im Büro kann eine Bereicherung und von allen als netter Kollege auf vier Pfoten empfunden werden. Es ist jedoch auch wichtig, dass das Tier sich wohlfühlt. „Ein Hund braucht einen Rückzugsort und muss auch entspannt schlafen können. Ist das nicht der Fall, sollte man ihn lieber zu Hause lassen“, erklärt die Expertin.

Fünf Tipps für ein gutes Miteinander

Damit der Vierbeiner zum besten Freund des Büros (und der Kollegen) wird, sollten einige Punkte beachtet werden. In fünf Tipps haben wir zusammengefasst, was die Vierbeiner laut Ortbauer können müssen.

  • Bello sollte gelernt haben, nicht jeden durch Hochspringen zu begrüßen.
  • Er muss auf seinem Platz bleiben können, auch wenn Herrchen oder Frauchen den Raum kurz verlässt.
  • Besonders wachsame oder beschützerische Hunde sollten lernen, dass das Büro nicht ihr Revier ist, das sie vor Fremden verteidigen müssen.
  • Eine generelle Menschenfreundlichkeit ist wichtig. Das Tier sollte schon früh an andere Menschen gewohnt werden.
  • Der Hund sollte absolut stubenrein sein.
Hündin Calimba löst eine Denkaufgabe

Hündin Calimba löst eine Denkaufgabe

Ist dem Hund langweilig, macht er Dummheiten

Auch der Zweibeiner kann vieles richtig machen, damit der Vierbeiner sich wohlfühlt und keine Dummheiten anstellt. „Man muss sich zwischendurch mit dem Hund beschäftigen, in den Pausen rausgehen und dem Tier die Chance geben, überschüssige Energien abzubauen. Ganz wichtig ist aber auch die geistige Beschäftigung des Tieres durch Denksportaufgaben“, erklärt Ortbauer. Im Fachhandel gibt es neben Kauknochen bereits ein großes Angebot an Spielen für Hunde (Bild). Und Beschäftigung ist wichtig, denn ähnlich wie Kinder machen auch Hunde, denen langweilig ist, gerne mal Dummheiten. Und es ist die Aufgabe der Besitzer dafür zu sorgen, dass angekaute Kabel und ähnlicher Schabernack vermieden werden.

Optimal wäre ein halber Tag im Büro

Funktioniert das Miteinander, wäre ein halber Tag im Büro ideal für einen Hund. „Länger sollte es in der Regel nicht sein“, so Ortbauer. Aber auch das ist von Hund zu Hund und von Büro zu Büro verschieden. „Viele meiner Klienten haben ihr Tier mit im Büro und es funktioniert wunderbar. Die Hunde sind oft extrem beliebt bei den Kollegen und holen sich gerne ihre Streichelheiten ab.“ Gibt es doch einmal Probleme, können diese nicht selten durch ein paar kleine Änderungen behoben werden. „In einem Fall etwa war der Hund sehr unruhig. Die Besitzerin hat dann die Schreibtischbeine mit einer Decke umwickelt und so eine Art Höhle geschaffen – und das hat geklappt.“

Kleiner Tipp am Rande (der Geruchswahrnehmung)

Sind also alle (möglichen) Stressfaktoren für Mensch und Tier beseitigt, steht dem Genuss der Stressreduktion durch den besten Freund des Menschen nichts mehr im Wege. Obwohl, eine Sache gäbe es noch zu erwähnen. Das Sprichwort „Du riechst wie ein nasser Hund“ kommt nicht von irgendwo. Und auch wenn sich alle an den Vierbeiner gewöhnt haben, riechen sollte man ihn zwar können, aber nicht müssen.

Fotonachweis: Colourbox, Privat

 

 

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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