22. August 2018 · Arbeitsleben · von

Nur nicht ärgern oder langweilen! Mit Ungeduld richtig umgehen

Warten ist öde – meistens jedenfalls. Während die einen gutmütig auch lange Phasen des Nichtstuns ertragen können, platzt anderen schon nach einigen Minuten Wartezeit der Kragen. Langeweile, Ärger oder ein Gefühl der Machtlosigkeit – welche negativen Emotionen schwingen mit, wenn du ungeduldig wirst? Wie lange kannst du „Nichtstun“ ertragen und wie reagierst du, wenn du nicht mehr Herr über deine Zeit bist? So kannst du aus deiner Ungeduld das Beste machen:

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„Zweite Kassa bitte!“

Ungeduld hat viele Gesichter. Es ist eine Sache, voller Vorfreude ungeduldig auf ein großes Ereignis zu warten und eine andere, in der Schlange an der Kasse warten zu müssen – natürlich an einem Tag, an dem man sowieso schon spät dran ist. Während die einen geduldig durchs Leben gehen und von Verzögerungen kaum aus der Fassung zu kriegen sind, reißt anderen bereits an der Supermarktkasse die sprichwörtliche Hutschnur.

Auch Geduld kommt in vielen Formen: Ausdauer, Gelassenheit oder Standhaftigkeit sind einige jener Tugenden, die geduldige Menschen mitbringen. Sie schaffen es auf diese Weise, auch über einen langen Zeitraum auf ein Ziel hinzuarbeiten, Belohnungen abzuwarten, unangenehme Situationen zu ertragen und bewahren auch im Chaos einen kühlen Kopf. Das sind doch einige gute Gründe für mehr Geduld im eigenen Leben!

Du möchtest geduldiger werden? Hier kommen Tipps für dich

  • Nimm deine Ungeduld bewusst wahr
    Finde heraus, in welchen Situationen du Ungeduld verspürst: Lässt dich eine andere Person warten? Hast du den Bus verpasst und es ärgert dich, 15 Minuten auf den nächsten zu warten – obwohl du es vielleicht gar nicht eilig hast? Suchst du einen neuen Job und hast das Gefühl, es tut sich nichts, es geht einfach nichts weiter? Es macht einen großen Unterschied, ob du Ungeduld in Situationen verspürst, die du ändern kannst oder ob du einer Situation „ausgeliefert“ bist. Lässt dich jemand ständig warten, dann kannst du dagegen etwas unternehmen und die Person z.B. darauf hinweisen. Wenn du den Bus verpasst ist das zwar ärgerlich, der nächste Bus wird aufgrund deiner Ungeduld aber nicht schneller bei dir ankommen.
    Wenn du deine Stationen der Ungeduld identifiziert hast, kannst du im nächsten Schritt deinen Gefühlen auf den Grund gehen. Ungeduld ist das eine, jetzt kommen aber auch noch andere Emotionen ins Spiel: Ärger (weil dich jemand warten lässt), Hilflosigkeit (der Bus ist weg, jetzt musst du 15 Minuten lang warten), das Gefühl von Kontrollverlust (die Bewerbungen hast du abgeschickt, jetzt heißt es warten auf die Antworten) etc.
  • Wartezeit ist ein Geschenk
    Die meisten Menschen sind genervt, wenn sie warten müssen. Warten im Stau, warten beim Arzt oder warten in der Schlange am Amt. In den meisten Situationen kannst du dagegen nichts ausrichten – sieh Wartezeiten deshalb als kleine Pause: Endlich kurze Zeit nichts tun müssen! Ist eine Wartezeit vor einem Termin bereits absehbar, nimm dir Lesestoff mit oder nutze zwischendurch die Gelegenheit, um spontan die Gedanken schweifen zu lassen und deine Umgebung aktiv wahrzunehmen.
  • Setz dir Zwischenziele
    Wenn du ungeduldig wirst, weil du laufend Ergebnisse sehen möchtest, musst du dir Zwischenziele setzen. Dein Fokus liegt dann nicht nur am Endziel (Wann klappt es endlich mit einem neuen Job?), das Erreichen von Etappenzielen zügelt auch deine Ungeduld (Drei Bewerbungen abgeschickt. Ein Event besucht. Zwei neue Kontakte geknüpft usw.)
  • Ablenkung suchen
    Wenn dich deine Ungeduld unter Druck setzt, versuche es mit Ablenkung. Klar, du könntest in der Warteschlange jetzt zusehen, wie die alte Dame vor dir einzelne Münzen aus der Geldtasche sucht, die Kassenkraft die Papierrolle wechselt, ein anderer Kunde betont langsam seine Einkäufe einräumt etc. – das macht deine Situation aber nicht besser. Kehre zurück zum Punkt „Wartezeit ist ein Geschenk“, denke an den nächsten Urlaub, höre Musik oder denke an etwas, das dich in eine positive Stimmung versetzt.

Ist Ungeduld immer schlecht?

In manchen Fällen kann Ungeduld auch sehr nützlich sein. Sie kann dir helfen, unangenehme Situationen schnellstmöglich zu verlassen oder dir den notwendigen Elan geben, um ein Projekt zu starten oder endlich abzuschließen. Hinterfrage dich selbst kritisch: Ist deine Ungeduld Ansporn und Antrieb oder Quell negativer Gefühle?

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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