Top oder Flop: Wie gut war dein Vorstellungsgespräch?

von in Bewerbung am Dienstag, 2. Februar 2016 um 11:29

Und, wie war ich? Nach dem Jobinterview fällt zuerst die Anspannung ab, dann stellt man sich die Frage aller Fragen: Wie ist es gelaufen? Was sagt der Kopf, was sagt das Bauchgefühl? Wir lesen heute mit euch Kaffeesatz und ergründen die kleinen und großen Anzeichen dafür, wie ein Vorstellungsgespräch gelaufen sein kann.

Etwas schafft nach einem Vorstellungsgespräch so gut wie niemand: Abwarten und sich keine Gedanken darüber machen, wie der Termin gelaufen ist. Wer stärker mit seinem Bauchgefühl vertraut ist, tut sich wahrscheinlich leichter, das Gespräch zu bewerten. Bei anderen dreht sich das Gedankenkarussel etwas schneller. Eine Analyse gängiger Situationen:

Die Dauer des Gesprächs

Wie lange ein Vorstellungsgespräch dauert, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. In welchem Ausmaß mit Bewerbern gesprochen wird, hängt natürlich auch davon ab, welcher Job zu besetzen ist. Als Richtwert gilt: Dauert ein Gespräch kürzer als 20 bis 30 Minuten, ist das eher ein schlechtes Zeichen. „Grillt“ euch ein Personalist eine gute Stunde oder noch länger, stehen die Chancen gut. Niemand nimmt sich so viel Zeit für ein Gespräch, wenn der Kandidat überhaupt nicht passen würde.

Keine Chance für Fragen?

Euer Gesprächspartner stellt eine Frage nach der anderen, danach folgt plötzlich der wohlbekannte Satz: „Wir sehen uns im Lauf der Woche noch andere Kandidaten an. Wir melden uns.“ Das war’s? Ihr werdet nicht gefragt, ob ihr noch Fragen habt? Euer Gesprächspartner hat entweder gar kein Interesse an euren Fragen oder möchte testen ob ihr euch traut, einzuhaken. Wenn das Gespräch bis dahin gut gelaufen ist, könnte es ein Test sein, ansonsten habt ihr eher schlechte Karten.

Der gute Ton

Euer Gegenüber hört euch aufmerksam zu, macht sich Notizen, lässt euch ausreden und hakt ab und zu nach? Gut. Weniger gut ist, wenn der Gesprächspartner lieber sein Handy checkt, Unterlagen anstarrt, ständig den Blick schweifen lässt oder auf andere Art und Weise Desinteresse bekundet. Aber mal ehrlich – für einen Arbeitgeber, der im Jobinterview nicht die grundlegenden Regeln der Höflichkeit einhält, möchtet ihr wahrscheinlich lieber nicht arbeiten, oder?

Fragen über Fragen

Analysiert nach dem Gespräch, welche Fragen euch gestellt wurden. Waren sie unangenehm, skurril, vielleicht sogar verboten – Stichwort Schwangerschaft? In Ordnung, aber irgendwie ungewöhnlich? Letzteres ist kein schlechtes Zeichen. Vielleicht musstet ihr beantworten, was euer früherer Chef oder die Kollegen über eure Arbeitsweise sagen würden oder welche Fehler ihr in eurer Karriere gemacht habt. Die Ehrlichkeit, die ihr an den Tag legen musstet, war vielleicht unangenehm. Legt euer Gesprächspartner aber darauf Wert, eure Persönlichkeit näher kennenzulernen, sind solche Fragen naheligend. Wie man die verschiedenen Fragen der Personalverantwortlichen deuten kann, hat Karriereexpertin Svenja Hofert hier beschrieben.

Weitere gute Zeichen

Wann könnten Sie anfangen? Haben Sie aktuell noch Bewerbungen bei anderen Unternehmen offen oder Angebote vorliegen? Wurden euch diese Fragen vom Personalisten gestellt, dann wart ihr nicht so falsch unterwegs. Würdet ihr grundsätzlich für den Job nicht in Frage kommen, würde sich der Gesprächspartner diese Fragen eher sparen. Das Angebot, euch durch das Unternehmen zu führen und die – vielleicht zukünftigen – Teamkollegen kennenzulernen, ist ebenfalls ein positives Anzeichen dafür, dass ihr gut im Rennen liegt.

Was sagt der Bauch?

Hört auf euer Bauchgefühl. Ob die Chemie zwischen euch und dem potenziellen Arbeitgeber gepasst hat, ihr euch sympathisch wart und das Gespräch auf Augenhöhe geführt wurde, hat man letztendlich ja doch „im G’spür“. Wenn ihr den Eindruck habt, dass das Gespräch positiv verlaufen ist, könnt ihr nach dem Jobinterview auch noch mit einem Dankschreiben punkten. Sollte sich herausgestellt haben, dass ihr an einem Arbeitgeber und seinem Job kein Interesse mehr habt, könnt ihr auch absagen.

Es liegt nicht an dir

Zu guter Letzt: Ob es mit der Jobzusage etwas wird, hängt nicht von euch alleine ab. Wenn es nicht geklappt hat, muss das nicht bedeuten, dass alles schief gelaufen ist. Andere Kandidaten waren euch vielleicht eine Nasenlänge voraus oder es fehlte doch an einer ausschlaggebenden Fähigkeit. Ärgerlich, aber kommt trotzdem manchmal vor: Der potenzielle Arbeitgeber hatte von vornherein jemand anderes im Blick, musste aber ausschreiben. Nicht verzagen und immer daran denken: Auch andere Unternehmen haben schöne Jobs. Viel Erfolg!

Bildnachweis: Dima Sidelnikov / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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