Narzissten in der Chefetage: Besser als ihr Ruf?

von in Arbeitsleben, HR am Donnerstag, 10. November 2016 um 11:20

Als „Dunkle Triade“ werden drei Charaktermerkmale zusammengefasst, die man bei seinen Mitmenschen eher ungern sieht: Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus. Eine dieser Eigenschaften soll aber positive Auswirkungen haben, wenn sie bei Führungskräften vorgefunden wird.

Wie bei allen Mitmenschen gilt es auch für Chefs: Mit manchen Persönlichkeitsmerkmalen kann man gut, mit anderen weniger. Welchen Einfluss impulsives, egoistisches und manipulatives Verhalten der Führungsriege auf die Mitarbeiter hat, zeigt eine neue Studie der Universität Bamberg. Die Persönlichkeitsmerkmale von Chefs haben sich Prof. Dr. Judith Volmer und Iris Koch genauer angesehen. Sie wollten wissen, welche Eigenschaften sich günstig oder ungünstig auf die Karriere der zu führenden Arbeitnehmer auswirken.

Mein Chef, der Narzisst

„In der Psychologie werden die unerwünschten und unbeliebten Charaktermerkmale Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus in dem Persönlichkeitskonstrukt der sogenannten Dunklen Triade zusammengefasst“, erklärt Koch. Narzissten zeichnet ein großes Bedürfnis nach Anerkennung aus. Psychopathen neigen dazu, besonders impulsiv zu handeln. Machiavellistische Personen verhalten sich manipulativ und kalkulativ im Umgang mit anderen.

811 Arbeitnehmer wurden für die Studie befragt. Zuerst mussten die Teilnehmer die Persönlichkeit ihrer direkten Vorgesetzten einschätzen. Nach rund drei Monaten wurden sie gebeten, ihren eigenen Karriereerfolg und die Zufriedenheit im Arbeitsumfeld zu bewerten. Anschließend werteten die beiden Arbeitspsychologinnen aus, wie Charaktereigenschaften des Chefs mit Wohlbefinden und Erfolg im Beruf zusammenhängen.

Das überraschende Ergebnis: Nicht alle Charaktereigenschaften der dunklen Triade wirken sich negativ auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz oder den eigenen beruflichen Erfolg aus. Ein narzisstischer Chef hat sogar positiven Einfluss auf die Höhe des Gehalts und die Karriereperspektiven. Überraschend ist auch, dass eine narzisstische Persönlichkeit als Vorgesetzter das Wohlbefinden der Arbeitnehmer nicht schmälert.

Anders verhält es sich bei den übrigen beiden Persönlichkeitsmerkmalen Psychopathie und Machiavellismus. Führungskräfte mit diesen Eigenschaften sind dafür verantwortlich, dass Mitarbeiter seltener zufrieden sind und ihre eigenen Karriereaussichten geringer einschätzen.

Bildnachweis: romantitov/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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