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Arbeitsrecht

Alle Infos zur Wiedereingliederungsteilzeit auf einen Blick

Hrr tipps Arbeitsrecht Wiedereingliederungsteilzeit

Die Mög­lich­keit, nach einer län­ge­ren Erkran­kung (min­des­tens 6 Wochen) mit dem Arbeit­ge­ber eine soge­nann­te Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit zu ver­ein­ba­ren, besteht seit 1.7.2017 nur für Arbeit­neh­mer mit pri­vat­recht­li­chen Arbeits­ver­hält­nis­sen ab einer Dau­er des Arbeits­ver­hält­nis­ses von 3 Mona­ten. Für die Bediens­te­ten des öffent­li­chen Diens­tes fehlt dzt noch eine Regelung.

Um eine Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit, die durch Kran­ken­geld unter­stützt wird, machen zu kön­nen, muss die­se dzt am ers­ten Tag nach dem Ende des Kran­ken­stan­des begon­nen wer­den. Wenn nun jemand sei­ne Arbeit wie­der antritt und dann merkt, dass er noch nicht so leis­tungs­fä­hig ist, kann er kaum mehr die Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit in Anspruch neh­men. Im aktu­el­len Regie­rungs­über­ein­kom­men ist aber vor­ge­se­hen, die­sen sinn­wid­ri­gen Sofort­an­tritt nach dem Ende des Kran­ken­stan­des zu besei­ti­gen.

Vor Beginn der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit ist eine Bera­tung durch fit2work oder einen Arbeits­me­di­zi­ner erfor­der­lich, um einen Wie­der­ein­glie­de­rungs­plan zu erstel­len. In die­sem Plan soll zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer die schritt­wei­se Rück­kehr in die bis­he­ri­ge Arbeits­si­tua­ti­on her­bei­ge­führt werden.

Die Ver­ein­ba­rung über die Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer hat schrift­lich zu erfol­gen und bedarf der Bewil­li­gung des Kran­ken­ver­si­che­rungs­trä­gers. Die Ver­ein­ba­rung hat Beginn und Dau­er (maxi­mal 6 Mona­te) der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit sowie das Stun­den­aus­maß und die Lage der Arbeits­stun­den zu ent­hal­ten. Der Inhalt der Tätig­keit darf nicht ver­än­dert wer­den. Nach dem Beginn der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit darf die Ver­ein­ba­rung maxi­mal zwei­mal geän­dert werden.

Die Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit kann zwi­schen 1 und 6 Mona­ten dau­ern. Sie kann ein­mal bis zu 3 Mona­te ver­län­gert werden.

Die Reduk­ti­on des Beschäf­ti­gungs­aus­ma­ßes muss min­des­tens ¼ und darf maxi­mal ½ aus­ma­chen. Unab­hän­gig davon muss das Beschäf­ti­gungs­aus­maß min­des­tens 12 Stun­den betragen.

Wäh­rend der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit erhält der Arbeit­neh­mer das Teil­zei­t­ent­gelt für die tat­säch­lich geleis­te­ten Stun­den vom Arbeit­ge­ber. Für die ent­fal­le­nen Stun­den erhält der Arbeit­neh­mer das erhöh­te Kran­ken­geld. Redu­ziert etwa ein Arbeit­neh­mer auf 50%, so erhält er 50% des Ent­gelts vom Arbeit­ge­ber. Für die rest­li­chen 50% erhält er das erhöh­te Kran­ken­geld von 60%, also die Hälf­te 30%. Somit erhält der Arbeit­neh­mer wäh­rend der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit für 50% Arbeits­leis­tung 80% Entgelt.

Urlaubs­ent­gelt und Son­der­zah­lun­gen (Urlaubs- und Weih­nachts­geld) gebüh­ren im Aus­maß des Teil­zei­t­ent­gelts und des Kran­ken­gel­des, im vor­he­ri­gen Bsp im Aus­maß von 80%.

Wenn der Arbeit­neh­mer bemerkt, dass er mit der Arbeits­si­tua­ti­on sehr gut zurecht­kommt, kann er auch frü­her die Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit been­den. Er kann dann frü­hes­tens drei Wochen nach der schrift­li­chen Bekannt­ga­be des Been­di­gungs­wun­sches wie­der im ursprüng­li­chen Beschäf­ti­gungs­aus­maß arbeiten.

Für die Aus­übung der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit besteht ein Motiv­kün­di­gungs­schutz. Wird also der Arbeit­neh­mer des­we­gen gekün­digt, so kann er die Kün­di­gung bin­nen 2 Wochen beim Arbeits- und Sozi­al­ge­richt anfechten.

Wäh­rend der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit besteht natür­lich ein Anspruch auf Kran­ken- und Pen­si­ons­ver­si­che­rung. Als Bei­trags­grund­la­ge für die Pen­si­ons­ver­si­che­rung wird das Drei­ßig­fa­che der Bemes­sungs­grund­la­ge für das Kran­ken­geld abzüg­lich des auf Grund der Wie­der­ein­glie­de­rungs­teil­zeit her­ab­ge­setz­ten Ent­gelts herangezogen.

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