Aktualisiert am 28. August 2019 · Arbeitsleben · von

Nur Frust in der Arbeit: durchhalten oder hinschmeißen?

Lesezeit: 2 Minuten

Frust in der Arbeit betrifft jeden mal: Ein Projekt klappt nicht wie gewünscht, die erhoffte Gehaltserhöhung bleibt aus oder die eigene Leistung wird nicht gewürdigt. Wie man mit der Frustration umgeht, ohne gleich alles hinzuschmeißen, erklärt Arbeitspsychologin Christa Schirl.


Es ist ja alles sinnlos. Egal, was ich mache, es bringt nix. Da kann ichs genauso gut bleiben lassen … Frust ist kein schönes Gefühl und der innere Monolog über die Sinnlosigkeit des eigenen Tuns zieht einen noch mehr runter als die nach abwärts gerichteten Mundwinkel. Umso schlimmer ist es, wenn man seine Arbeit eigentlich gern macht und gut darin ist. Durchhalten! ist in diesem Fall die Devise, denn der Frust muss kein Dauerzustand sein.

Hinter jedem Frust steckt ein Bedürfnis

Um wieder Spaß am Job zu empfinden, muss erst mal der Frust weg. Und den kann man nur vertreiben, wenn man versteht, woher er kommt. Christa Schirl erklärt: „Hinter jedem Frust steckt ein Bedürfnis. Wenn ich frustriert bin, dass mein Kollege befördert wurde und ich nicht, wurde mein Bedürfnis nach Anerkennung nicht gestillt.“ Der erste Schritt zum frustfreien Arbeitsalltag ist also die Frage: Was fehlt mir, um gern zu arbeiten? Das kann Anerkennung beziehungsweise Wertschätzung sein, Entscheidungsfreiheit, Vertrauen oder mehr Zusammenhalt im Team beziehungsweise soziale Interaktion.

Christa Schirl

Christa Schirl

Was ist mein Anteil am Frust?

Hast du erkannt, welches Bedürfnis deinen Frust auslöst, musst du dich fragen, was dein Anteil daran ist, so Schirl: „Bin ich jemand, der selten nach Anerkennung verlangt, melde ich mich selten für Aufgaben oder gehe ich immer pünktlich heim? Das kann beispielsweise dazu führen, dass andere meine Leistung nicht richtig wahrnehmen.“ Vielleicht lässt du dich aber auch zu oft zu Mehrarbeit überreden und bist frustriert, weil du zu selten Nein sagst. Wenn du also Anteil am Frust hast, solltest du dir überlegen, was du daran ändern kannst. Liegt die Frustration anderswo begründet, zum Beispiel weil dich deine aktuelle Tätigkeit nicht mehr richtig fordert oder du dich nach starkem Mitarbeiterwechsel im Team nicht mehr wohlfühlst, wird es Zeit für ein Gespräch mit jemandem aus der Personalabteilung oder einem Vorgesetzten.

Kopf hoch! Erfolge brauchen Ausdauer

Befindest du dich in einer der beschriebenen Situationen, solltest du keinesfalls gleich alles hinschmeißen, denn oft muss man etwas durchbeißen, um ans Ziel zu gelangen, unterstreicht Arbeitspsychologin Christa Schirl: „Ausdauer und Durchhaltevermögen kennzeichnen erfolgreiche Menschen. Wobei erfolgreiche Menschen auch wissen, wann es Zeit ist, aufzugeben.“ Wenn du deinen Job aber gern machst und nur etwas die Lust daran verloren hast, dann halte dir vor Augen, warum du ihn angenommen hast. Frage dich: Was schätze ich an meinem aktuellen Job? Was ist das Tolle daran? Sollte das nicht ausreichen, um dich wieder positiv zu stimmen, dann erst solltest du dir überlegen, was für einen Jobwechsel spricht und ob dein Frust dadurch verschwindet.

Mehr Tipps zum Durchhalten im Job bekommst du hier:

 

Bildnachweis: shutterstock/BMPhotolab

Redaktion

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