Lichthungrig in die Mittagspause: Holt euch eure Dosis Vitamin D!

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 7. März 2013 um 11:53

Der Frühling naht in großen Schritten und nach einem der trübsten Winter der letzten 130 Jahre (Quelle: ZAMG) wundert es nicht, dass der Hunger nach Licht und Sonne groß und die Bürokantinen mittags oft leer sind. Raus ins Licht, raus in die Sonne und raus in den Frühling, lautet vielerorts die Devise. Und das ist auch gut so. Aus mehreren Gründen. Einer davon, und zwar ein besonders wichtiger, heißt Vitamin D. Im Winter haben viele Österreicher einen eklatanten Vitamin-D-Mangel, den es dringend aufzufüllen gilt. Das seit einigen Jahren neu aufgeflammte Interesse an dem lange vernachlässigten Hormon ist mehr als berechtigt, erklärt Allgemeinmedizinerin Ilse Rathke-Valencak.

„Man muss sich davon verabschieden, dass es das EINE Symptom gibt“

Dr. Ilse Rathke-Valencak

Das Interesse an Vitamin D, dass ja eigentlich ein Hormon ist, ist in den vergangenen vier, fünf Jahren stark gestiegen – und das ist gut so. „Vitamin D dient nicht nur dem Knochenstoffwechsel, sondern hat Einfluss auf sehr viele Körperfunktionen“, erklärt Rathke-Valencak. In den vergangenen Jahren sind viele Studien zu den unterschiedlichsten Auswirkungen eines Vitamin-D-Mangels erstellt worden. Das Hormon, welches der Körper durch Sonnenlicht selbst bilden kann, ist ein Multitalent: „Es gibt durch Studien Hinweise darauf, dass Vitamin D ein sehr wichtiges Hormon für das Immunsystem ist und etwa Einfluss hat auf Testosteronspiegel, Gewicht, Fruchtbarkeit, Stoffwechsel, Krebswahrscheinlichkeit und vieles mehr“, so die Medizinerin. „Man muss sich davon verabschieden, dass es das EINE Symptom gibt.“

In den Wintermonaten wird kein Vitamin D produziert

Man geht davon aus, dass in den Wintermonaten zwischen 60 und 80 Prozent der Bevölkerung einen Mangel an dem Hormon aufweisen. Der Grund ist, dass durch die zu flach stehende Sonne die UV-B-Strahlung nicht ausreicht, um genügend Vitamin D in der Haut zu produzieren. Bei Mangel hilft nur mehr die zusätzliche Einnahme von Vitamin D3 – etwa in Tropfenform. Eine allgemeine Empfehlung, wie viel Tropfen man einnehmen sollte, gibt es aber nicht. „Die Schwierigkeit bei Vitamin D-Mangel ist, dass man die Stärke meist nicht von den Symptomen her ableiten kann“, rät Rathke-Valencak in jedem Fall zu einer Abklärung des Vitamin-D-Spiegels im Blut. Für einen Erwachsenen gelten derzeit 30 Nanogramm im Blut als ausreichend.

Empfehlung für die Mittagspause: 15 Minuten Sonne tanken

Mit dem Ende der Wintermonate beginnt jetzt wieder die körpereigene Vitamin-D-Produktion, dafür heißt es aber: Ab in die Sonne! Dies sollte jedoch unbedingt in der Mittagspause passieren, „eine Viertelstunde reicht schon aus.“ Bedenken sollte man dabei jedoch auch das Thema Sonnenschutz. Denn je nach Lichtschutzfaktor werden durch das Eincremen die für die Vitamin-D-Erzeugung nötigen UV-B-Strahlen abgehalten. „Wer eine empfindliche Haut hat oder melanomgefährdet ist und deshalb nicht in die Sonne kann, sollte auf Tropfen zurückgreifen.“

 

Bildnachweis: Jochen Schoenfeld / Quelle Shutterstock, La Medica

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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