18. Mai 2018 · Arbeitsleben · von

Mensch ärgere dich! Wie dich negative Emotionen glücklich machen

Denk positiv! Sei optimistisch! Jetzt nur nicht ärgern! Geht es um die Suche nach Glück und Glücksgefühlen, ist eine positive Grundhaltung angebracht. Nachdem es im Leben aber nicht ohne negative Emotionen geht, ist die Frage nach dem Umgang damit berechtigt. Forscher haben herausgefunden, dass negative Emotionen zum eigenen Wohlbefinden sogar beitragen können.

Viele positive Emotionen resultieren in allgemeinem Glücksgefühl – soweit ein Weg, um happy zu sein bzw. zu werden. Es gibt aber auch noch eine andere Sichtweise, die aktuellen Forschungen dazu hat die Plattform Forschung erleben kürzlich zusammengefasst. Glück kann auch entstehen, wenn gewünschte negative Emotionen ausgelebt werden können. Fühlt sich jemand ungerecht behandelt, möchte er darauf vielleicht mit Wut reagieren. Die Emotion ist in diesem Fall zwar negativ, jedoch erwünscht. Diese Sichtweise wurde bereits von Aristoteles vertreten – was ist dran?

Auf die Suche nach dieser ungewöhnlichen Quelle des Glücks hat sich ein Forschungsteam gemacht. Geklärt werden sollte, ob nur das Erleben positiver Emotionen zum Glück beiträgt, oder bereits die Übereinstimmung zwischen wünschenswerten und erlebten Emotionen – ganz unabhängig davon, ob es sich um positive oder negative Emotionen handelt.

Dafür wurde im Rahmen einer Studie in acht Ländern erhoben, welche Emotionen die Studienteilnehmer in ihrem Alltag gerne erleben möchten und welche sie tatsächlich erleben. Dazu wurden außerdem Fragen zur Lebenszufriedenheit und zur Erfassung depressiver Merkmale gestellt. Wie erwartet zeigte sich, dass die Lebenszufriedenheit höher ist, je mehr positive Emotionen man erlebt – und umgekehrt. Die Abweichung zwischen erlebten und erwünschten Emotionen zeigt jedoch, dass es nicht nur wichtig ist, um welche Emotionen es sich handelt: Zehn Prozent der Befragten berichten, dass sie gerne mehr negative Emotionen empfinden möchten, als es aktuell der Fall ist. Wer eine geringe Abweichung zwischen Wunsch und Realität seiner Gefühle aufweist, berichtet außerdem von höherem Wohlbefinden.

Zwei Faktoren sind für unser Glück demnach ausschlaggebend: Einerseits das Empfinden von mehr positiven als negativen Emotionen, andererseits aber auch, wieviele negative Gefühle wir uns erlauben, wenn wir sie als angebracht empfinden. Wer das empfinden kann, was er gerne empfinden möchte, steigert Glück und Zufriedenheit. Fazit: Negative Emotionen nicht immer hinunterschlucken oder unterdrücken, sondern auch mal ausleben.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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