Immer häufiger sollen Gegenangebote eine Kündigung verhindern

von in Gehalt, HR am Freitag, 3. Januar 2014 um 10:04

Wie hindert man jemanden am Gehen? Richtig, mit einem Gegenangebot. Immer mehr Arbeitgeber greifen bei Kündigungen von Mitarbeitern darauf zurück. Was genau sie den Wechselwilligen anbieten und wie gut dies funktioniert, zeigt eine aktuelle Studie von OfficeTeam.

Weitere Artikel zum Thema

76 Prozent bitten zu bleiben

Please Stay! Fast acht von zehn Personalverantwortlichen (76 Prozent) reagieren auf eine Arbeitnehmerkündigung mit einem Gegenangebot. Bedenkt man die steigende Fluktuation sowie den immer härter werdenden Kampf um die besten Köpfe, so wird schnell klar, weshalb immer häufiger zu dieser Maßnahme gegriffen wird. Was aber genau bieten die Personalverantwortlichen an?

Die Angebote: Geld, Flexibilität und Verantwortung

  • Mehr GehaltMehr Geld: In den meisten Fällen (56 Prozent) wird versucht, die Mitarbeiter mit mehr Gehalt im Unternehmen zu halten.
  • Flexibilität: 46 Prozent der HR-Verantwortlichen bieten den Wechselwilligen höhere Flexibilität, etwa in Form von Gleitzeiten oder Home-Office-Angeboten.
  • Verantwortung: 36 Prozent versuchen, Mitarbeiter mit mehr Verantwortung zu locken.
  • Boni: Höhere Bonuszahlungen werden von 28 Prozent der Personaler angeboten.

Bringen die Gegenangebote Erfolg?

Geld, Flexibilität und Verantwortung – dies sind die drei großen Trümpfe der Arbeitgeber. Decken sich diese jedoch auch mit den häufigsten Kündigungsgründen? Diese sind: Eine unausgeglichene Work-Life-Balance (45 Prozent), eine hohe Arbeitsbelastung und Stress (38 Prozent) sowie mangelnde Anerkennung. Geld kommt hier gar nicht vor. Und so ist es wohl auch zu erklären, dass die Gegenangebote nicht wirklich oft den gewünschten Erfolg bringen. Denn mehr als die Hälfte der 200 befragten HR-Manager gibt an, dass nicht einmal jeder vierte Mitarbeiter ein Gegenangebot akzeptiert. Die Entscheidung für den Jobwechsel scheint in den meisten Fällen also auch bei Verbesserungsangeboten unumstößlich.

Agieren ist besser als Reagieren

Sven Hennige

Sven Hennige

„Gegenangebote sind ein durchaus probates Mittel, um Mitarbeiter zu halten. Sie erfüllen diesen Zweck allerdings nur dann, wenn sie individuell auf die Bedürfnisse und Anforderungen des jeweiligen Mitarbeiters eingehen und adäquate Anreize bieten. Viel sinnvoller beim Thema Mitarbeiterbindung ist es aus unserer Sicht, dass bereits frühzeitig entsprechende Maßnahmen eingeführt werden. Arbeitgeber sollten dafür in regelmäßigen Abständen die Zufriedenheit und Loyalität ihrer Mitarbeiter abfragen und dementsprechend Angebote bereitstellen. Grundsätzlich gilt aber auch, dass ein gesundes Maß an Fluktuation für jedes Unternehmen wichtig ist. Denn neue Mitarbeiter bringen auch neue Impulse und Know-How mit“, interpretiert Sven Hennige von Robert Half die Studie.

Bildnachweis: Ai825 / Quelle Shutterstock, nito / Quelle Shutterstock, Robert Half

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren