Aktualisiert am 27. August 2019 · Bewerbung · von

Bewerbungsgespräch: Diese Fragen solltest du unbedingt stellen

Lesezeit: 3 Minuten

Bewerbungsgespräche sind nicht nur dazu gedacht, dich wie einen Schweizer Käse zu löchern. Auch du solltest die Gelegenheit nutzen, um dem Personalverantwortlichen auf den Zahn zu fühlen. Wir verraten dir, warum es so wichtig ist, im Bewerbungsgespräch eigene Fragen zu stellen. Außerdem erfährst du, mit welchen Fragen du punkten kannst und welche du besser nicht stellen solltest.

Mit „Haben Sie noch Fragen an uns?“ schließen die meisten Bewerbungsgespräche. Um eine gute Figur zu machen und das Gespräch abzurunden, solltest du dir bereits im Vorhinein ein paar sinnvolle (!) Fragen überlegt haben. Die sind vonseiten der meisten der Personalverantwortlichen auch ausdrücklich erwünscht.

Eigene Fragen als Zeichen von Eigeninitiative

Wer auf das Angebot, eigene Fragen einzubringen, nur schüchtern den Kopf schüttelt, hinterlässt keinen Eindruck. Mitunter kann dir das als Desinteresse ausgelegt werden – ein klarer Minuspunkt. Dabei ist es gerade für dich als Bewerber wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Du demonstrierst nicht nur, wie stark dein Interesse an der jeweiligen Stelle ist. Du findest auch heraus, ob dieser Job wirklich zu dir passt und ob du dich im Unternehmen wohlfühlen würdest. Letzteres ist deswegen so wichtig, weil vor allem die Unternehmenskultur entscheidet, ob du länger in einem Unternehmen bleibst oder bereits nach kurzer Zeit wieder wechselst.

Rückfragen dienen also dazu …

  • … dein Interesse zu bekunden
  • … zu zeigen, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast
  • … deine Vorbereitungsarbeit zu beweisen
  • … Zielstrebigkeit und Wissbegierde zu demonstrieren
  • … mehr über den Job, das Unternehmen und Kollegen zu erfahren

Die richtigen Fragen formulieren

Im Idealfall schüttelst du dir nicht vor Ort die Fragen aus dem Ärmel, sondern hast dir zu Hause bereits Gedanken darüber gemacht. Um dir die Entscheidung für oder gegen den Job zu erleichtern, kannst du eine Liste an Dingen erstellen, die dir besonders wichtig sind. Daraus solltest du zwei oder drei entscheidende Punkte auswählen, die du dann in offene Fragen (keine Ja/Nein-Antworten) umformulierst. Deine Rückfragen dürfen auch gerne kritisch sein – aber achte darauf, dass sie nicht destruktiv oder anklagend wirken. So findest du heraus, ob das Unternehmen deinen Ansprüchen gerecht wird oder nicht.

Anhaltspunkte, aus denen sich Fragen ergeben können:

  • Stellenanzeige
  • Unternehmensbeschreibung
  • dein idealer Arbeitsplatz

Manche Fragen klären sich unter Umständen bereits früher. Gleichzeitig ist es möglich, dass sich während des Gesprächs neue ergeben. Versteife dich also nicht auf deine Vorbereitungen, sondern höre deinem Gegenüber aufmerksam zu und hake bei interessanten Punkten am Schluss noch einmal nach.

Beispiele für mögliche Fragen

Es gibt natürlich unzählige Fragen, die du einem Unternehmen stellen kannst. Das hier ist eine überschaubare Auswahl. Von dir erwartet übrigens auch niemand, dass du aus dem Bewerbungsgespräch ein Verhör machst. Wie gesagt sind zwei oder drei wohlüberlegte Fragen genug.

#1 Zum Unternehmen

  • Inwiefern ist das Unternehmen von aktuellen Herausforderungen der Branche betroffen?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten werden angeboten?
  • Wie werden Arbeitszeiten und Urlaub geregelt?
  • Ist Home Office möglich?

#2 Zur Stelle bzw. Abteilung

  • Warum ist die Stelle aktuell unbesetzt?
  • Ist es möglich, das Büro zu besichtigen?
  • Welche Charaktereigenschaften und Soft Skills erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern?
  • Wie sieht meine Einarbeitungsphase aus?

#3 Zur Unternehmenskultur

  • Sind Hunde im Unternehmen erlaubt?
  • Wie lange ist der am längsten angestellte Mitarbeiter bei Ihnen beschäftigt?
  • Wo treffen sich Mitarbeiter zum Essen oder Plaudern?
  • Wie werden Erfolge im Unternehmen gefeiert?

Achtung: Diese Fragen sind tabu!

Prinzipiell solltest du möglichst viele relevante Informationen aus deinem Bewerbungsgespräch beziehen. Dabei darfst du aber nicht vergessen, dass es Fragen gibt, die weder beim Personaler noch beim potenziellen Vorgesetzten gut ankommen.

Ein ganz grober Fehler wäre es beispielsweise, dich nach Dingen zu erkundigen, deren Antworten du problemlos mit einer eigenständigen Internet- oder Medienrecherche herausfinden hättest können (z.B. die Anzahl an Niederlassungen oder wie lange das Unternehmen bereits besteht).

Von Suggestivfragen („Da werden sicher viele Überstunden von mir gefordert, oder?“) solltest du ebenfalls absehen – die implizieren bereits eine Antwort und enthalten in den meisten Fällen eigene Befürchtungen. Das kann im weiteren Verlauf ein schlechtes Licht auf dich werfen und den Eindruck erwecken, du würdest dich vor etwas drücken wollen.

Auch die Frage nach dem Gehalt erfordert einiges an Fingerspitzengefühl. Oft kommt der Personaler von selbst darauf zu sprechen, spätestens beim zweiten Bewerbungsgespräch sollte es soweit sein. Tut er das nicht, kannst du das Thema gerne selbst anschneiden. Was du bei der Gehaltsdiskussion beachten solltest, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Beispiele für Fragen, die deine Erfolgschancen im Bewerbungsgespräch schmälern:

  1. Was verdienen Kollegen in der gleichen Position?
  2. Bekomme ich ein Firmenauto?
  3. Wie bald kann ich mit einer Gehaltserhöhung rechnen?
  4. Kann ich früher kommen und nach Hause gehen?
  5. Muss ich viele Überstunden machen?
  6. Überwachen Sie Ihre Mitarbeiter?
  7. Habe ich den Job?

Du willst mehr Infos zum Bewerbungsgespräch?

Fragen stellen ist wichtig, aber es gibt noch andere Dinge, die du beachten solltest. In unserem Leitfaden kannst du sie nachlesen:

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