15. Februar 2018 · Arbeitsmarkt, HR · von

Empfehlungs-Recruiting: Da geht noch mehr!

Mitarbeiter empfehlen Bekannte für freie Stellen: Empfehlungs-Recruiting ist in vielen Unternehmen etabliert und sehr erfolgreich. Klar: Arbeitnehmer können beurteilen, was neue Kollegen mitbringen sollten und ob diese ins Team passen. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Mitarbeiter auch seinen Arbeitgeber weiterempfehlen möchte. Und hier hakts, besagt ein aktuelles Online-Stimmungsbild von karriere.at.

Empfehlungs-Recruiting vom Feinsten: Ein Mitarbeiter erzählt seinen Freunden beim Bier nach dem Fußballtraining von einer freien Stelle im Unternehmen. Weil sich ein Kicker-Kollege dafür interessiert, reden die beiden weiter – über Benefits, Arbeitszeiten, Vor- und Nachteile. Tags darauf empfiehlt der Mitarbeiter seinen Freund in der Personalabteilung. Die eingehende Bewerbung wird bevorzugt behandelt. Warum? Weil man dort weiß, dass der empfohlene Bewerber mit hoher Wahrscheinlichkeit interessant ist.

Personalmanager, die auf Empfehlungs-Recruiting setzen (können), wissen nämlich Folgendes:

  1. Die Bewerbung ist meist ernst gemeint, weil der Kicker-Freund seinen Fürsprecher nicht enttäuschen will.
  2. Der potenzielle neue Kollege passt menschlich wahrscheinlich ins Team. Andernfalls hätte ihn der bestehende Mitarbeiter wohl nicht empfohlen, da das sonst auf ihn selbst zurückfallen kann.
  3. Der Bewerber ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch fachlich für den Job geeignet. Warum? Weil der Fürsprecher als aktuelles Teammitglied weiß, worauf es im daily business ankommt. Würde er jemanden empfehlen, der zu wenig draufhat, fällt das genauso auf ihn zurück.
  4. Der Freizeit-Recruiter hat bereits ein Fundament an positivem Unternehmensimage beim Kandidaten gelegt. Der Neue muss nicht mehr von den Vorteilen überzeugt werden. Er weiß aus erster Hand, was ihn erwartet.

Dünne Basis für Empfehlungs-Recruiting

Leider ist es häufig der letzte Punkt, an dem Empfehlungs-Recruiting scheitert, zeigt ein aktuelles Online-Stimmungsbild von karriere.at unter 560 Arbeitnehmern: Nur jeder vierte Befragte (23 Prozent) gibt an, stolz auf seinen aktuellen Arbeitgeber zu sein und würde diesen auch weiterempfehlen. Und erschreckende 22 Prozent sagen, dass sie nur des Geldes wegen ihrem Job treu bleiben. Ein Viertel sagt, „eher nicht“ stolz auf den Dienstgeber zu sein, weil sich dieser kaum von anderen Arbeitgebern unterscheiden würde. Knapp jeder Dritte hat nur Kleinigkeiten am Arbeitgeber auszusetzen, ist aber grundsätzlich stolz auf diesen.

Empfehlungs-Recruiting Stimmungsbild

Führungskräfte sind eher stolz auf Arbeitgeber

Auch Unternehmensvertreter, also HR-Manager und Führungskräfte, wurden dazu befragt – mit signifikant anderem Ergebnis: Stolze 38 Prozent der 165 Umfrageteilnehmer würden ihre Firma voll und ganz weiterempfehlen. Weitere 34 Prozent sind immerhin noch „grundsätzlich stolz“ und bemängeln nur Kleinigkeiten. Ein Fünftel (20 Prozent) sagt, dass ihr Arbeitgeber nicht aus der Masse heraussticht und wie tausende andere sei. Lediglich 8 Prozent der Unternehmensvertreter sagen, dass Geld – und keinesfalls Stolz auf den Brötchengeber – ihr einziger Antrieb ist.

Sinn und gemeinsame Ziele sind Grundlage für Empfehlungs-Recruiting

Für Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at, bilden sinnstiftende Tätigkeiten und eine funktionierende interne Kommunikation von gemeinsamen Zielen die wichtigste Grundlage, damit Arbeitnehmer stolz auf ihr Unternehmen sind oder dieses sogar weiterempfehlen: „Es zeigt sich sehr deutlich, dass Stolz auf den Arbeitgeber untrennbar mit Eigenverantwortung, Wertschätzung und Gestaltungsspielraum im individuellen Aufgabengebiet zusammenhängt. Arbeitnehmer, die lediglich ihre Aufgaben erledigen müssen und keine Chance haben, sich weiter zu entwickeln, sehen sich selbst auch nicht als Teil der Gesamtorganisation. Wenn man bedenkt, dass die eigenen Mitarbeiter die glaubhaftesten und somit wichtigsten Unternehmensbotschafter sind, kann das fatale Auswirkungen auf eine Arbeitgebermarke haben.“

Bildnachweis: 4 PM production / Shutterstock, karriere.at

Christoph Weissenböck

Christoph war viele Jahre bei karriere.at im Content-Team. Er ist leider weg, seine Beiträge bleiben zum Nachlesen aber hier im Blog.

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