Hobbys im Lebenslauf: Fünf Fehler, die Ihre Bewerbung floppen lassen

von in Bewerbung, Jobsuche am Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 10:46

Briefmarkensammeln, Fußball oder doch Fernsehen? Eine der schwierigsten Fragen, wenn es darum geht, den eigenen Lebenslauf für die Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen: Soll man Hobbys angeben? Wenn ja, welche? Und darf man ein bisschen schwindeln? Heute im ersten von drei Teilen unserer Mini-Serie zum Thema „Hobbys im Lebenslauf“: Fünf Fehler, die den Weg zum neuen Job verbauen könnten.

Gleich vorweg: Weniger ist mehr! Personalchefs legen bei weitem mehr Wert auf Ihre fachliche Qualifikation, als darauf, ob Sie Barbiepuppen sammeln. Doch gerade bei Berufseinsteigern kann der Hobby-Punkt im Lebenslauf, der eigentlich besser „Persönliche Interessen“ heißen sollte, zum entscheidenden USP werden, wenn es darum geht, die eigene Kompetenz zu unterstreichen.

Fünf Dinge, die beim Personalchef für Misstrauen sorgen, bevor Sie überhaupt vor ihm sitzen

  • Fehler Nr.1: Erfundene Hobbys
    Der Plan war gut gemeint: Literatur, Theater, Marathon, Hochgebirgstouren im Unterpunkt angeführt. Also Intellekt, Leidensfähigkeit und große Ausdauer als persönliche Boni aufs Tableau gebracht. Doch dann – beim Bewerbungsgespräch – die große Pleite: „Und, was ist denn so Ihre Marathon-Bestzeit?“, „Woyzeck im Landestheater schon gesehen?“, „Was halten Sie vom neuen Elfriede-Jelinek-Buch?“ Drei Fragen, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Drei kurze, auflockernd gemeinte Fragen vom zukünftigen Chef, die Sie völlig an die Wand genagelt haben. – Noch bevor das Bewerbungsgespräch überhaupt wirklich losgegangen ist. Und: Den Punkt „leidenschaftlicher Lügner“ haben Sie zu Ihren „Hobbys“ eindrucksvoll hinzugefügt.
  • Fehler Nr.2: Zu viele Hobbys
    Wer 23 Hobbys anführt, die alle mit entsprechendem Zeitaufwand verbunden sind, gibt dem Personalchef nicht unbedingt zu verstehen, dass man beruflich den größten Zug zum Tor hat. Diese werfen im schlechtesten Fall bei diesem wahrscheinlich eher die Frage auf, wieviel Zeit der Bewerber dann tatsächlich in der Arbeit zu verbringen gedenkt. Und ob man sich mit dem potenziellen Mitarbeiter nicht jemanden einfängt, der täglich Punkt 17 Uhr seinen Arbeitsplatz räumt, um sich seinen Leidenschaften zu widmen. Leistungsbereitschaft sieht anders aus.
    Außerdem: Denken Sie daran, dass es nicht gut kommt, wenn die Zahl Ihrer Hobbys die Anzahl Ihrer beruflichen Qualifikationen, Schulungen und Seminarteilnahmen übersteigt!
  • Fehler Nr.3: Die falschen Hobbys
    „Fernsehen“, „Faulenzen“, „mit Freundinnen chatten“ – wer schon Hobbys anführt, sollte unbedingt darauf achten, dass diese Sie nicht als banalen, langweiligen und potenziellen Arbeitszeit-Verschwender outen. Im besten Fall nur jene Hobbys anführen, die Ihre persönlichen Kompetenzen für den angestrebten Job und Ihre beruflichen Ambitionen unterstreichen. Auch hier gilt: Weniger ist mehr!
  • Fehler Nr.4: Selbstverständliche Hobbys
    Sie wollen Investmentbanker werden? Dann vermeiden Sie es tunlichst, als Hobbys „Wirtschaft“ und „Aktienkurse“ anzuführen. Das setzt Ihr künftiger Chef nämlich voraus. Ebenso, dass man als Deutschprofessor ein Faible für „deutsche Klassiker“ hat oder als Autoverkäufer für … naja, Sie wissen schon. Wenn Sie es geschafft haben, dass Ihr einziges Hobby gleichzeitig auch zum Beruf wurde, sollten Sie zumindest stärker ins Detail gehen. Suchen Sie etwas, das Sie einzigartig macht. Um beim Autoverkäufer zu bleiben: Anstatt der banalen „Autos“ könnten Dinge wie „Design“, „Motorentechnik“ oder „PKW-Fachliteratur“ angegeben werden.
  • Fehler Nr. 5: Gar keine Hobbys
    Gerade Jobeinsteiger, die noch über keine berufsspezifischen Kompetenzen und Erfahrungswerten aus der Praxis verfügen, sollten anführen, wo sie bereits Verantwortung übernehmen und in Teams zusammenarbeiten mussten: Das kann die Leitung eines Pfadfinderlagers ebenso sein, wie das Training einer Nachwuchs-Skimannschaft oder die ehrenamtliche Mitarbeit bei Rettung, Feuerwehr oder einem sozialen Verein.

Bildnachweis: xavier gallego morell / Quelle Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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