Mit dem Rad zur Arbeit: Zehn Dinge, die man wissen sollte

von in Arbeitsleben am Dienstag, 27. März 2012 um 12:50

Die Temperaturen steigen – die Radfahrer erobern die Straße zurück. Gerade in Großstädten setzen in den vergangen Jahren immer mehr Menschen bei ihrer Fahrt zur Arbeit auf das Fahrrad. Nicht nur, weil man damit unabhängig ist und Staus relativ stressfrei umgeht, auch weil das Fahrrad immer mehr zum Lifestyle-Objekt avanciert. Mit dem Rad zur Arbeit: Wissenswertes zum Thema Radfahren.

„Was kommt als nächstes? Müsli fressen? Fahrrad fahren?“ – zugegeben, Till Schweigers Alter Ego „Bertie“ aus dem Kultstreifen Manta Manta ist nicht unbedingt repräsentativ. Immerhin zählt sich dieser zu einer selbsternannten automotiven Elitetruppe, in der das Fahrzeug erst das Selbstbild definiert. Auch im realen Leben müssen sich Radfahrer ja nach wie vor oft mit nahezu mitleidigen Blicken der Kollegenschaft auseinandersetzen und sind es leid geworden, jeden Tag aufs Neue zu erklären, dass man auch bei Temperaturen unter 10 Grad plus außerhalb des geheizten Autos nicht erfriert. Oder zu erläutern, dass man eben nicht für jede Strecke, die weiter ist als der Wagen lang, das Auto starten möchte. Weil man eben nicht 15 Minuten nach einem Parkplatz suchen möchte sondern stattdessen lieber die fünf Minuten von Tür zu Tür radelt. Auch eine Form von Bequemlichkeit (Dasselbe funktioniert – zumindest in Städten – auch mit Öffis oder zu Fuß).

Natürlich – gerade Pendler aus ländlichen Gegenden können es mangels (praktikablen) Alternativangeboten ohne eigenes Auto oft nur schwer in die Arbeit schaffen. Das ist schon klar – aber eine andere Geschichte.

Radfahren ist Lifestyle

Was aber an Frühlingstagen wie diesen vor allem in Städten auffällt: 1. Radfahrer werden täglich mehr. 2. Radfahren wird immer stärker zum Lifestyle, wie die steigende Anzahl an Fixies und kultigen Vintage-Bikes belegt. 3. Mit steigender Anzahl der Biker im Straßenverkehr wächst auch deren Akzeptanz – wozu auch die aktuellen Spritpreise beitragen. Und 4. Immer mehr Städte (ganz aktuell Linz) nehmen das Thema Radverkehr ernsthaft in ihre Gesamt-Verkehrsstrategien auf.

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) widmet sich seit Jahren dem Thema – und förderte eine Reihe an Fakten zutage:

  1. Fast jede zweite Autofahrt ist in Österreich kürzer als fünf Kilometer.
  2. Die meisten Fahrräder gibt es in Österreich in Vorarlberg – in 82 Prozent der Haushalte ist ein Fahrrad vorhanden.
  3. In insgesamt 2,75 Millionen Haushalten gibt es Räder.
  4. 2011 stellten die Österreicher einen neuen Radfahrrekord auf: 2,2 Milliarden Kilometer wurden im Alltag geradelt: Durchschnittlich 264 Kilometer pro Person, wie Verkehrszählungen und Mobilitätserhebungen ergaben. Im Jahr 2000 lag dieser Wert noch bei der Hälfte.
  5. Dadurch ersparten sie sich insgesamt rund 180 Millionen Liter Sprit oder 230 Millionen Euro an Spritkosten.
  6. 440.000 Tonnen CO2 wurden dadurch eingespart.
  7. In Dänemark und den Niederlanden fährt der Durchschnittsbürger rund viermal so viel Rad wie in Österreich, nämlich rund 1.000 Kilometer pro Jahr.
  8. Großstädte bieten die besten Alternativen zur täglichen Autofahrt: In Wien werden 71 Prozent aller Alltagswege mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt. (Innsbruck 57 Prozent, Bregenz 56 Prozent, Graz 55 Prozent, Salzburg 54 Prozent, Linz 51 Prozent)
  9. Wer fünf Kilometer zur Arbeit hat und statt dem Auto das Rad nimmt, spart pro Monat rund 25 Euro an Spritkosten.
  10. Eine halbe Stunde Radfahren verbraucht bei 80 Kilogramm Körpergewicht rund 240 Kilokalorien, in etwa so viel wie eine Portion Gulaschsuppe.

Links zum Thema:

Bildnachweis: colourbox.com

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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