Dienstvertrag, Abrechnung & Co.: Besser mit der Hand unterschreiben

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 8. April 2015 um 10:35

Dienstvertrag, Abrechungen oder Betriebsvereinbarungen – im Lauf eines Berufslebens unterzeichnet man eine Menge Dokumente. In Zeiten der Digitalisierung geschieht das immer öfter auf elektronischem Weg. Dass das Leisten einer handschriftlichen oder elektronischen Unterschrift einen Unterschied macht, zeigt jetzt eine Studie. Wer vertrauensvoll wirken möchte, sollte auf die gute alte Handschrift setzen.

Die Bedeutung der Unterschrift

Von der Kreditkartenabrechung bis zur Vertragsunterzeichnung – es geht nicht ohne Unterschrift. Sie erfüllt eine wichtige Funktion: Die Repräsentation der Person, die eine Unterschrift leistet. In Zeiten globaler Digitalisierung werden immer mehr Dokumente elektronisch unterzeichnet. Das ist praktisch und spart Zeit. Einen Unterschied zur handgeschriebenen Unterschrift gibt es aber: Die handschriftliche Unterzeichnung eines Dokumentes kann regelrecht zelebriert werden. Nehmen Menschen elektronische und handschriftliche Unterschriften unterschiedlich wahr?

Sind handschriftliche Unterschriften ehrlicher?

Die psychologische „Signalwirkung“ von Unterschriften hat eine Studie an der University of Virginia untersucht, das berichtet die Plattform Forschung erleben. Die Studien von Eileen Chou zeigen, dass handschriftliche und elektronische Unterschriften auf die Betrachtenden sehr unterschiedlich wirken können. Dazu wurden Studienteilnehmern z.B. eine Reisekostenabrechnung vorgelegt, die entweder handschriftlich oder elektronisch unterschrieben wurde. Danach beantworteten die Teilnehmer mehrere Fragen zur Glaubwürdigkeit der Abrechnung. Sie mussten angeben, ob sie die Abrechnung genehmigen würden und einschätzen, ob eine oder mehrere Revidierungen nötig wären. Dabei wurden die Teilnehmenden aber nicht auf die Unterschrift hingewiesen, sondern sollten das Dokument allgemein bewerten.

Werte

Die Unterschungen ergaben, dass elektronisch unterschriebene Abrechnungen als weniger glaubwürdig bewertet wurden, als handschriftlich unterzeichnete Dokumente. Entscheidend ist, dass bei einer elektronischen Unterschrift die soziale Präsenz des Unterzeichnenden als geringer wahrgenommen wurde. Bei handschriftlichen Signaturen ist die Einbindung und Aufmerksamkeit des Unterzeichnenden stärker wahrnehmbar. Auch andere Arten elektronischer Unterschriften wie das Eintippen eines PIN-Codes werden im Vergleich zu handschriftlichen Unterzeichnungen so wahrgenommen, als ob der Unterschreibende weniger involviert sei. Bei wichtigen Verträgen hat das weitreichende Konsequenzen: Bei Verträgen, die „nur“ eine elektronische Unterschrift trugen, wurde die Wahrscheinlichkeit, dass die Unterzeichnenden den Vertrag brechen würden, als deutlich höher eingestuft.

Bei wichtigen Dokumenten auf die Handschrift setzen

Es scheint viel dafür zu sprechen, Verträge und wichtige Dokumente per Hand zu unterschreiben. Aus rein praktischen Gründen werden sich elektronische Unterschriften allerdings mehr und mehr durchsetzen. Gut möglich, dass mit der Zeit dann auch das Vertrauen in diese neuen Formen der Unterzeichnung wächst.

Bildnachweis: Pressmaster / Shutterstock; marekuliasz / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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