Ich kann dich nicht ausstehen! Vom Umgang mit ungeliebten Kollegen

von in Arbeitsleben am Dienstag, 27. September 2016 um 10:42

Mit Kollegen befreundet zu sein oder sich zumindest gut zu verstehen, das ist im Arbeitsleben viel wert. Zufriedenheit im Job hängt letztendlich auch davon ab, mit welchen Menschen man zusammenarbeitet. Beschwerlich wirds, wenn Teamwork mit jemandem notwendig wird, den man eigentlich nicht leiden kann.

Die Zusammenarbeit mit jemandem, den man nicht ausstehen kann, ist anstrengend – auf zwei Ebenen: der menschlichen und der fachlichen. Es erfordert schon einiges an Selbstkontrolle, um Teamwork trotz Reibereien und Antipathie am Laufen zu halten: Immer schön höflich bleiben! Wenn zwei sich nicht riechen können, leidet außerdem die Weitergabe von Wissen und der Austausch zu beruflichen Themen unter der Situation. Keine guten Voraussetzungen für produktive und angenehme Zusammenarbeit.

Tatsache ist: Man kann nicht jeden Menschen mögen und nicht mit allen Personen gleich gut auskommen. Damit euch schlechte zwischenmenschliche Beziehungen im Job keinen Strich durch die Rechnung machen, hier ein paar Tipps für den Umgang mit eher ungeliebten Kollegen:

Gerüchte, Gefühle, Fakten

Antipathie beruht nicht immer auf Fakten, sondern oft auch auf reinen Vermutungen: Ich glaube, die Kollegin mag mich nicht. Manchmal reicht ein einziges Missverständnis aus, um solchen Gerüchten Nahrung zu bieten – z.B. dann, wenn besagte Kollegin grußlos und ohne Blickkontakt einfach so vorbeirauscht. Bevor man sich der eigenen Abneigung hingibt, lohnt sich ein kritischer Blick: Vielleicht hatte sie einfach nur einen schlechten Tag, war mit den Gedanken ganz woanders oder ist generell eine schüchterne Person? Hinter vermeintlichen Gesten der Antipathie steckt nicht immer gleich die große Feindschaft. Es kann natürlich auch sein, dass die Abneigung gegen eine Person klar begründet ist. Nach respektlosem Verhalten, einer Beleidigung oder anderen Vorfällen hält sich die Sympathie für jemanden eben in Grenzen.

Liegt es an dir oder an mir?

Allerdings gibt es auch die andere Seite: Vorurteile, das Wiederfinden von eigenen, negativen Charakterzügen oder die unbewusste Erinnerung an unangenehme Situationen können dazu führen, dass man manche Personen nicht mag. Die Kollegin ist gut befreundet mit der Neuen vom Ex, der Neue im Team findet Zeit für ein Hobby, das man insgeheim selbst auch gerne ausüben würde oder verwendet eine Redewendung, mit der man als Kind oft gemaßregelt wurde.

Gemeinsamkeiten finden

Meist versteht man sich mit jenen Menschen besonders gut, mit denen man gemeinsame Interessen oder Leidenschaften teilt. Wird man mit jemandem überhaupt „nicht warm“, kann die aktive Suche nach Gemeinsamkeiten helfen. Oft liegt es nicht daran, dass man jemanden nicht ausstehen kann, sondern daran, dass man ihn einfach nicht kennt. Nicht selten sind es lockere Anlässe wie eine Firmenfeier, in deren Rahmen plötzlich entdeckt wird, dass „der eine Sonderbare“ eigentlich sehr okay ist.

No gossip please!

„Der Neue hat etwas ziemlich Unangenehmes an sich, findest du nicht auch?“ Emotionen sind ansteckend und können sich wie ein Lauffeuer verbreiten. Widersteht der Versuchung, eure Vermutungen und Gefühle bei den Kollegen abzuladen – nur um der Bestätigung willen („Du hast recht, der Typ ist echt gruselig!“). Negativer Flurfunk befeuert nicht nur Gerüchte, sondern kann auch unschön auf euch zurückfallen. Für alle Außenstehenden gilt: Nicht an Klatsch beteiligen, um das Konfliktpotenzial nicht unnötig zu mehren.

Sachlich bleiben

Ihr seid auf den Kollegen zugegangen, wart freundlich und interessiert. Trotzdem – die Zusammenarbeit gestaltet sich schwierig. Vielleicht ist es dann an der Zeit, auf persönlicher Ebene keine Energie mehr zu investieren und sich einfach auf die berufliche Zusammenarbeit zu beschränken.

Gemeinsamen Konsens finden

Wenn ihr Glück habt, beschließt auch euer Gegenüber im Stillen: Freunde werden wir keine, aber wenigstens die Arbeit wollen wir uns nicht gegenseitig schwer machen. Passiert das nicht, wird der nächste Schritt notwendig: Das Gespräch finden und die Fronten klären. Dieser Schritt ist vielleicht nicht sehr angenehm aber allemal besser, als mit aufgestautem Grant vor sich hinzuarbeiten. Falls die Situation bereits sehr verfahren ist, Konflikte vielleicht bereits eskaliert sind und Schuldzuweisungen im Raum stehen, sollte im Gespräch ein neutraler Mittelsmann oder Mediator unterstützen.

Bildnachweis: Victoria 1 / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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