Wurstsemmel adé: gesunde Ernährung im Büro

von in Arbeitsleben am Dienstag, 10. April 2012 um 11:38

Es geht weiter. Vollgegessen vom Osterwochenende und dementsprechend mit guten Ernährungsvorsätzen ins Büro gestartet, kommt dort schnell die Ernüchterung. Zum einen durch Kollegen, die (gut gemeint) Reste vom Feste dabei haben. Zum anderen, weil gesunde Ernährung für Berufstätige gar nicht so einfach ist. Der Weg von Kuchen, Wurstsemmerl, Kebap und Co. hin zu nährstoff- und vitaminreicher Kost ist jedoch gar nicht so schwer.

Zumindest in der Theorie. Damit er auch in der Praxis gelingt, braucht es, so Diätologin Andrea Helberger, vor allem eines: gute Planung. „Die meisten Menschen schauen leider viel zu wenig auf ihre Ernährung. Gerade jene, die im Berufsleben stehen und täglich unter Stress viel leisten müssen, sollten mehr auf sich achten.“ Ohne es zu wollen und oft auch ohne es zu wissen, hüpfen viele Menschen während eines Arbeitstages von einem Ernährungsfettnäpfchen ins nächste – der Körper  präsentiert einem dann schnell die Rechnung: Erschöpfung, Kraft- und Lustlosigkeit sowie Übergewicht sind häufige Folgen.

Nicht ohne mein Frühstück

„Viele Menschen fahren ohne Frühstück ins Büro und nicht wenige essen erst dann wirklich wieder, wenn sie zu Hause sind. Diese Form der Ernährung ist ungesund für Leistungsfähigkeit, Stoffwechsel und Blutzucker. Da der Hunger am Abend dann oft riesengroß ist, werden häufig zu viele Kohlehydrate verzehrt. Übergewicht ist nur eine Folge“, so die Diätologin. Richtig wäre es, mit einem gesunden Frühstück in den Tag zu starten. Ein gesundes Müsli etwa lässt sich auch leicht am Vorabend vorbereiten und dann zu Hause oder im Büro genießen.

Helbergers Müsli:

8 dag Fünfkornflocken ODER

8 dag Vollkornflocken

8 dag Magertopfen

80 ml Milch

etwas Wasser

Obst nach Saison (oder Tiefkühlbeeren)

 

Alternativ als Frühstück oder gesunde Jause rät die Diätologin zu Vollkorngebäck, je nach Geschmack dünn mit Käse oder Wurst gefüllt. Gemüsescheiben sind nicht nur eine gesunde Beilage, sondern auch schön anzusehen. „Es ist ganz wichtig, mit Appetit zu essen. Gerichte, die schön aussehen, werden bewusster gegessen und genossen. Und dieses Genießen sollte bereits in der Früh beginnen“, erklärt Helberger.

Nach dem Essen schlapp heißt falsch gegessen

Spätestens dann, wenn man häufig das Wort „Mahlzeit“ hört, sollte man ans eigene Mittagessen denken. Denn, so Helberger, man sollte mindestens drei Mahlzeiten zu sich nehmen. Und wer richtig isst, der hat auch Hunger.  Das Mittagessen kann warm oder kalt ausfallen, „wichtig ist jedoch, dass einmal täglich warm gegessen wird.“  Ist die Firma mit einer Küche ausgestattet, lassen sich – je nach vorhandener Ausrüstung – Speisen zubereiten, aufwärmen oder gar kochen. Wer sich bisher nach dem Essen schlapp und müde gefühlt hat, der hat falsch gegessen. „Meist sind zu viele Kohlehydrate der Grund für die Erschöpfung. Man sollte so essen, dass man sich satt, aber nicht übersättigt fühlt.“ Statt der Riesenportion Spaghetti sollten kohlenhydratarme Speisen sowie Gemüsegerichte und Salate am Speiseplan stehen.

Süßes ist erlaubt – jedoch gleich nach dem Essen

Gegen eine kleine Nachspeise hat die Diätologin übrigens nichts einzuwenden, sie sollte jedoch wirklich als Nachspeise – sprich nach der Speise – verzehrt werden. „Auch Obst sollte man zu oder unmittelbar nach den Mahlzeiten zu sich nehmen. Süße Snacks zwischendurch erhöhen den Blutzucker und sind daher nicht zu empfehlen.“ Aus diesem Grund ist Wasser auch das Getränk Nummer eins, gefolgt von ungesüßtem Kräutertee stillt es den Durst, ohne sich negativ auf den Organismus auszuwirken.

Kochen nach Plan

Wie eingangs erwähnt ist gute Planung die halbe Miete: „Ich erstelle immer einen Speiseplan für eine Woche. Das gibt Übersicht und hilft auch beim Einkaufen, so habe ich immer die nötigen Zutaten zu Hause“, so Helberger. „Es schadet nicht, wenn man einen Tag pro Woche sündigt. Fünf Tage die Woche sind jedoch eindeutig zu viel für den Körper.“ Die Expertin – die Oberösterreicherin ist seit 1978 als Diätologin tätig – rät, die Augen offen zu halten und sich von den Rezepten der Kollegen sowie aus Zeitschriften oder dem Internet inspirieren zu lassen. Denn ein lebhafter Speiseplan macht Freude und beseitigt den Essensfrust im Büro.

Einfach gut

Die (leidige) Frage „Was koche ich heute?“ wird zwar all jenen, die genug von Wurstsemmel, Kebab, Weckerl & Co. haben, auch in Zukunft nicht erspart bleiben, es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Sehr viele Speisen eignen sich fürs Aufwärmen und einige schmecken, gemäß dem so genannten „Gulasch-Effekt“, am nächsten Tag sogar noch besser.

Schnelle Küche: Couscous & Co.

Orientalische Bereicherungen wie Couscous und Bulgur lassen sich schnell und einfach zubereiten und werden, verfeinert mit Gemüse und Gewürzen, nicht nur als Salat oder Beilage zum Hit. Erste Rezeptideen gibt es zum Beispiel auf Chefkoch.de oder Ichkoche.at  In diesem Sinne – Mahlzeit und viel Spaß beim Kochen!

Fotonachweis: Colourbox

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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