Wer mit Marketing zu tun hat, weiß: „Eine Marke ist ein Versprechen.“ Und zwar eines, das unter allen Umständen eingehalten werden sollte. Auch – oder möglicherweise vor allem – wenn die Arbeitgebermarke betroffen ist. Lesen Sie hier, worauf es beim Employer Branding ankommt und was die Bewerber von heute wirklich wollen.

Bewerber wollen eins: Informationen!

Braucht es überhaupt eine Arbeitgebermarke? Unsere Antwort: Ja, definitiv! Ein Unternehmen lässt sich in der aktuellen Marktsituation ohne eine starke Marke kaum aufbauen. Wer nicht sichtbar ist, geht unter. Fachkräftemangel und Konkurrenzdruck tun ihr Übriges. Denn es wird zunehmend schwieriger, gut ausgebildete Arbeitnehmer zu bekommen und danach langfristig an sich zu binden.

Die Taktik „Post and Pray“ – also die Veröffentlichung von Stelleninseraten mit der Überzeugung, dass der geeignete Kandidat schon antanzen wird – zieht bei den Generationen X, Y und Z nicht mehr. Diese Gruppen sind zahlenmäßig überschaubar und ihre gute Ausbildung erlaubt es ihnen, bei der Arbeitgebersuche wählerisch zu sein. Akademische Titel, steile Karrierekurven oder eine lebenslange Anstellung sind für diese Menschen kein Anreiz mehr. Stattdessen haben Selbstbestimmung, Spaß an der Arbeit und eine ausgewogene Work-Life-Balance an Bedeutung gewonnen.

Auch bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers sind sich Generation X, Y und Z einig: Informationen sind der Schlüssel zum Erfolg. 70 Prozent der Arbeitnehmer recherchieren bereits im Vorhinein im Internet gründlich über das Unternehmen, bei dem sie sich bewerben möchten. So gut wie jeder Bewerber nutzt dazu Online-Stellenbörsen und Karriereportale. Aber auch die Unternehmenswebsite, soziale Netzwerke oder Empfehlungen aus dem Verwandtenkreis sind wesentliche Einflussfaktoren. Vielleicht überraschend: Rund 80 Prozent der Arbeitnehmer sind der Meinung, dass Employer Branding bereits beim Stelleninserat beginnt und Unternehmen sich damit positiv von der Konkurrenz abheben können.

Aber warum diese akribischen Recherchearbeiten? Ganz einfach: Bewerber wollen wissen, wie Sie als Arbeitgeber ticken. Die Art, wie sich Ihr Unternehmen präsentiert und welche Inhalte Sie nach außen kommunizieren, gibt Aufschluss darüber, ob Sie für Kandidaten infrage kommen.

Drei Tipps für ein ansprechendes Unternehmensprofil

  • Soft Facts: Bewerber sind besonders an den sogenannten Soft Facts interessiert. Das sind Informationen über die Unternehmenskultur, die dort vertretenen Werte sowie Einblicke ins Team.

  • Videos, Social Media & Co: Teilen Sie in sozialen Netzwerken unterschiedlichen Content, um Bewerbern einen Einblick in den Arbeitsalltag zu geben.

  • Am Ball bleiben: Employer Branding ist ein nie abgeschlossener Prozess. Nachdem die Arbeitgebermarke aufgebaut wurde, muss sie auch gepflegt und stetig weiterentwickelt werden.

Die Strategie: So kommen Sie zu einer starken Arbeitgebermarke

Betrachten Sie die Arbeitgebermarke als den ersten Eindruck, den Sie beim Bewerber hinterlassen und als ein identitätsstiftendes Element. Diese Identität zu artikulieren und damit greifbar zu machen, ist manchmal eine knifflige Angelegenheit. Wie Sie dabei vorgehen sollen? Orientieren Sie sich einfach an diesen sechs Schritten:

Ist- und Soll-Zustand definieren
Finden Sie heraus, wo Sie mit Ihrer Arbeitgebermarke jetzt gerade stehen. Welche Meinung haben Arbeitnehmer von Ihrem Unternehmen? Entscheiden Sie auch, welche Art von Arbeitgeber Sie sein und in welche Richtung Sie sich entwickeln und verbessern möchten.
SMART-Ziele festlegen
Definieren Sie Ziele, die der sogenannten SMART-Matrix entsprechen (spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert). Bevor Sie also mit dem Employer Branding starten, müssen Sie und die HR-Abteilung sich auf spezifische Ziele einigen, die messbar und realistisch sind. Legen Sie auch einen Zeitpunkt fest, an dem Sie das Ziel erreicht haben wollen.
Unternehmenswerte definieren
Welche Werte, Kultur und Eigenschaften wollen Sie durch Ihre Employer Brand vermitteln? Erfinden Sie hier nichts, sondern bleiben Sie bei der Wahrheit und wählen Sie Werte aus, denen Sie auch gerecht werden können.
Personas erstellen
Definieren Sie Ihren perfekten Kandidaten. Hierfür ziehen Sie die Demographie, die Sozioökonomik und die Psychografie heran.
Kommunikation
Auf welchen Plattformen befinden sich Ihre Wunschkandidaten? Wählen Sie das richtige Medium, um mit Ihnen in Kontakt zu treten. Aufschlussreich kann hier die Demographie Ihrer Wunschkandidaten sein. Jede Altersgruppe präferiert ein anderes Medium und bedarf einer eigenen Ansprache.
Analysieren und optimieren
Legen Sie Kennzahlen fest, anhand derer Sie den Erfolg Ihrer Employer-Branding-Maßnahmen messen können. Das kann die Time-to-Hire oder Cost-per-Hire sein, aber auch die Anzahl an qualitativ hochwertigen Bewerbungen, die eingeht sowie die Fluktuationsrate.

Erfahren Sie mehr: Employer Branding Strategie

Die Maßnahmen: Das können Sie tun, um Ihre Arbeitgebermarke zu stärken

Nach der Ausarbeitung einer Strategie geht es ans Eingemachte! Um Ihre Arbeitgebermarke aufzupolieren, haben Sie sowohl externe als auch interne Maßnahmen zur Verfügung. Es ist wichtig, beide Bereiche zu bearbeiten – liegt der Fokus nur auf einer Seite, dann kann das den gesamten Prozess negativ beeinflussen.

Externe Maßnahmen

  • Teilnahme an Veranstaltungen (z.B. Messen)

  • Kooperationen mit Bildungsträgern oder gemeinnützigen Organisationen

  • Präsenz in sozialen Medien stärken

Interne Maßnahmen

  • Offene und wertschätzende Feedback- und Fehlerkultur

  • Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten

  • Work-Life-Balance verbessern (z.B. Homeworking)

  • Flexible Arbeitszeiten bieten (z.B. Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit etc.)

  • Gesundheitsmaßnahmen zur Verfügung stellen

  • Abhaltung von Team-Building-Events (z.B. Weihnachtsfeier, Sommerfest, Skitag etc.)

Die oberste Regel, gegen die Sie auf keinen Fall verstoßen dürfen: Ehrlichkeit und Authentizität sind das A und O! Beschwören Sie auch keine Lügengebilde herauf, indem Sie die Ihnen bekannten Mängel unter den Teppich kehren und sich in Beschönigungen flüchten. Bewerber kommen leeren Versprechungen früher oder später sowieso auf die Schliche. Warum also nicht gleich alle Karten auf den Tisch legen? Tiefstapeln brauchen Sie trotzdem nicht. Zeigen Sie ruhig, was Sie zu bieten haben.

Erfahren Sie mehr: Employer Branding Maßnahmen

Mit Employer Branding am Puls der Zeit

Sie wollen Erfolge im Recruiting verzeichnen? Dann behalten Sie unbedingt diese fünf Tipps für zeitgemäßes Employer Branding im Auge:

HR als Sales Force denken
HR-Manager müssen gleichzeitig Key Account Manager sein. Das bedeutet, den Kontakt mit relevanten Organisationen und Personen zu suchen und so einen Überblick darüber zu haben, wo sich potenzielle Talente aufhalten. Kommunizieren und Vernetzen ist wichtig, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.
Jobinserate & Storytelling
Schluss mit eintönigen Stellenausschreibungen, her mit aussagekräftigen Inseraten, die wirklich Interesse wecken! Klischeebilder und 08/15-Formulierungen sollten Sie vermeiden. Fordern Sie bei bestehenden Mitarbeitern, die den gleichen Job ausüben, eine detaillierte Jobbeschreibung an, um Inserate so detailliert wie möglich gestalten zu können.
Mitarbeiter als Botschafter
Empfehlungsrecruiting ist heute gang und gäbe. Der Jobbotschafter besucht Kongresse und Tagungen mit dem Ziel, interessante Talente aktiv anzusprechen und auf das Unternehmen aufmerksam zu machen.
Flexible Beschäftigungsformen
Immer mehr Arbeitnehmer bevorzugen sogenannte Patchworkkarrieren, da sie ihre unterschiedlichen Interessen in unterschiedlichen Jobs verwirklichen möchten. Manche Personen üben mit Leidenschaft bis zu drei Jobs gleichzeitig aus – auf diesen Wunsch muss ein Unternehmen vorbereitet sein.
Nachhaltigkeit zählt
Alles muss nachhaltig werden – Unternehmen eingeschlossen. Bewerber erwarten sich verantwortungsbewusstes Handeln, sowohl gegenüber Menschen als auch gegenüber dem Planeten. Die Sustainable Development Goals der UN können einen Denkanstoß geben und durchaus in unserem nationalen Kontext gedacht werden.

In unserem kostenlosen Employer-Branding-Whitepaper finden Sie zusätzliche Informationen mit Studienergebnissen, Antworten auf gängige Fragen sowie Tipps, Ihre Arbeitgebermarke erlebbar zu machen.

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Profilerstellung, Videodreh, Werbemittel – alles aus einer Hand! Unsere branding.solution wurde eigens dafür konzipiert, Ihre Arbeitgebermarke erlebbar zu machen. Ein professionelles Filmteam produziert für den karriere.reporter Videos, die einen authentischen Blick hinter Ihre Kulissen erlauben und Ihre Mitarbeiter vor den Vorhang holen. Diese Videos werden auf Ihrem Arbeitgeberprofil platziert, auf dem karriere.at Youtube-Channel integriert und sind zeitlich unbeschränkt nutzbar. Zielgruppengenau ausgesteuerte Werbeverstärker auf karriere.at und im Google-Display-Netzwerk leiten potenzielle Kandidaten auf Ihr Arbeitgeberprofil – so können wir die größtmögliche Reichweite garantieren.

Vorteile der branding.solution

Erlebbare Arbeitgebermarke
Kandidaten erhalten einen exklusiven Blick hinter die Kulissen Ihres Unternehmens und erleben Sie als Top-Arbeitgeber.
Als Arbeitgeber positionieren
Grenzen Sie sich von anderen Arbeitgebern ab und erhalten Sie eine hohe Anzahl an qualitativ hochwertigen Bewerbungen.
Passende Bewerber & Mitarbeiter
Durch einen frühen Cultural Fit ziehen Sie passende Kandidaten an und erzielen eine langfristige Mitarbeiterbindung.
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