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IKM-Kulturmanagement-Master: Neuer Lehrplan garantiert noch mehr Praxisbezug

„In Zeiten von My Burger, my müsli und Wie-ich-will-SIM muss sich auch die Weiterbildung weiterentwickeln“, konstatiert die Leiterin des Lehrgangs Kulturmanagement am Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) Dipl.-Heil.Päd. (FH) Katharina Pfennigstorf. Sie freut sich über den neuen, gerade vom Senat beschlossenen Lehrplan für den im Oktober wieder startenden Kulturmanagement-Master: „Wir können jetzt noch besser auf individuelle Anliegen eingehen. Das bringt für die Studierenden einen enormen Mehrwert.“ Rechtzeitig zum 200-Jahr-Jubiläum der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), in die das IKM seit mehr als 40 Jahren eingegliedert ist, muss man nicht mehr „verantwortungsvoll inhaltlich patchworken“. Mit dem umfangreich überarbeiteten Curriculum kann den Veränderungen der vergangenen Jahre wie beispielsweise dem starken Einfluss von Sozialen Medien, der Wichtigkeit von Audience Development oder der Rolle von Change Management kompetent Rechnung getragen werden.
„Die besondere Herausforderung ist unumstritten, angesichts der knappen Zeitressourcen berufstätiger TeilnehmerInnen auf hohem Niveau Wissen zu vermitteln und dabei ausreichend Zeit für Diskussionen und Reflexionen zu geben“, so Pfennigstorf über die taufrische Reform am Institut.

Die größte Neuerung: das Praxis-Projekt

Die Arbeit an einem eigenen oder vorgeschlagenen Projekt über drei Semester, in dem die Anwendung des Gelernten vertieft werden soll, ist zweifelsfrei die größte Neuerung. Die Bereiche der Kunst-Sparten sowie der Kultur wurden stärker gebündelt und verschränkt und um die explizite Beschäftigung mit dem Publikum ergänzt. Leicht überarbeitet wurden die Module Recht und Soft Skills im Management. Hinzugekommen sind unter anderem auch studienerleichternde Angebote wie Schreibwerkstätten. Der Grund-Aufbau mit insgesamt vier Semestern, berufsbegleitend absolvierbar in drei Blockwochen pro Semester, bleibt hingegen unverändert.

IKM setzt weiterhin auf Vielfalt

Das IKM setzt weiterhin auf einen interdisziplinären Ansatz. „Der Lehrgang behält seine Breite bei, um das umfangreiche Spektrum kulturellen Schaffens und kulturmanagerialen Tuns zeigen zu können“, so Pfennigstorf. Sie sieht die Zukunft des Kulturbetriebs im spartenübergreifenden Arbeiten. „Wir bieten den Menschen, die diesen Kulturbetrieb mitgestalten (wollen), deshalb einen Raum für fachübergreifende Diskussion und Reflexion.“ Viele IKM-Studierende sind bereits im Kulturbereich tätig. „Sie suchen ergänzendes Fachwissen, Reflexionsmöglichkeiten und spartenübergreifende Vernetzung“, weiß Pfennigstorf. Die Lehrgangsleiterin achtet hierbei auf die Heterogenität der TeilnehmerInnen –  sie sollen im wechselseitigen Austausch intensiv sowie jahrgangsunabhängig voneinander profitieren.
Ebenso steht die Vielfalt im Fokus hinsichtlich der Vortragenden, die den engen persönlichen Kontakt zu renommierten Kulturbetrieben und der Freien Szene garantieren: Ulrike Heider-Lintschinger (Tanzquartier Wien), Andrea Jungmann (Sotheby´s Österreich), Ursula Königstorfer (Vereinigte Bühnen Wien), Matthias Naske (Wiener Konzerthaus), Annemarie Türk (ehem. KulturKontakt Austria), Walter Reicher (Haydn Festival Eisenstadt), Michael Wimmer (EDUCULT) und viele mehr.

KulturmanagerIn als VermittlerIn zwischen den Welten

Ganz bewusst hat man das IKM, das heute zu den etabliertesten Weiterbildung-Angeboten Europas zählt, 1975 an der mdw angesiedelt und nicht etwa der Wirtschaftsuniversität. „Damit man nicht vergisst, wofür das alles geschieht“, hält Pfennigstorf fest. Kunst ist für sie als Unterstützung bei der Verarbeitung von persönlichen Prozessen sowie gesellschaftlich brodelnden Ereignissen und zugleich als verbindendes Element zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Stellung unverzichtbar. Vor allem in Zeiten von Kürzungen und knapper Kassen müssen KulturmanagerInnen die Bedeutung von Kultur für die Gesellschaft aufzeigen und Kultur zugänglich machen. Sie sind stärker denn je gefordert, Räume für Mitsprachen an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und zivilgesellschaftlich relevanter Fragen und Themen zu gestalten.
Es wäre also fatal, das Berufsbild der KulturmanagerInnen auf künstlerisches Schaffen und kaufmännische Qualitäten zu reduzieren. „Qualifizierte KulturmanagerInnen vermitteln verantwortungsvoll zwischen den Welten, die unterschiedlicher nicht sein können – zwischen künstlerischem Anspruch, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten sowie gesellschaftlichem Umfeld“, definiert Pfennigstorf das herausfordernde Berufsbild und unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit der Weiterbildung in diesem Bereich. Dabei muss es immer um „ein Miteinander auf gleicher Ebene gehen“.

Ein künstlerisches Porträt zum Lehrgang ist abrufbar unter http://www.mdw.ac.at/mdwMediathek/ikm-lehrgang/


IKM-Kulturmanagement-Master – der Überblick:
Lehrgangsbeginn: Oktober 2017
Bewerbung: bis 15. Mai 2017 mit Anmeldeformular, Lebenslauf und Positionspapier
Aufnahmegespräch: Mitte Juni 2017 am IKM
Studiendauer: 4 Semester, blockweise (3 Wochen/Semester), berufsbegleitend absolvierbar
Module: Kulturmanagement/ Management/ Kunst, Kultur und Öffentlichkeit/ Soft Skills im Management/ Rechtsfragen im Kulturmanagement
Abschluss: Master of Advanced Studies (Kulturmanagement), MAS
Teilnehmerzahl: maximal 24 Personen
Teilnahmegebühr: € 2.150,- Euro pro Semester (inkl. Lehrunterlagen und Prüfungen, exkl. ÖH-Gebühr)
Voraussetzungen: Abgeschlossenes Hochschulstudium oder gleichwertige Qualifikation
Leitung: Dipl.-Heil. Päd. (FH) Katharina Pfennigstorf
Informationen: http://www.mdw.ac.at/ikm/aufbaustudium/ , ikm-aufbaustudium@mdw.ac.at, 01/711 55 DW3411 oder 3401

 

Bildnachweis: Rawpixel.com/Shutterstock

2.5.2017

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