Zum Seiteninhalt springen
Zurück zu Zusammenarbeit
Kontrolle chef 150x150

Kontrollfreak Chef - Nehmen Sie die Überwachung nur nicht persönlich!

Zusammenarbeit Erstellt am: 19. Mai 2014 2 Min.

Jeder kennt Kontrollfreaks - meistens sind es Chefs. Sie wollen immer alles genau wissen, jeden Arbeitsschritt genau dokumentiert haben und alles, was die Abteilung verlässt, auch mit ihrem Sanctus versehen haben. Einerseits nervt das gewaltig. Andererseits nimmt es auch Druck - denn die Letztverantwortung für Fehler übernimmt ja immer noch jemand anderer. Wie geht man als Arbeitnehmer am besten mit kontrollwütigen Vorgesetzten um? Psychologin Christa Schirl-Russegger weiß es.

In unserem Unternehmen wurde das Personal gekürzt, sodass ich und ein Kollege zusätzliche Aufgaben unseres Vorgesetzten übernehmen mussten. Die neuen Aufgaben machen uns grundsätzlich Spaß. Was uns belastet, sind die ständigen Kontrollen durch den Chef. Wir haben den Eindruck, dass er gar nichts abgeben wollte. Da er nicht mehr alles selber machen kann, muss er jedes kleine Detail wenigstens selbst kontrollieren. Wie können wir damit umgehen?

Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, ist eine sehr häufige Chefneurose. Nicht ohne Grund: Der Vorgesetzte ist verantwortlich dafür, dass das Ergebnis stimmt. Wenn Fehler passieren, trägt er die Schuld und wird zur Verantwortung gezogen.

Aber Kontrolle ist nicht gleich Kontrolle: Ein guter Chef kontrolliert zielorientiert, nicht detailorientiert. Offen, nicht im Verborgenen. Solange Mitarbeiter das Gefühl haben, dass Kontrolle dazu dient, den Überblick zu behalten, wertschätzendes Feedback zu geben und bei Bedarf zu unterstützen, gibt sie Sicherheit und fördert die Motivation. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vertrauen und Kontrolle. Vertrauen fördert die Leistungsbereitschaft und die Bindung an das Unternehmen.

Das beste Mittel gegen Kontrollfreaks: News, News, News

Gegen die Kontroll-Sucht Ihres Chefs gibt’s eine Strategie: Überschütten Sie ihn mit Information! Informieren Sie ihn so viel wie möglich, bis er sagt „Es reicht!“. Machen Sie Ihre Leistungen transparent, liefern Sie ihm Zwischenberichte, sodass er immer auf dem aktuellsten Stand ist. Schicken Sie E-Mails in Carbon Copy (cc). Wenn er Zahlen liebt, produzieren Sie für ihn Statistiken und Diagramme. Wenn Fehler passieren oder Unklarheiten vorhanden sind, geben Sie es zu, bevor Sie darauf angesprochen werden. Weisen Sie ihn zu seiner Beruhigung auf bereits abgeschlossene ähnliche Projekte und vergangene Erfolge hin. Erarbeiten Sie sich so sein Vertrauen. Nehmen Sie die Kontrollen ihres Chefs aber nicht persönlich: Menschen mit Kontrollzwang sind eher ängstlich und sicherheitsorientiert. Das hat nichts mit Ihnen als Person zu tun. Und vergessen Sie nicht: Sollte etwas schief laufen, können Sie beruhigt sein: Ihr Chef war über alles informiert.

Zur Person:

Christa Schirl-Russegger ist Klinisch- und Gesundheitspsychologin, zertifizierte Arbeitspsychologin und sinnzentrierte Psychotherapeutin. Neben der Tätigkeit in ihrer eigenen Praxis ist sie außerdem Trainerin und Vortragende. Ihre Expertise stellt Christa Schirl-Russegger seit mehreren Jahren zahlreichen Medien zur Verfügung.


Avatar Redaktion 2x

Redaktion
Mehr erfahren

  • Beitrag teilen:

Entdecke mehr zu diesem Thema

Mach dich unentbehrlich: 9 Strategien für die Arbeitswelt

Erstellt am: 23. Oktober 2017 2 Min.

Wenn du im Unternehmen noch Großes vorhast oder in einer unsicheren Branche einfach deinen Job dauerhaft sichern möchtest, solltest du dich unentbehrlich machen. Das bedeutet nicht, dass du massenhaft Überstunden schieben sollst oder auch in der Freizeit für Kollegen oder Chef verfügbar sein musst. Diese neun Strategien helfen dir dabei, dich unentbehrlich zu machen.

Gespräche besser führen mit der GROW-Methode

Erstellt am: 28. Februar 2018 1 Min.

Mit jemandem ein wichtiges Thema verhandeln oder als Führungskraft Mitarbeiter coachen: Findet ein Gespräch unter vier Augen statt, dann handelt es sich oft um Verhandlungen oder bedeutende Gespräche. Die GROW-Methode hilft, sich perfekt darauf vorzubereiten und sinnvolle Gespräche zu führen.

Mitarbeiter kündigen: "Sagen Sie niemals: Ich weiß, wie es Ihnen geht."

Erstellt am: 13. Oktober 2015 6 Min.

Es geht im Leben nicht ohne Trennungen - auch im beruflichen Umfeld: Kündigungen, Versetzungen, Freistellungen. Wenn ein Arbeitnehmer das Unternehmen verlassen muss, kann das unterschiedliche Gründe haben. Eines steht fest: Das Thema Trennung ist unangenehm - und zwar für beide Seiten. Hermann Refisch und Laurenz Andrzejewski sind Experten für betriebliche Trennungs-Kultur und erzählen, was es rund um Kündigungsgespräche und Trennungen zu beachten gibt.