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Der Job auf Lebenszeit ist ein Auslaufmodell

Arbeitsmarkt Erstellt am: 10. Dezember 2014 3 Min.

"Den einen Arbeitgeber bis zur Pension gibt es nicht mehr" oder "Als Einstiegsjob gut, nach zwei Jahren bin ich spätestens weg". Sätze wie diese hat wohl jeder schon einmal gehört. Sie spiegeln das wider, was auch die aktuelle GfK-Studie im Auftrag von karriere.at ergeben hat: Dass der Job auf Lebenszeit ein Auslaufmodell ist und die jungen Arbeitnehmer heute ganz anders ticken. Wer die Jobwechsler sind und was sie dazu bewegt.

51 Prozent der Mitarbeiter "wackeln"

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Geht es um das Thema Jobwechsel, ist die größte Herausforderung für Arbeitgeber schnell erklärt: Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter finden und halten. Vor allem mit dem Halten gibt es jedoch Probleme - und diese werden sich in Zukunft noch stärker zuspitzen. Zu den Gründen später mehr, nun einmal die Antwort auf die Frage "Sind Sie aktuell auf Jobsuche?": Acht Prozent der österreichischen Arbeitnehmer sind demnach tatsächlich gerade aktiv am Suchen. Weitere 43 Prozent gaben an, sich über die aktuelle Jobsituation zu informieren. Somit hat jeder Zweite (51 Prozent) ständig ein Auge auf interessante Angebote. Die andere Hälfe (49 Prozent) dürfte zufrieden mit ihrer aktuellen Jobsituation sein.

Chance und Auftrag für Arbeitgeber

Juergen smid

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"Das Ergebnis zeigt auf, dass ein großer Teil der österreichischen Arbeitnehmer entweder aktiv sucht oder zumindest offen für attraktive Angebote ist. Dies zeugt nicht nur von großem Vertrauen in die eigenen Qualifikationen, sondern kann von Unternehmen auf Mitarbeitersuche auch als Auftrag verstanden werden, sich selbst attraktiv am Arbeitsmarkt zu positionieren, um von potenziellen Kandidaten auch wahrgenommen zu werden. Im Umkehrschluss heißt das für Arbeitgeber aber auch, die eigene Arbeitgebermarke zu stärken um bestehende Mitarbeiter bestmöglich zu halten", kommentiert Jürgen Smid, Geschäftsführer von karriere.at, die Studie.

50-Jährige mit nur einem Arbeitgeber als Ausnahme

Dass es den einen Arbeitgeber auf Lebenszeit nicht mehr gibt, zeigt sich auch an anderer Stelle: Nämlich dann, wenn man sich die Jobs und das Alter der Umfrageteilnehmer genauer ansieht. 28 Prozent der 18- bis 29-Jährigen arbeiten heute noch bei ihrem ersten Arbeitgeber. Für fast eben so viele Arbeitnehmer der Generation 50+ (26 Prozent) gilt dies auch. Jedoch: Deutlich mehr (35 Prozent) junge Befragte hatten bereits drei oder mehr Arbeitgeber. Ein Trend, der sich fortsetzen wird. In 20 Jahren werden 50-Jährige mit nur einem Arbeitgeber wohl eher die Ausnahme sein.

"Das Gesamtpaket entscheidet"

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"Junge Menschen suchen sich ihre Arbeitgeber anhand eines für sie passenden Gesamtpakets aus, welches sich aus Faktoren wie Gehalt, Zeiteinteilung, Entwicklungsmöglichkeiten, sonstigen Benefits aber auch persönlicher Sympathie zur Branche und dem vermittelten Arbeitsklima zusammensetzt", so Smid. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen der aktuellen HR-Studie von OfficeTeam wider. Auch hier zeigt sich, dass Mitarbeiter heute deutlich häufiger zu einem Jobwechsel bereit sind, als es noch vor drei Jahren (!) der Fall war. Die häufigsten Gründe für den Wechsel bringen die eine oder andere Überraschung mit sich:

Die häufigsten Gründe für den Jobwechsel:

Jobwechsel

Die mangelnde Work-Life-Balance ist für knapp jeden Zweiten (45 Prozent) Grund genug, einen Jobwechsel anzustreben. Auf Platz zwei liegt die Hoffnung, dem Stress sowie der wachsenden Arbeitsbelastung durch einen Wechsel zu entkommen. 22 Prozent der Arbeitnehmer haben Angst um ihren aktuellen Arbeitsplatz und sehen sich deshalb "vorbeugend" nach etwas Neuem um. Die fehlende Aussicht auf einen Karrieresprung ist nur für sieben Prozent der Grund für einen Jobwechsel, so die Studie von OfficeTeam.

Die treuesten und die mobilsten Arbeitnehmer

Wie die GfK-Studie weiters zeigt, ist Arbeitnehmer jedoch nicht gleich Arbeitnehmer und es gibt sehr wohl Faktoren, die sie eher zu Jobwechslern machen:

  • Die Region: Geht es um das Thema Wechselbereitschaft so zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. So waren 33 Prozent der Wiener bereits für fünf (!) oder mehr Unternehmen tätig - bei des Westösterreichern liegt dieser Wert mit 26 Prozent deutlich darunter. Noch treuer sind die Steirer (22 Prozent) und die Kärntner. Die wenigsten Arbeitgeber hatten die Oberösterreicher (18 Prozent) und die Niederösterreicher bzw. Burgenländer. Bei ihnen hatten nur 17 Prozent bereits fünf oder mehr Arbeitgeber - dies sind fast halb so viele wie in Wien.
  • Die Ausbildung: Die stabilsten Dienstverhältnisse sind laut GfK jene zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern mit Lehrabschluss bzw. Berufsschule. Fast jeder zweite Angehörige dieser Gruppe (48 Prozent) ist seit mindestens 15 Jahren bei seinem jetzigen Arbeitgeber, unter den Uni-Absolventen sind es nur drei Prozent. Sie sind es auch, die mit Abstand am kürzesten bei ihrem aktuellen Unternehmen beschäftigt sind.

Bildnachweis: karriere.at/ GfK, Nejron Photo / Quelle Shutterstock,


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