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Kein Urlaub für geringfügig Beschäftigte? Quatsch!

Arbeitsrecht Erstellt am: 02. August 2014 52 Sec.

Geringfügig Beschäftigte bekommen anscheinend oft keinen Urlaub. Zu diesem Schluß kommt die Rechtsberatung der Arbeiterkammer, die zahlreiche Anfragen von geringfügig Beschäftigten zum Thema Urlaub verzeichnet. Fakt ist: Das Recht auf fünf Wochen Urlaub im Jahr gilt auch für geringfügig Beschäftigte. Generell ortet die AK ein Problem darin, dass geringfügig Beschäftigten immer wieder Leistungen vorenthalten würden, da sie angeblich keinen Anspruch darauf hätten.

Arbeitsrechtlich gibt es keine Unterschiede

Geringfügig beschäftigt sind alle, die bis zu 376,26 Euro monatlich verdienen. Arbeitsrechtlich gibt es - außer bei Kündigungsfristen für Angestellte - keine Unterschiede zu den übrigen Beschäftigen im Betrieb. Demnach haben, so die Experten der Arbeiterkammer, auch geringfügig Beschäftigte Anspruch auf fünf Wochen Urlaub pro Arbeitsjahr bzw. nach 25 Dienstjahren auf sechs Wochen. Praktisch umgesetzt sieht der Urlaubsverbrauch eines geringfügigen Mitarbeiters wie folgt aus: Eine Urlaubswoche ist verbraucht, wenn jemand, der etwa immer donnerstags arbeitet, die für einen Donnerstag vereinbarte Arbeitszeit als Urlaub konsumiert hat - sprich: einen Donnerstag Urlaub hat.

Auch Urlaubsgeld ist Pflicht

"Aus den Beratungsgesprächen wissen wir, dass vielen geringfügig Beschäftigten arbeitsrechtliche Ansprüche vorenthalten werden", berichtet etwa AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer. "Dass sie häufig keinen Urlaub bekommen, fällt natürlich jetzt im Sommer besonders auf. Doch wir wissen, dass geringfügig Beschäftigten immer wieder auch die Pflegefreistellung verweigert wird oder etwa Urlaubs- und Weihnachtsgeld vorenthalten werden." Die Arbeiterkammer rät allen Betroffenen, sich über die eigenen Rechte zu informieren. Infos zum Thema "Geringfügige Beschäftigung" gibt es auch online.


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