Erstellt am 14. März 2019 · Arbeitsleben, HR · von

Work Wives und Husbands nicht die große Liebe der Österreicher

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Hierzulande sind sie wenig verbreitet: die sogenannten Work Wives und Work Husbands. Freundschaft ja, partnerschaftliches oder gar eheähnliches Verhältnis nein, lautet (noch) das Office-Motto. Das hat eine aktuelle Umfrage von karriere.at ergeben.

Mit seinem Büro-Gegenüber regelmäßig abends was trinken gehen, sich Intimstes aus dem Privatleben anvertrauen, beim anderen ausheulen und Trost suchen. Die „Ehe“ am Arbeitsplatz kommt weltweit immer mehr in Mode – die Österreicher hingegen sind bisher nur vereinzelt auf den Geschmack gekommen.

Freundschaft statt Work Wives

„Vertraust du deinem Kollegen genauso wie deinem (Ehe-)Partner?“, lautete die Frage, die 356 Arbeitnehmer online beantwortet haben. Gut jeder Zweite (51 Prozent) setzt auf Freundschaft im Job, aber nicht auf ein eheähnliches bzw. partnerschaftliches Verhältnis. Für etwa ein Drittel der Befragten (34 Prozent) sind die Kollegen weder Work Wives oder Husbands noch Freunde. Elf Prozent wiederum haben nur zu einem einzigen derart großes Vertrauen. Lediglich vier Prozent antworteten mit „Na klar – ich bin gleich mit mehreren quasi verheiratet“.

Für 53 Prozent der Arbeitgeber (insgesamt 120 Teilnehmer) sind Job und Privatleben zwei Paar Schuhe. Jeder Fünfte wiederum sieht in den Mitarbeitern weder Ehepartner noch Freunde. 13 Prozent pflegen eine eheähnliche oder partnerschaftliche Beziehung zu wenigen ausgewählten Beschäftigten. Ebenso viele sind nach eigenem Bekunden mit mehreren Work Wives oder Husbands gleichsam verheiratet.

Zufriedenheit und Balance

„Es deutet auf Zufriedenheit im Job hin, dass bei mehr als 50 Prozent der Teilnehmer Freundschaften am Arbeitsplatz gefragt sind“, sieht Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at, ein positives Signal. Dass der Begriff „Ehe“ in den österreichischen Offices nur wenig verloren hat, zeugt für ihn wiederum von einer gesunden Trennung zwischen Beruflichem und Privatem. „Für viele Arbeitnehmer wird es bekanntermaßen immer wichtiger, Balance zu finden.“

Klatsch und Tratsch und Balsam für die Seele dienen der Psychohygiene und stärken das Selbstvertrauen.

Dabei können Work Wives und Husbands durchaus glücklich machen. Es muss ja nicht gleich die ganz große Liebe sein – aber wer fühlt sich nicht besser, wenn er sich mit dem Kollegen seines Vertrauens auch außerhalb des Büros austauscht? Klatsch und Tratsch und dazu ein bisschen Balsam für die Seele dienen der Psychohygiene und stärken das Selbstvertrauen. Und kann ganz nebenbei auch der privaten Partnerschaft helfen: Er oder sie wird es danken, wenn auf der Couch nicht Arbeit, sondern Romantik mit allem, was dazugehört, Thema ist …

Boost für die Romantik

 

Bildnachweis: nd3000, Pixel-Shot / shutterstock, karriere.at

Tobias Prietzel

Als Stimme von karriere.at recherchiert, spricht und schreibt Toby – u.a. für unseren Blog. Eines seiner größten Autorenvorbilder, wenn es um Einfallsreichtum und Spannung geht, ist Stephen King.