14. Dezember 2017 · Arbeitsmarkt · von

Arbeitsmarkt: Wo junge Österreicher auf Jobsuche gehen

Wer als Arbeitgeber denkt, er könne Lehrlinge, Maturanten und Absolventen mit Stelleninseraten gleichermaßen erreichen, der irrt. Eine aktuelle Auswertung der Statistik Austria liefert spannende Daten zu Fragen wie: Wo und wie suchen junge Österreicher ihre Jobs und sind sie bereit, für den Beruf umzuziehen?

Eine aktuelle Auswertung zur Arbeitssuche junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt liefert eine Publikation der Statistik Austria. Den jungen österreichischen Arbeitnehmern auf der Spur: Wo suchen Arbeitnehmer im Alter von 15 bis 34 Jahren ihre Jobs?

So kommen junge Menschen an ihre Jobs

  1. Rund ein Drittel (35 Prozent) der Arbeitnehmer zwischen 15 und 34 Jahren hat über soziale Kontakte im Familien- oder Freundeskreis ihre Arbeitsstelle gefunden. In diesen Branchen boomt Mundpropaganda und Vitamin B besonders: Beherbergung/Gastronomie, wirtschaftliche Dienstleistungen und im Baugewerbe.
  2. 24 Prozent haben von sich aus Kontakt mit Arbeitgebern aufgenommen und z.B. Initiativbewerbungen verschickt, um an einen Job zu kommen.
  3. Vom Stelleninserat zum neuen Job: 23 Prozent sind über den klassischen Weg, der Bewerbung auf ein Jobinserat, an ihre Stelle gekommen. Vor allem im urbanen Raum ist diese Art der Jobsuche relevant.
  4. Nur sieben Prozent der jungen Arbeitnehmer wurden von Unternehmen mit einem Jobangebot aktiv kontaktiert.

Für den Berufseinstieg junger Menschen weniger relevant und in der Statistik deshalb unter „Sonstiges“ zusammengefasst: Die Jobsuche über Kontakte an Schulen oder Universitäten, das AMS, private Vermittler, Berufseinstieg per Praktika oder Berufsmessen.

Ausbildung hat Einfluss auf die Art der Jobsuche

Auf die Methode der Arbeitssuche hat die berufliche Qualifikation direkten Einfluss. Nicht alle jungen Österreicher setzen gleichermaßen auf Networking, Bewerbungsschreiben oder Initiativbewerbungen.

  • Pflichtschule, Lehre, berufsbildende mittlere Schule: Der Zugang zum Arbeitsmarkt findet hauptsächlich über soziale Netzwerke, also Kontakte im Familien- oder Freundeskreis, statt. Die direkte Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber führt bei dieser Personengruppe häufiger zu einem Beschäftigungsverhältnis als die Bewerbung auf eine Stellenanzeige.
  • Matura: Auch Jobsuchende mit Maturaabschluss setzen vor allem auf soziale Kontakte zur Jobsuche. Im Gegensatz zu Personen mit geringerem Bildungsabschluss nützen diese Personen allerdings verstärkt die Möglichkeit, sich auf Stellenanzeigen zu bewerben. Die direkte Kontaktaufname mit Arbeitgebern folgt dafür erst auf Platz drei.
  • Universität: Für diese Personengruppe verlieren soziale Kontakte bei der Jobsuche deutlich an Relevanz. Die Bewerbung auf Jobinserate ist für sie erstes Mittel bei der Jobsuche, danach folgt die aktive Frage nach einem Job bei Wunscharbeitgebern. Verglichen mit den anderen Qualifikationsstufen zeigt sich außerdem: Active Sourcing fruchtet hier besonders, für zwölf Prozent sind Jobangebote durch Unternehmen nämlich relevantes Mittel, um an einen Job zu kommen.

Mobilitätsbereitschaft

Für einen neuen Job umziehen oder längere Anfahrten in Kauf nehmen? Für die Mehrheit der jungen Österreicher ist das kein Problem. 59 Prozent der 15- bis 34-Jährigen würden für eine Arbeitsstelle umziehen oder wären bereit, länger als eine Stunde in die Arbeit zu pendeln. Männer sind etwas häufiger für einen Ortswechsel bereit als Frauen. Dieser geschlechtsspezifische Unterschied ist vor allem auf Betreuungspflichten gegenüber Kindern zurückzuführen. Sind Kinder im Haushalt, sind 57 Prozent der Männer zum längeren Pendeln und/oder einem Umzug bereit, aber nur 33 Prozent der Frauen. Ohne Kinder im Haushalt ist die Mobilitätsbereitschaft von Männern und Frauen annähernd gleich (Männer 71 Prozent, Frauen 67 Prozent).

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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