13. Juni 2018 · Arbeitsleben, Arbeitsrecht · von

WM in der Arbeit: Wie man Fußball und Job perfekt vereint

Eine Frage quält Fußballfans schon länger und wird ab morgen wieder schlagend: Fußball oder Arbeit? Was du rechtlich beachten solltest, um die WM zu genießen, ohne deinen Job zu riskieren und wie du deinen Chef auf deine Seite holst. Außerdem: Der exklusive karriere.at WM Planer für die Arbeit zum Download.

„Alles Fußball“ heißt es wieder. Nun kann man von Russland halten, was man möchte – fix ist, dass die nicht bis kaum vorhandene Zeitverschiebung dafür sorgt, dass viele Spiele in der Kernarbeitszeit stattfinden. Und das bedeutet, dass man sich als eingefleischter Fußballfan entscheiden muss: Seriös sein und gewissenhaft seiner Arbeit nachgehen oder am Ball bleiben und Fußball schauen. Aber muss das eine wirklich das andere ausschließen?

Wir haben für dich die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen zusammengefasst und außerdem ein paar Tipps, wie du deinen Vorgesetzten ein bisschen Fußballluft in der Arbeit schmackhaft machen kannst. Unser Zuckerl: Der karriere.at WM Planer zum Download mit unverbindlichen Anbringungsbeispielen.

Erlaubt oder nicht? Arbeitsrecht zur WM

Sich dem Fußballfieber im Job zu sehr hingeben? Davor warnt die AK Oberösterreich und hält Arbeitsrecht-Tipps zur EM bereit. Hier die wichtigsten Punkte:

TV, Radio, Internet – wie bleibe ich informiert, ohne meinen Job zu riskieren?

Fernsehen am Arbeitsplatz – das ist in den meisten Unternehmen nicht Bestandteil des Arbeitsvertrags und damit auch nicht erlaubt. Arbeitest du allerdings in einem Lokal oder Wettbüro, wo es generell gestattet oder unausweichlich ist fernzusehen, wird es nur problematisch, wenn die geforderte Arbeitsleistung aufgrund der Ablenkung nicht geleistet wird. Dasselbe gilt fürs Radiohören. Ist das in der Arbeitszeit generell erlaubt, dürfen auch während der WM Spiele mitverfolgt werden, solange die Leistung nicht darunter leidet. Und das Lieblingsspiel einfach im online-Stream mitverfolgen? Ist die Privatnutzung des Internets während der Arbeitszeit offiziell gestattet, darfst du die Spielergebnisse auch online verfolgen – allerdings nicht volle 90 Minuten lang, denn dabei kann nicht mehr von einer uneingeschränkten Arbeitsleistung die Rede sein. Erlaubt der Arbeitgeber generell weder Fernsehen, Radio oder Internet am Arbeitsplatz, ist die Neugier aber größer, riskiert man eine Verwarnung und als Wiederholungstäter sogar eine fristlose Entlassung.

Bier ab vier – oder wie?

Fußball und Bier – für viele eine Verbindung, die man nicht trennen sollte. Aber darf man auch in der Arbeit auf Tore anstoßen? Was Alkoholkonsum am Arbeitsplatz betrifft, sind viele Arbeitgeber rigoros. Ist Alkohol während der Arbeit generell verboten (wie in den allermeisten Unternehmen üblich), gilt das auch für die Zeit der Fußball Weltmeisterschaft – egal, ob in Pausen oder an gemeinsamen Fußballabenden im Unternehmen (wenn als Arbeitszeit eingestuft). Wer trotzdem alkoholisiert im Job erwischt wird, muss mit Disziplinarmaßnahmen und im schlimmsten Fall auch mit Entlassung rechnen.

Darf ich mein Lieblingstrikot in der Arbeit tragen?

Wie stehts mit einer WM-Spezial-Schreibtischdeko oder der besonderen Auslegung des Casual Friday? Das hängt von Arbeitsplatz und Tätigkeit ab. Rechtlich heißt es: Die Arbeitskleidung muss „betrieblich angepasst“ sein. Steht Kundenkontakt in der Jobbeschreibung, geht das oft mit einem entsprechenden Erscheinungsbild einher. Fan-Dressen und Ähnliches kann der Arbeitgeber hier verbieten. Ansonsten gilt: Erlaubt ist, was gefällt!

Kann ich mir für ein Fußballspiel freinehmen?

Der Flug nach Russland ist schon gebucht? Der Fußballabend mit Freunden fällt feuchtfröhlich aus und fordert am nächsten Tag seinen Tribut? Ohne Urlaubsvereinbarung einfach zuhause zu bleiben ist auch während der WM nicht ratsam – das gilt als unerlaubtes Fernbleiben und kann ein Entlassungsgrund sein. Wer sich extra Urlaub nehmen will, muss das mit dem Vorgesetzten vereinbaren. Wer noch einen Schritt weiter geht und sich krank meldet und dabei beim Public Viewing gesichtet wird, riskiert außerdem eine fristlose Entlassung.

Unser Tipp: Idealerweise schon vorab mit dem Vorgesetzten Spielregeln für die Fußball Weltmeisterschaft in der Arbeit festlegen – das erspart Ärger und vielleicht entstehen sogar gemeinsame Ideen für eine gesteigerte Mitarbeitermotivation.

Wie man den Chef von Fußball in der Arbeit überzeugt

Du fragst dich: Wie kann ich den positiven Einfluss der Fußball Weltmeisterschaft für meine Arbeitsmotivation nutzen? Oder anders gefragt: Wie schaffe ich es, in der Arbeit (ganz offiziell und ohne Geheimniskrämerei) Fußball zu schauen? Gute Nachrichten: Es gibt tatsächlich ein paar Punkte, die deine Vorgesetzten überzeugen könnten, ein wenig Fußball in den Arbeitsalltag zu integrieren – und zwar diese:

Gemeinsame Aktivitäten im Job – z.B. Corporate Viewing oder ein firmeninternes Tippspiel – können unter anderem Folgendes bewirken:

  • ein angenehmeres Arbeitsklima
  • höhere Motivation bei den Mitarbeitern und damit Produktivitätssteigerung
  • besseres Mitarbeiterengagement und eine stärkere Mitarbeiterbindung

Ein Tag Home Office oder ein gesponsertes Team-Frühstück am Tag nach einem wichtigen Spiel beugt etwaigen Krankmeldungen vor und erhöht außerdem Motivation, Produktivität und Loyalität der Mitarbeiter. Und das auch nach der vierwöchigen Spielzeit. Diesen Strauß an positiven Auswirkungen solltest du deinem Chef also keineswegs verheimlichen. ;-)

WM Planer für die Arbeit

Damit du in Sachen Karriere am Ball bleibst, gibt es karriere.at. Für den Überblick über alle Spiele der Fußball WM in Russland gibt es unseren Spielplan. Das mit dem WM-Sieg muss die Mannschaft deines Vertrauens dann aber schon selbst machen. Kein Spiel verpassen! #willstdukannstduWM Planer Arbeit

WM Planer zum Download
Bildnachweis: Shutterstock/LightField Studios; Grafik: karriere.at

Tanja Karlsböck

Tanja macht Instagram, YouTube & Co. für karriere.at und als Abwechslung Blogposts, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.

karriere.at verwendet Cookies, um dein Benutzererlebnis zu verbessern und personalisierte Werbung anbieten zu können. Weitere Informationen und deine Opt-Out Möglichkeit findest du auf unserer Datenschutzseite.