10. Oktober 2018 · Arbeitsleben · von

Wie Vorurteile dein Leben langweilig machen und dir Chancen nehmen

Mit deinen Vorurteilen gehst du durchs Leben wie mit einer Ettiketiermaschine, klebst munter Label um Label auf Personen und Dinge. Dabei machst du dir vielleicht nicht einmal die Mühe, deine Umgebung oder Personen genauer unter die Lupe zu nehmen. Falscher Haarschnitt, falsche Kleidung, falsches Geschlecht? Stempel drauf, Schublade auf, Schublade wieder zu. Ist es vielleicht an der Zeit, deine Vorurteile mal zu überdenken?

Vorurteile: Abkürzungen für unser Denken

Blondinen sind dumm, die Jugend ist faul, Männer können nicht zuhören und Frauen nicht einparken: Vorurteile und Stereotype hat jeder – hoffentlich nicht so drastisch, wie die erwähnten Beispiele, aber trotzdem. Vorurteile haben wir aus gutem Grund, denn sie ersparen uns viel Denkarbeit. Dank ihnen greifst du blitzschnell auf bereits vorhandene Erfahrungen zurück und kategorisierst so Personen und Dinge. Jemand, der vielleicht mehrere Male schlechte Erfahrungen mit einem Autohändler gesammelt hat, wird im Brustton der Überzeugung sagen: „Diese Autohändler, das sind alles Gauner!“, während sich ein anderer darüber wundert. Denn seiner Erfahrung nach sind Autohändler ganz normale Mitmenschen.

Im Umgang mit anderen Menschen sind Vorurteile für unser Gehirn sehr praktisch. Sehr schnell können wir andere Personen einer Gruppe zuordnen, ein Urteil fällen: Den mag ich, den mag ich nicht. Ihr vertraue ich, ihr vertraue ich nicht. Für ein attraktives Äußeres, gewisse Statussymbole oder besonders gepflegtes Aussehen gibt es beispielsweise einen Vertrauensvorschuss. Dein Bankberater wäre in Flip Flops und Shorts genauso kompetent wie in Anzug und Krawatte – aber so locker-lässig in diesem Job? Kann der mein Geld richtig gut verwalten? Ein Geschäftsführer ohne teuren Dienstwagen: Wie gut kann es seinem Unternehmen schon gehen? Der introvertierte, stille Bewerber: Wie gut kann der schon geeignet sein? (Über Vorurteile in Bewerbungssituationen gibt es übrigens an dieser Stelle einen kompletten Artikel.)

  • Vorsicht vor dem ersten Eindruck!
    Es ist natürlich etwas Wahres dran: Der erste Eindruck zählt – und oft liegen wir auch gar nicht so falsch mit unserer ersten Einschätzung eines Menschen. In manchen Fällen liegen wir aber auch gründlich daneben. In diesem Fall haben wahrscheinlich Vorurteile dein Urteilsvermögen getrübt. Nach dem ersten Eindruck solltest du deshalb auch dem zweiten Eindruck eine richtige Chance geben. Ein interessantes Experiment zum Thema „erster Eindruck“ haben wir übrigens bei der TEDxVienna durchgeführt, das Video kannst du dir an dieser Stelle ansehen.
  • Vorurteile machen dein Leben langweilig
    Vorurteile können verhängnisvoll sein. Sie nehmen dir die Chance, neue Menschen kennenzulernen oder an unbekannte Orte zu reisen.  Wenn du bereits im Vorfeld überhaupt keine Lust hast, dich mit jemandem auseinanderzusetzen oder z.B. ein unbekanntes Land zu bereisen, über das du dir gedanklich bereits eine Meinung gebildet hast, dann wird dein Leben ziemlich eintönig sein.
  • Hinterfrage deine Erfahrungen
    Nimm dir immer wieder Zeit, um deine eigenen Denkmuster und Vorurteile zu hinterfragen. Dazu kannst du z.B. ein paar Minuten lang Menschen im Getümmel der Stadt aktiv betrachten und bewusst wahrnehmen, welche Vermutungen und Gedanken du dazu anstellst. Überlege auch: Welche Meinung haben sich andere Menschen vielleicht bereits über dich gebildet?

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