23. Mai 2018 · HR · von

Bitte nicht! 5 Interviewfragen, die kein Bewerber gerne hört

Ein Bewerbungsgespräch ist nur so gut wie seine Fragen – und die können manchmal richtig unangenehm sein. Diese 5 Fragen hört kein Bewerber im Jobinterview gerne:

Haben Sie eigentlich Familie?

Das Interesse an den persönlichen Lebensumständen eines Bewerbers mag teilweise berechtigt sein, mit direkten Fragen nach Lebenspartnern oder Kindern machen sich Recruiter allerdings keine Freunde. Fragen nach der Familienplanung oder sexuellen Orientierung sind ohnehin tabu. Wer Interesse am Privatleben eines Bewerbers hat, kann im Rahmen von lockerem Small-Talk mehr herausfinden oder das Thema ansprechen, wenn z.B. Benefits und Zusatzleistungen wie Kinderbetreuung, finanzielle Zuschüsse etc. besprochen werden. Bei dieser Frage macht eben der Ton die Musik.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Diese Frage ist ein gefürchteter Klassiker im Jobinterview. „Was soll ich denn darauf sagen?“, das fragen sich viele Bewerber. Nicht jeder hat sich für sein Leben einen genauen Plan zurechtgelegt und ob ein Arbeitgeber bzw. ein Job auch in fünf oder zehn Jahren noch attraktiv sind, wer weiß das schon. Viele Kandidaten haben Angst, auf diese Frage falsch zu antworten: Jetzt sagen, dass ich eine Führungsposition anstrebe, ja oder nein? Darf ich sagen, dass ich bis dahin viel mehr Geld verdienen möchte? Die langfristigen Ziele eines Bewerbers können auch anders abgefragt werden, indem die Frage konkreter formuliert wird oder der Interviewer zuerst offenbart, wohin sich die Stelle im Lauf der nächsten Jahre hinentwickeln soll. Ideal ist, wenn dem Bewerber auch bei dieser Frage signalisiert wird: Jetzt gibt es keine falsche Antwort.

Auf Facebook/Twitter/etc. habe ich gesehen, dass Sie…

Es ist kein Geheimnis, dass sich Personaler online vorab auf die Suche nach Infos zum Kandidaten machen und einige Bewerber auch recht sorglos mit privaten Informationen im Netz umgehen. Als Faustregel gilt: Auf öffentlich zugängliche Informationen in Business-Netzwerken darf man sein Gegenüber ruhig ansprechen, Inhalte privater Accounts aber besser nicht thematisieren. Ausnahmen gibt es natürlich auch hier, wer z.B. sein Hobby im Netz öffentlich macht, wird mit Nachfragen wahrscheinlich kein Problem haben. Dann aber besser nicht kommunizieren, wie intensiv man sich auf die Suche nach diesen Infos begeben hat.

Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre das?

Hallo Westentaschenpsychologie! Die Frage nach dem Wunschtier steht stelltvertretend für jede skurrile Frage, die so mancher Bewerber ertragen muss. Deshalb: Bitte keine Fragen nach hypothetischen Zweitleben als Fahrzeuge, Pflanzen, Tiere oder ob man vielleicht am liebsten ganz anders heißen möchte. Brainteaser oder schräge Denkaufgaben sind angebracht, wenn die abgefragte Leistung für die ausgeschriebene Stelle relevant ist.

Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?

Nach einem gut geführten Bewerbungsgespräch mit gründlichen Fragen sollte sich die Antwort auf diese Frage erübrigen oder anders gesagt: Wer diese Frage stellt, kann sich alle anderen Fragen im Jobinterview doch sparen? Eine unangenehme Variante der Frage, die manchmal tatsächlich gestellt wird, ist übrigens: „Wir haben für diesen Job noch vier andere Bewerber, die in die engere Wahl kommen. Warum sollten wir ausgerechnet Sie nehmen?“

So gehts besser: Ein Fragenkatalog für Recruiter

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

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