30. August 2017 · HR · von

High Potentials: Die Jahrgangsbesten für sich gewinnen

Gut zu wissen für Arbeitgeber, die die Besten ihres Jahrgangs gewinnen möchten: Das trendence Graduate Barometer wertet jährlich aus, was sich Österreichs Absolventen von Karriere und Arbeitgeber erwarten. Eine Sonderauswertung der Studie hat sich die Wünsche der heimischen High Potentials genauer angesehen.

Wie die Wunscharbeitgeber und Karrierepläne der High Potentials in Österreich aussehen, das hat trendence im Rahmen seiner Absolventen-Studie erfasst. Für Arbeitgeber, die auf der Suche nach den Besten der Besten sind, ist das gut zu wissen.

Wer sind die High Potentials?

Für das trendence Graduate Barometer 2017 wurden 12.000 österreichische Studierende befragt, 152 von ihnen sind High Potentials der Wirtschaftswissenschaften:

  • Exzellente Leistungen: Sie gehören zu den besten 25 Prozent ihres Studienjahrgangs
  • High Potentials bringen Auslands- und Praxiserfahrung mit
  • Neues Kriterium in diesem Jahr: Sie engagieren sich sozial oder politisch

Wunscharbeitgeber: Consulting – aber nicht jeder!

Consulting ist mit deutlichem Abstand die Lieblingsbranche der High Potentials. Mehr als jeder Fünfte möchte seine Karriere in einem Beratungsunternehmen starten. Allein in den Top 10 der Wunscharbeitgeber befinden sich vier Beratungen. Deloitte, EY und McKinsey zählen hier zu den beliebtesten Arbeitgebern. Die Boston Consulting Group – im allgemeinen Ranking auf Platz 1 – landet bei den High Potentials „nur“ auf Platz 4. Beratungen sind bei Österreichs Besten der Besten also beliebt, allerdings führen andere Arbeitgeber das Ranking an: BMW, die Österreichische Nationalbank und die Bosch Gruppe. Das vollständige Ranking ist hier zu finden.

Arbeitgeber müssen sehr viele Infos bieten

Auf der Suche nach Informationen zu Arbeitgebern sind High Potentials noch wissbegieriger, als ihre Kommilitonen. Sie informieren sich deutlich häufiger über potenzielle Arbeitgeber. Dabei setzen sie vor allem auf Online-Medien. 84 Prozent informieren sich über Karriereportale, mehr als drei Viertel sehen sich auf Karriere-Websites um. Unter ihren Studienkollegen tun das nur zwei Drittel. „High Potentials hinterfragen die Informationen kritisch, bevor sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden. Unternehmen müssen Informationen mit viel Substanz bieten, wenn sie High Potentials überzeugen wollen. Attraktive Produkte allein reichen da nicht“, erklärt Bernhard Vierhaus, Österreich-Experte bei trendence.

High Potentials und das liebe Geld

Kann ein Arbeitgeber schlechtes Image durch mehr Gehalt wettmachen? Das funktioniert bei den High Potentials nicht. Nur 6,8 Prozent würden Geld als Trostpflaster für ein schlechtes Unternehmensbild akzeptieren – viel weniger als der Gesamtwert (35,8 Prozent der Absolventen). Passt ein Arbeitgeber hingegen wirklich gut, würden sie beim Einkommen sogar Abstriche machen.

Jobsuche am Campus

Österreichs High Potentials informieren sich sehr gerne im Umfeld der Hochschule über Karrieremöglichkeiten. Angebote wie den Career Service, Praktika, Unternehmensvorstellungen und Praxisvorträge am Campus nehmen sie gerne in Anspruch. Der Jobsuche mit Fun-Faktor sind High Potentials ebenfalls nicht abgeneigt. Events, bei denen man auch einen Arbeitgeber besser kennenlernen kann, stehen auf ihrer Wunschliste zwar nicht ganz oben, diese Angebote werden aber gerne angenommen – und sorgen für eine hohe Trefferquote. Aktionen wie Studentenwettbewerbe oder die Ausschreibung von Abschlussarbeiten können ebenfalls gutes Recruiting-Tool sein. „High Potentials messen sich gerne mit anderen. Das macht auch ihre Stärke für die Unternehmen aus. Entsprechend finden sie auch Aktionen von Arbeitgebern spannend, bei denen sie sich mit anderen vergleichen können“, erläutert Bernhard Vierhaus. Hier punkten wieder die Consulting-Unternehmen: Unter den zehn Arbeitgebern, die sich am stärksten um Studierende am Campus bemühen, befinden sich fünf Beratungen.

Mehr Arbeit? Kein Problem

High Potentials sind leistungsbereit, sie würden – im Gegensatz zu ihren Kommilitonen – fünf Wochenstunden mehr arbeiten. Laut trendence-Barometer ergibt das eine Arbeitszeit von 46,4 Stunden wöchentlich. Im Gegenzug verlangen sie dafür nicht viel, Work-Life-Balance oder flexible Zeiteinteilung mit der Option auf freie Tage unter der Woche sind ihnen nicht so wichtig. Außerdem findet es mehr als die Hälfte in Ordnung, auch nach Feierabend, im Urlaub oder am Wochenende für Kollegen oder Chefs erreichbar zu sein. Eines wünschen sich High Potentials allerdings öfter als ihre Kommilitonen: Die Möglichkeit, nach spätestens fünf Jahren im Job ein Sabbatical zu nehmen.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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