27. August 2014 · Arbeitsleben · von

Streit im Büro: Arbeitsfrust statt Arbeitslust

Jeder kennt die Situation: Ein Konflikt steht im Raum, die Stimmung ist vergiftet, die Spannung fast schon körperlich spürbar. Wenn allein das tägliche „Guten Morgen“ Überwindung braucht. Wenn Handytelefonate der anderen Konfliktpartei zur unerträglichen Tortur werden. Und wenn man das bloße Lachen seines Gegenübers als Provokation auffasst. Besonders heikel wird die Lösung so einer Situation, wenn sie nicht im privaten Umfeld sondern am Arbeitsplatz stattfindet. Dann sind nämlich die Mediationsqualitäten des Arbeitgebers gefragt.

„Es ist so mühsam. Die Chefs machen Druck, dass das Projekt fertig wird, und es geht einfach nichts weiter. Ich will ja produktiv sein, aber meine Kollegin engagiert sich einfach nicht“, ärgert sich PR-Managerin Ursula. Seit einem knappen Monat steht sie mit ihrer Bürokollegin auf Kriegsfuß. Wegen einer Banalität. Trotzdem der Effekt: Kommunikation auf Sparflamme, Sticheleien wo es geht, unterdrückter Zorn, Frust, Frust, Frust…

Und die Leidtragenden sind nicht nur die Betroffen selbst. Auch die Kollegen haben unter der vergifteten Stimmung zu leiden. Und die Unternehmensführung erst recht: Denn für sie zählt neben dem zwischenmenschlichen Aspekt vor allem der Verlust der Produktivität.

Umso wichtiger ist es für diese, Konflikte im Optimalfall gar nicht erst entstehen zu lassen. In seinem nun neu aufgelegten Buch „Toolbox zur Konfliktlösung“ (erschienen bei Eichborn, Preis € 17,95) beschäftigt sich der Trainer und Coach Rolf Schulz wie Konflikte analysiert und dann gelöst werden können. Denn einer Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, bringt mit Sicherheit keinen Erfolg. Nur wer Konflikte „lesen“ kann und weiß wie natürlich und banal Konflikte entstehen, traut sich später auch zu, diese zu lösen.

Rolf Schulz behandelt in seinem Buch, das übrigens Testsieger bei der Stiftung Warentest (November 2009) ist, sämtliche Konfliktformen – sowohl zwischen Mitarbeitern untereinander als auch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Und teilt sie in wenige, klare Kategorien ein. Anhand dieser stellt der Autor sieben „Werkzeuge“ zur Entspannung der Situation vor. „So individuell Konflikte für die Beteiligten auch sein mögen, dahinter steckt immer ein mehr oder weniger leicht zu entdeckendes Muster. So lassen sich selbst chronische Konflikte, die auf vermeintlichen persönlichen Differenzen beruhen (Charakter, Sympathien), meist auf der Verhaltensebene lösen“, bewertet Wolfgang Hanfstein von managementbuch.de das Sachbuch.

Christoph Weissenböck

Christoph war viele Jahre bei karriere.at im Content-Team. Er ist leider weg, seine Beiträge bleiben zum Nachlesen aber hier im Blog.

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