20. Juli 2017 · HR · von

Floskeln statt Klartext: Jobinserate bieten oft zu wenig Infos

Floskeln, Worthülsen, Kauderwelsch: Wie aussagekräftig Stelleninserate österreichischer Arbeitgeber sind, wurde im Rahmen einer neuen Studie untersucht. Das Ergebnis: Einiges funktioniert in Inseraten bereits gut, an vielen Stellen müssen die Unternehmen aber nachschärfen.

Wenn sich Arbeitgeber und Jobsuchende nicht finden, kann das an unklar formulierten Stelleninseraten liegen. wortwelt hat Sprache und Inhalt von mehr als 150 österreichischen Jobinseraten untersucht. So schneiden die Arbeitgeber dabei ab:

10 Faktoren, mit denen ein gutes Inserat steht oder fällt

  1. Es mangelt häufig an einfacher und prägnanter Sprache. 2 von 3 Stelleninseraten sind eher kompliziert formuliert. In den analysierten Inseraten wimmelt es vor allem vor Substantiven: Planung, Durchführung, Messung – über die konkrete Tätigkeit sagt das zu wenig aus.
  2. Gute Noten erhalten Arbeitgeber hingegen, was die Übersichtlichkeit und Struktur der Stelleninserate angeht.
  3. Klartext? Am Anfang fast jeden Inserates steht die Unternehmensbeschreibung – und hier zeigen sich Arbeitgeber wenig kreativ. Innovativ und führend – diese Beschreibung heftet sich so gut wie jedes Unternehmen an die Fahnen. Klartext war bei nur etwas mehr als einem Viertel der untersuchten Inserate zu finden, der Rest setzt auf Marketingsprech.
  4. Mehr Klarheit herrscht hingegen beim Jobtitel. Den formulieren fast alle ausschreibenden Arbeitgeber klar und verständlich.
  5. Wie ausgeprägt wird die Unternehmenskultur in Inseraten kommuniziert? Für viele Arbeitgeber spielen Werte im Stelleninserat eine untergeordnete Rolle. In beinahe der Hälfte der Inserate gibt es keine Infos zur vorherrschenden Unternehmenskultur, in 39 Prozent ist sie immerhin zu erahnen.
  6. Welche Aufgaben im Job auf einen warten, diese Info ist für Bewerber natürlich wichtig. Aus den Inseraten geht das aber nicht immer klar hervor – Floskeln und allgemein gehaltene Begriffe wie „Konzeptentwicklung“ sagen zu wenig aus. Nur 23 Prozent der Inserate zeichnen ein klares Bild der zukünftigen Aufgaben.
  7. Verständlicher wird es bei den Anforderungen, die an Bewerber gestellt werden. 41 Prozent der Unternehmen kommunizieren im Inserat deutlich, was sie von Kandidaten erwarten. Im Idealfall spart man mit Worthülsen à la „kommunikativ“ und „teamfähig“.
  8. Arbeitgeber fordern und bieten dafür auch etwas. Ihr Angebot an neue Mitarbeiter kommunizieren sie nicht immer ausreichend. Von zehn Inseraten verraten vier überhaupt nichts über das Angebot für Arbeitnehmer, in weiteren vier finden sich immerhin allgemein gehaltene Floskeln wie „Weiterbildung“.
  9. Meist sehr nebulös: Was ist Sinn der ausgeschriebenen Stelle? Was motiviert in diesem Job? 91 Prozent der Inserate verraten nicht, auf welches Ziel in der ausgeschriebenen Position hingearbeitet wird.
  10. Mit wem täglich zusammengearbeitet wird, das vernachlässigen die Arbeitgeber in ihren Inseraten am häufigsten. In 98 Prozent der untersuchten Ausschreibungen finden sich keinerlei Infos zu Team oder Arbeitsumfeld.

Fazit: Je ungenauer und „nebulöser“ das Stelleninserat, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich unpassende Kandidaten bewerben. Wer seine Inserate nachschärft, begeistert eher die richtigen Bewerber.

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Bildnachweis: patpitchaya/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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