14. Juni 2017 · Arbeitsmarkt · von

Überstunden, Arbeitszeit und Jobsuche: Die Lage am Arbeitsmarkt

63 Millionen geleistete Überstunden – auf der anderen Seite Arbeitnehmer, die gerne mehr arbeiten würden. Aktuelle Erkenntnisse und spannendes Zahlenmaterial zum Arbeitsmarkt in Österreich hat die Statistik Austria heute veröffentlicht.

Die Fakten zum Arbeitsmarkt

  • 4.184.400 Personen waren in Österreich im ersten Quartal 2017 erwerbstätig. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres ein Anstieg um 40.000 Personen. 27.800 Erwerbstätige hatten Teilzeit-Jobs, 12.200 eine Vollzeit-Stelle.
  • 264.200 Personen waren im ersten Quartal arbeitlos gemeldet. Verglichen mit dem ersten Viertel des Jahres 2016 ein Rückgang um 6,3 Prozent (Q1 2016: 275.400).
  • Etwas anders stellt sich die Situation im Vergleich zum 4. Quartal 2016 dar: Hier ergibt sich ein (teils saisonbedingter) Rückgang der Erwerbstätigkeit um 55.600 Personen, insbesondere Männer. Die Zahl der Arbeitlosen stieg um 12.200.
  • Die Quote der Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr ohne Beschäftigung) lag bei 1,9 Prozent.
  • Der Beschäftigungszuwachs im ersten Quartal 2017 verteilte sich vor allem auf ältere Personen und ausländische Staatsangehörige.
  • 86.800 offene Stellen waren in den ersten drei Monaten des Jahres zu verzeichnen (Q1 2016: 73.200)

Es wurde mehr gearbeitet

Intensiver Start in das Jahr 2017: 1 Milliarde und 734 Millionen Arbeitsstunden haben die Österreicher im ersten Quartal gearbeitet. Das liegt über dem Niveau des Vorjahres (1 Milliarde, 676 Millionen Stunden). Auch die Zahl der Überstunden stieg leicht an: 63 Millionen Überstunden wurden im ersten Quartal geleistet, 61 Millionen waren es im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 32,5 Stunden wöchentliche Arbeitszeit wird laut Statistik in Hauptbeschäftigung gearbeitet, auch hier ein Anstieg zum Quartal des Vorjahres: 2016 waren es 31,7 Stunden.

Nicht auf Jobsuche oder unterbeschäftigt

Sie suchen zwar keinen Job, würden grundsätzlich aber innerhalb von zwei Wochen für eine Arbeitsaufnahme zur Verfügung stehen – die sogenannte „stille Arbeitsmarktreserve“. 142.300 nicht erwerbstätige Personen zwischen 15 und 64 Jahren waren das im 1. Quartal 2017, etwas weniger als im Vorjahr (159.300).

221.100 Personen arbeiteten weniger als 40 Wochenstunden, würden aber gerne mehr arbeiten und stünden dafür auch kurzfristig zur Verfügung. Die Zahl dieser „arbeitsbezogenen Unterbeschäftigten“ hat sich im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres nicht stark verändert (225.600).

Teilzeitarbeit bleibt weiblich

Mit dem Plus von 27.800 Arbeitnehmern in Teilzeit gewinnt diese Erwerbsform nochmals an Bedeutung. 966.000 Frauen und 263.300 Männer gaben im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung an, Teilzeit zu arbeiten. Der Vergleich mit dem Vorjahresquartal zeigte bei den Frauen ein Plus von 17.600 Teilzeitstellen, aber kaum eine Änderung bei der Anzahl der Vollzeitstellen.

Zur Methodik

Die veröffentlichten Daten stammen aus der „Europäischen Arbeitskräfteerhebung“, die in allen EU-Mitgliedsstaaten durchgeführt wird. In zufällig ausgewählten Haushalten werden Informationen zu Erwerbstätigkeit und Arbeitssuche erhoben. In Österreich wird diese Erhebung im Rahmen des Mikrozensus durchgeführt. Wöchentlich werden rund 1.500 Haushalte befragt, die Daten werden auf die Bevölkerungszahl hochgerechnet. Arbeitslose nach internationaler Definition: Personen, die  nicht erwerbstätig sind, innerhalb der nächsten beiden Wochen nach der Referenzwoche eine Arbeit aufnehmen können und in der Referenzwoche oder den drei vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben oder nur deshalb nicht gesucht haben, weil sie bereits eine Arbeit gefunden haben, die sie innerhalb von drei Monaten aufnehmen werden. Definitionsbedingt liegen sowohl die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitslosen als auch die nationale Arbeitslosenquote deutlich über dem Niveau der von Statistik Austria erhobenen Zahlen nach internationaler Definition.

Bildnachweis: Dragon Images / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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