Erstellt am 8. April 2019 · Arbeitsleben · von

Der Sonderling im Team? Du kannst was bewirken!

Lesezeit: 2 Minuten

Alle Kollegen trinken morgens Kaffee, nur Eva nicht, denn die trinkt Tee. „Sonderlinge“ wie Eva gibt es in fast jedem Team: Es gibt den, der immer zu spät kommt, den, der nie zum Mittagessen mitgeht oder den, der im Büro nur in bunten Socken rumläuft. Wie diese liebenswerten Individualisten das Erscheinungsbild der ganzen Gruppe verändern können, hat eine Studie erforscht.

Es gibt ungeschriebene Gesetze in jedem Team. Die übliche Uhrzeit, zu der alle eintrudeln, wann und wo man Mittagspause macht oder wie man gestylt sein soll und darf. Es sind diese Dinge, die nicht vom Unternehmen vorgegeben sind, aber sich so eingebürgert haben. Und die einem oft gar nicht so bewusst sind, bis einer aus der Reihe tanzt. Weil er eben seinen ganz eigenen Stil hat, der sich so völlig vom Rest des Teams unterscheidet. Oder weil er als ausgeprägte Nachteule einfach nicht vor neun produktiv sein kann. Solche Sonderlinge im Team zu haben, kann für eine Gruppe durchaus positiv sein, denn sie verändern deren Wirkung auf ihr Umfeld. Das hat eine Studie der Standford University ergeben.

Der Sonderling im Team verändert dessen Wahrnehmung

Im Zuge einer Reihe von Experimenten wurde erforscht, welchen Einfluss Menschen mit herausstechendem Verhalten oder Aussehen darauf haben, wie Außenstehende die gesamte Gruppe einschätzen. Dazu wurden den Teilnehmern Videos gezeigt, in denen entweder alle Teammitglieder zur etwa gleichen Zeit bei der Arbeit eintrafen oder es einen „Ausreißer“ gab, der früher oder später als die anderen kam. Danach sollten die Zuseher die durchschnittliche Ankunftszeit der gesehenen Gruppen einschätzen. Bei den Gruppen mit dem zu spät oder zu früh kommenden Sonderling wurde die Zeit entsprechend früher oder später eingeschätzt – der Einzelfall veränderte dadurch, wie die gesamte Gruppe wahrgenommen wurde. Zu demselben Ergebnis kamen auch die Experimente, in der die Kleidung bzw. das Aussehen der Teamkollegen beurteilt wurden.

Mehr Akzeptanz: Teams mit Sonderlingen wirken lässiger

Im Anschluss an das erste Experiment sollten die Befragten angeben, wie sie die „präskriptive Gruppennorm“ einschätzten. Also das, was das Team als angemessen erachtet. Die Gruppen mit Sonderling wurden dabei in allen Tests als lockerer in Bezug auf Arbeitszeiten oder Kleidungsstil eingeschätzt als die Gruppen, in denen alle in etwa gleich handelten oder aussahen. Die Studienautoren schlussfolgerten daraus, dass Einzelfälle in Gruppen maßgeblich beeinflussen, wie Außenstehende die gesamte Gruppe in ihrem Verhalten und ihrer Einstellung beurteilen – statt sie als abweichend von der Gruppennorm bei der Bewertung auszuschließen.
Also, liebe Teams, freut euch über eure Sonderlinge und akzeptiert sie so, wie sie sind! Denn ihre Andersartigkeit lässt euch idealerweise nicht nur gelassener und offener wirken, sondern auch tatsächlich werden.

 

Bildnachweis: shutterstock/SAWITRE INTAYAM

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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