Aktualisiert am 5. Februar 2019 · Bewerbung, Jobsuche · von

Soft Skills in der Bewerbung: So überzeugst du Arbeitgeber!

Zählen Soft Skills wirklich mehr als eine gute Ausbildung? Laut Arbeitgebern geht ohne „weiche“ Stärken nichts mehr. Fachwissen ist zwar ebenfalls wichtig – kann im Gegensatz zu Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Organisationstalent aber erlernt werden. In der Bewerbung könnt ihr mit den richtigen privaten Infos zu Interessen und Hobbys also punkten. So macht ihr aus euren liebsten Freizeitaktivitäten Stärken für die Jobsuche:

Berufserfahrung, Soft Skills oder Fachwissen – was zählt mehr im Rennen um den Traumjob? Pauschal lässt sich das zwar nicht sagen, sicher ist jedoch: Arbeitgeber schätzen Bewerber, die Teamfähigkeit und Empathie mitbringen. Auch wenn man im Job eher alleine arbeitet – ohne soziale Kompetenzen gehts kaum.

Soft Skills und Hard Skills: Eine Definition

Was sind denn nun diese Soft Skills? Darunter versteht man Fähigkeiten, die man aufgrund seiner Persönlichkeit oder Lebenserfahrung mitbringt, also nicht im Rahmen einer konkreten Ausbildung erlernt hat. Typische Soft Skills sind beispielsweise Teamfähigkeit, Organisationstalent oder Einfühlungsvermögen. Hard Skills sind dagegen alle „fachlichen“ beziehungsweise „Berufs-typischen“ Kompetenzen wie das Bedienen von bestimmten Maschinen, das Beherrschen von Programmiersprachen oder Ähnliches. Diese Fähigkeiten kann man üblicherweise in Zeugnissen nachweisen.

Welche Fähigkeiten wünschen sich Arbeitgeber?

Eine karriere.at-Umfrage hat ergeben: Mehr als die Hälfte der 497 befragten Arbeitnehmer werkeln gerne im Team, solange sie dabei auch ungestört arbeiten können. 30 Prozent sagen von sich überhaupt, dass sie absolute Teamplayer sind.

karriere.ar-Umfrage

Diese überwiegend positive Einstellung zu Teamwork trifft sich gut, denn Arbeitgeber legen Wert darauf: Sechs von zehn Personalentscheider legen laut einer weiteren Umfrage im Zweifelsfall mehr Wert auf Teamfähigkeit als auf Fachwissen, da man letzteres lernen kann. Sieben Prozent stellen gute Performance im Team sogar über alles und sind überzeugt: „Nur homogene Teams sind gute Teams“. Knapp jeder Dritte (30 Prozent) sagt, dass der perfekte Kandidat zwei Teile Fachwissen und einen Teil Soft Skills mitbringt. Sechs Prozent halten Soft Skills für überflüssig und geben an, dass Fachkompetenz für sie das einzig Ausschlaggebende ist.

karriere.at-Umfrage

Die 10 wichtigsten Soft Skills:

  • Teamfähigkeit: Dazu gehört ein professioneller Umgang mit verschiedenen Meinungen. Teamplayer wissen, wann sie das Ego zurückhalten müssen und wann es klug ist, die eigenen Vorstellungen durchzusetzen und die Führung zu übernehmen. Der Gesamterfolg des Teams steht dabei immer über der Einzelleistung. In den wenigsten Jobs ist man völlig auf sich allein gestellt, daher steht und fällt der Erfolg mit guter Teamarbeit.
  • Kommunikationsfähigkeit: Keine Teamfähigkeit ohne Kommunikation. Die eigenen Ideen und Wünsche deutlich auszudrücken und andere zu verstehen ist dabei essenziell. Dazu gehört auch, nachzufragen, wenn etwas unklar ist und auch zu äußern, wenn man mit Vorschlägen nicht einverstanden ist.
  • Kritikfähigkeit: Eine besondere Form der Kommunikationsfähigkeit ist, Kritik nicht nur angemessen formulieren, sondern auch annehmen zu können. Das erfordert eine gewisse sachliche Distanz, damit die Kritik auch erfolgreich in einen Lernprozess und ein besseres Ergebnis umgewandelt werden kann.
  • Anpassungsfähigkeit: Oft auch „Flexibilität“ genannt, ist eines der wichtigsten Soft Skills im beruflichen Kontext und ist enorm vielschichtig. Das kann die Arbeitszeit betreffen, aber auch die Art der Aufgaben, eine Bereitschaft, sich weiterzubilden oder auch nur, einen neuen Vorgesetzten zu akzeptieren.
  • Lernbereitschaft: Damit ist nicht unbedingt nur Weiterbildung gemeint. Auch den Umgang mit Kollegen oder den im Team genützten Tools muss man erst mal lernen. Zudem darf man in den wenigsten Berufen am Stand der Ausbildung „stehenbleiben“, sondern muss sich mit den Entwicklungen der Zeit beschäftigen und offen sein, Hard Skills dazuzulernen.
  • Selbstbewusstsein: Wird oft verwechselt mit „Selbstsicherheit“ oder „sicherem Auftreten“. Diese Fähigkeit ist vor allem in Berufen mit Kundenkontakt oder öffentlichen Positionen sehr wichtig. Selbstbewusstsein hingegen meint, sich über die eigenen Fähigkeiten so gut einschätzen zu können, dass man sich weder übernimmt noch unterfordert.
  • Einfühlungsvermögen: „Empathie“ ist eine zentrale Stärke im Umgang mit Kollegen, Kunden, Klienten oder Geschäftspartnern. Dabei geht es darum, sich in das jeweilige Gegenüber so gut einfühlen zu können, dass man optimal auf dessen aktuelles Bedürfnis eingehen kann. Damit baut man langfristige Bindungen auf und wird erfolgreicher im Job.
  • Disziplin: Hängt stark mit „Selbstorganisation“ und „Vertrauenswürdigkeit“ zusammen. Disziplin bedeutet, dass man es schafft, die geforderte Aufgabe verlässlich zum gefragten Zeitpunkt erfüllen zu können, auch wenn es einem vielleicht grad nicht so passt.
  • Selbstorganisation: In vielen Berufen dürfen Mitarbeiter ihren Arbeitsalltag zunehmend selbst organisieren. Dazu muss man wissen: Wann erledige ich welche Aufgaben? Wo bekomme ich die nötigen Infos? Und wie gehe ich mit Ablenkungen um? – Definitiv eine Fähigkeit, die produktiver und zukunftsfit macht!
  • Vertrauenswürdigkeit: Das A & O in jedem Beruf. Ein Arbeitgeber muss seinen Mitarbeitern vertrauen können, dass sie Betriebsgeheimnisse nicht ausplaudern, ehrlich sind und gewissenhaft. Das gilt übrigens auch für Kollegen untereinander.

soft skills pay the bills

Wie führe ich meine Soft Skills an?

Teamfähig, kommunikativ, flexibel. So lautet nicht selten der Standardwunsch der Arbeitgeber im Jobinserat – und Bewerber schreiben sich das häufig genau so in ihre Bewerbungsunterlagen. Höchste Zeit, die Aneinanderreihung von Schlagwörtern zu beleben – damit deine Stärken keine Floskeln bleiben. Im Lebenslauf empfiehlt es sich übrigens, die Soft Skills eher kurz zu halten, im Bewerbungs- bzw. Motivationsschreiben darf man etwas mehr preisgeben. Im Idealfall macht das den Personalverantwortlichen neugierig und liefert dir Stoff, um im persönlichen Bewerbungsgespräch noch mehr über dich zu erzählen.

  • Selbstanalyse
    Keine falsche Bescheidenheit: Worin bist du gut – und was macht dich auf diesem Gebiet so gut? Deine Soft Skills lassen sich sowohl im Job, als auch in Hobbys und Freizeitbeschäftigung finden. Vielleicht konntest du bisher keine Führungserfahrung im Berufsleben sammeln, hältst aber im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit die Fäden in der Hand. Denke neben Hobbys und privaten Interessen auch an negative Situationen zurück, die du erfolgreich gemeistert hast – und sei es „nur“, dass du den Urlaub deiner Reisegruppe durch ideenreiches Handeln gerettet hast. Im Jobinterview wird die Frage nach Stärken und Schwächen ziemlich sicher gestellt. HR-Manager lieben kleine Geschichten die zeigen, wer du bist und wie du tickst.
  • Storytelling: Konkret werden
    Kleine Geschichten und Anekdoten sorgen dafür, dass du aus der Reihe der Bewerber positiv hervorstichst. Jemand mit einer guten Geschichte bleibt dem Personaler auch nach vielen Bewerbungsgesprächen in Erinnerung. „Einmal jährlich organisiere ich für mich und meine Freunde eine Städtereise inklusive Programm vor Ort.“ Klingt doch viel besser als „Ich bin ein Organisationstalent“. Egal ob du Teamplayer, Networking-Genie oder belastbares Arbeitstier bist: Überlege dir zu jeder Stärke eine konkrete Situation, in der du deine Soft Skills nutzen konntest.
  • Schwächen mitdenken
    Wer Stärken sagt, der muss auch Schwächen sagen – und danach wirst du im Bewerbungsgespräch sicher auch gefragt. Während du dir überlegst, welche positiven Soft Skills du mitbringst, denk auch an die andere Seite. Deine größten Schwächen musst du dem Personalverantwortlichen natürlich nicht auf dem Silbertablett servieren. Zu seinen kleinen Fehlern zu stehen zeugt jedoch von Ehrlichkeit und selbstkritischem Umgang mit der eigenen Persönlichkeit. Bereite dir vor dem Gespräch ein bis zwei Punkte vor, von denen du weißt, dass du hier Entwicklungspotenzial siehst.

Kochen, stricken, Segelfliegen: Müssen Freizeitinteressen in den Lebenslauf?

Neben beruflichen Herausforderungen eignen sich auch Hobbys hervorragend, um für dich die Werbetrommel zu rühren. Was du in deiner Freizeit am liebsten machst, kann etwas über deine Persönlichkeit aussagen – muss es aber nicht! Zu große Bedeutung sollte den Hobbys im Lebenslauf nicht zugemessen werden, für Personaler komplettieren sie aber das Bild eines Bewerbers und geben Hinweise auf die Soft Skills eines Kandidaten.

Private Infos im Lebenslauf: 3 Fails

Persönliche Interessen sollten im Lebenslauf also nicht fehlen. Kann man dann noch etwas falsch machen? Man kann – zum Beispiel diese Dinge:

  1. Die falschen Hobbys: Binge-watching an einem verregneten Wochenende ist etwas Feines und jeder Serienjunkie weiß: Ein Netflixmarathon erfordert gewissenhafte Vorbereitung sowie Durchhaltevermögen und den eisernen Willen, der Müdigkeit zu trotzen. „Fernsehen“ kommt als Hobby im CV aber vielleicht nicht so gut. Falls du Cineast bist, gibt’s für Kino und TV natürlich eine Ausnahme. Dann solltest du aber konkreter werden und dem Personalmanager z. B. wissen lassen, dass US-Road-Movies dein Steckenpferd sind. Idealerweise nennst du die Hobbys, die einen Mehrwert für deinen angestrebten Job bieten.
  2. Hobbys erfinden: In einer Bewerbung möchte man sich natürlich im besten Licht präsentieren, Unwahrheiten sind aber auch bei den Hobbys tabu. Wer aus dem Sonntagsspaziergang eine Bergtour oder aus der Musical-DVD die große Passion fürs Theater macht, fliegt im Jobinterview vielleicht auf. Wie für alle anderen Teile einer Bewerbung gilt auch hier: Ehrlich bleiben – oder Freizeitinteressen besser weglassen.
  3. Zu viele Freizeitinteressen: Viel bringt nicht immer viel: Eine lange Liste an Hobbys und Interessen führt beim Personalverantwortlichen vielleicht zur Frage: Und da bleibt noch Zeit und Energie für den Job? Auch wenn du viele Interessen hast, kuratiere die Liste deiner Freizeitbeschäftigungen und kürze sie auf ein gesundes Maß mit ausgewogener Mischung an verschiedenen Tätigkeiten.

Bildnachweis: Bimbim; Anastasiia Gevko/shutterstock

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