18. Januar 2018 · Jobsuche · von

Bewerben als SEO: Spezialisten für Suchmaschinenoptimierung sind gefragt

SEO? Mehr als 100 Jobs rund um Suchmaschinenoptimierung sind auf karriere.at derzeit ausgeschrieben. Ein Job mit Zukunft und guten Verdienstchancen? Wir haben bei einem nachgefragt, der es wissen muss: Wer sich für SEO interessiert, kommt in Österreich an Franz Enzenhofer kaum vorbei. Von Franz erfährst du im heutigen Beitrag alles wichtige zum Thema SEO-Jobs: Was gibts zu tun und für wen eignet sich so ein Job?

Ein Gastbeitrag von Franz Enzenhofer.

Derzeit sind auf karriere.at mehr als 100 SEO – Suchmaschinenoptimierung-Jobs ausgeschrieben. Laut dem Gehaltsvergleich von karriere.at – basierend auf Statistik Austria Daten – verdient ein SEO in Vollzeit in Österreich zwischen 2.507 und 4.178 EUR! Klingt gut? Super! Wie wird man also SEO und wie bewirbt man sich?

Wichtig ist zu verstehen, was SEO ist und in welchen Bereichen sich SEO abspielt. SEO ist „the business of getting found online“: Alle Geschäftsaktivitäten mit dem Ziel, online gefunden zu werden. Hier gibt es noch eine Unterscheidung: In SEA – Search Engine Advertisement – geht es darum, in Google Werbung zu schalten, der bezahlte Teil der Google Suche. SEO – Suchmaschinenoptimierung – hingegen beschäftigt sich mit dem unbezahlten Teil der Google Suche, den organischen Suchergebnissen. SEA und SEO werden oft in einer Position vermischt, sind aber zwei sehr unterschiedliche Skill Sets. Der Fokus dieses Artikel liegt auf SEO.

SEO spielt sich in drei Bereichen einer Website ab:

  • Technik
  • Content
  • Marketing

SEO arbeitet an der Schnittstelle dieser Bereiche, greift von einem Bereich in den anderen über. Oft werden Content SEOs oder Technische SEOs ausgeschrieben. Dann liegt die Aufgabe mehr in dem einen Bereich als dem anderen. Dennoch müssen SEOs sich immer auch mit den anderen Gebieten auseinandersetzen und zumindest Verständnis dafür aufbringen.

Übliche Anforderungen und Aufgaben im Job

Reports, Google Analytics und Zahlenverständnis: Suchmaschinenoptimierung ist immer zu einem Teil zahlengetrieben. Woher kommen die User, auf welchen Pages landen sie, was machen sie? Diese Zahlen muss man sich anschauen, verstehen, die Problemfelder als auch die Chancen identifizieren und an Dritte weiterkommunizieren.

Google Tools: Google bietet eine Menge Online Tools als Hilfsmittel an, um die eigene Website besser zu machen. Allen voran Google Search Console, aber auch Google Page Speed Inisights, Google Mobile Friendly Test etc. Jemand muss sich mit diesen Tools auseinandersetzen, die Tipps und Google Spezifikationen, die diese Tools ausspucken dann verstehen und/oder an die richtige Ansprechperson weiterleiten. Im Allgemeinen ist es wichtig, sich mit Online Tools auseinanderzusetzen und das Verständnis dafür eigenständig zu erarbeiten.

Interesse an aktuellen Trends und Marktbeobachtung: Das Internet ist ein sehr, sehr dynamisches Medium. Google reagiert darauf und versucht, die Entwicklung des Internet mitzugestalten. Ein Beispiel sind responsive Webseiten (eine Website, die sowohl auf Desktop und Mobile funktioniert). Sie sind inzwischen Standard und Best Practice. Das war nicht immer so, allerdings hat Google Responsive eben stark gepusht. Diese Trends muss man wahrnehmen und die Strategie der Website dorthin lenken. Hinweis: Es ist nicht notwendig, jedes einzelne SEO-Blog-Posting zu lesen und die eigenen Strategie jede Woche um 180 Grad herumzureißen, aber wenn Google etwas ankündigt, dann sollte man es schon lesen und überlegen, ob es zur eigenen Firma passt.

Content Marketing und SEO Texte: Es geht um Inhalte a.k.a. Content. Google crawled und indexiert Content, matched diesen mit dem Interesse der User und wenn es ein guter Fit ist, schickt Google der Website den User! Wenn keine Inhalte existieren, dann kann Google auch nichts matchen. Hier haben Unternehmen sehr verschiedene Herangehensweisen: Die einen schreiben riesige Mengen von irrelevantem Fließtext kleingeschrieben ganz weit unten auf eine Webpage (wird leider immer noch oft als SEO gesehen), andere Firmen sind bereits weiter und überlegen, wie sie systematisch Inhalte erstellen, was User finden und sharen möchten und wie sie User dazu bringen, sich  mit der Firma weiter auseinanderzusetzen, z.B. etwas kaufen, Kontakt aufnehmen oder andere Aktionen.

Koordination von internen / externen Ressourcen: Ein SEO, da er im Bereich zwischen Marketing, Content und Technik arbeitet, ist immer auch Projektmanager, egal ob er offiziell so genannt wird oder nicht.

Keyword-Recherche, Search Demand Analyse: SEO is the business of getting found! Damit man gefunden wird, müssen User suchen. Es bringt natürlich nichts, wenn man für etwas gefunden wird, das die User gar nicht suchen. Ein SEO erstellt toolgestützt Hypothesen darüber, was die User suchen. Sie überlegen, ob es Sinn macht, wenn das Unternehmen dann auch gefunden wird. Falls ja, muss definiert werden, wie man die Nachfrage am besten mit Inhalt befriedigen kann.

Linkbuilding: Wie bekommt man andere, dritte Webseiten dazu, auf die eigenen Website zu verlinken. Dieses Aufgabengebiet besteht hauptsächlich aus der Kommunikation mit anderen Webseiten-Betreibern. Die Relevanz von Linkbuilding wurde in den letzten Jahren (seit gut einem Jahrzehnt) marginalisiert. Leider wird Linkbuilding immer noch oft von Unternehmen gewünscht. In Wirklichkeit geht es heute um Marketing und Wahrnehmen der eigenen Website im Internet, nur der Begriff „Linkbuilding“ hat sich leider gehalten.

SEO – kann das jeder?

Suchmaschinenoptimierung ist keine Rocket Science, sondern eigentlich relativ einfach. Wenn man online-affin ist, HTML versteht, sich für Online Tools interessiert und sinnerfassend Google Guidelines lesen kann, kann jeder SEO werden. Auch muss klar gesagt werden, dass es nahezu keine verfügbaren, erfahrenen SEOs am Arbeitsmarkt gibt, weil jeder erfahrene SEO entweder a) irgendwann von Agenturen aufgesaugt wird (und dann am oberen Ende der Gehaltsskala bezahlt wird) oder b) sich selbständig macht, mit eigenen Projekten oder eben als eigenen Agentur. Wenn die genannten Voraussetzungen auf dich zutreffen und du entdeckst ein Stelleininserat für SEO, auf jeden Fall bewerben!

Über Franz Enzenhofer

Franz betreut mit seinem Unternehmen Fullstack Optimization u.a. karriere.at seit den Startup-Tagen, als das ganze Team noch in einen Raum gepasst hat. In Österreich kann man kaum online gehen, ohne auch eine Website zu erreichen, die er nicht auf die eine oder andere Art und Weise optimiert hat. Mit seinem Buch „Understanding SEO“ hat er sich zum Ziel gesetzt, das Thema SEO zu entmystifizieren. Für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis bietet er außerdem offene SEO-Trainings an.

 

Redaktion

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