13. Juli 2018 · Arbeitsleben · von

Selbstsabotage – Was dahinter steckt und wie du ihr Herr wirst

Wenn du immer noch der Annahme bist, dass du in deinem Leben nur das Beste für dich willst, ist jetzt vielleicht die Zeit gekommen, noch einmal darüber nachzudenken. Denn allzu oft kommt es vor, dass wir uns wissentlich selbst ein Bein stellen. Und unser Leben dadurch schwieriger gestalten als notwendig ist.

Selbstsabotage, ahoi!

Hast du dir jemals überlegt, wie viele Stunden du an einem Tag eigentlich verschwendest? Morgens, wenn der Wecker läutet, könntest du zur Abwechslung aufstehen, in aller Ruhe ein schmackhaftes Frühstück zubereiten und noch ein paar Haushaltskleinigkeiten erledigen. Was du tust ist, jede weitere Minute Schlaf auszukosten und dann gehetzt in den Tag zu starten – mit nicht mehr als einer Tasse Kaffee im Magen. In der Arbeit erwarten dich bereits einige Aufgaben, manche davon sind vielleicht unangenehm. Anstatt die ungeliebten Punkte gleich abzuarbeiten, schiebst du sie vor dir her und aktualisierst stattdessen lieber deine Facebook Timeline, stöberst durch Onlineshops und hoffst, dass deine Kollegen dich mit weiteren Projekten verschonen. Abends bist du ausgelaugt vom Tag und niedergeschlagen, weil wieder so viel Arbeit auf der Strecke geblieben ist. Eine lockere Laufrunde bietet sich als idealer Ausgleich an, um den Kopf freizubekommen und deinen Körper in Form zu bringen. Du entscheidest dich aber dafür, dich stundenlang von Youtube-Video zu Youtube-Video zu hangeln, ohne irgendeinen Mehrwert daraus zu ziehen. Sagen wir, du hast heute vier Stunden vergeudet. Das sind zwischen 20 und 25 Stunden in der Woche. Und 100 Stunden im Monat.

Einsicht als erster Schritt zur Besserung

Diese Zahl sieht furchterregend aus. Ist sie auch. Sie symbolisiert nämlich die bittere Realität, dass wir unsere Zeit lieber mit Nichtigkeiten verplempern, anstatt uns auf das wirklich Wichtige zu fokussieren. Wir alle hegen Träume und Wünsche, haben spannende Ideen und (zumindest eine vage) Vorstellung von unserer Zukunft. Uns einzugestehen, dass wir mehr sein können als wir jetzt sind, ist schmerzhaft. Noch schwieriger ist allerdings die Einsicht, dass es häufig wir selbst sind, die zwischen der Verwirklichung unserer Zukunftsvisionen und der Gegenwart stehen. Jedoch ist diese Erkenntnis unabdingbar, denn sie kann zu dem elementaren Antrieb werden, den du benötigst, um endlich vom Fleck weg zu kommen.

Warum sabotieren wir uns selbst?

  • Wer wachsen und sich entwickeln will, muss seine Komfortzone verlassen. Das ist vielen Menschen zuwider bzw. nicht geheuer. Schließlich gibt es viele Dinge, die uns Angst machen und denen wir uns nicht gewachsen fühlen. In diesem Punkt fällt es uns also wesentlich einfacher, uns kleinzumachen und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen.
  • Andere Angelegenheiten finden wir schlichtweg zu anstrengend. Sobald du im alltäglichen Trott gefangen bist, empfindest du alles, was außerhalb davon liegt, als Belastung. Warum ein gut funktionierendes System umkrempeln, fragst du dich. Doch Routine ist absolut tödlich für Motivation und alle kreativen Tätigkeiten.
  • Die Furcht, andere zu enttäuschen hemmt viele Menschen in ihrer Entwicklung. Wer das Gefühl hat, den Erwartungen anderer nicht gerecht werden zu können, kann dadurch schnell unter Druck geraten und Gefahr laufen, das Handtuch zu werfen, ohne jemals einen Versuch gestartet zu haben.
  • Mangelndes Selbstbewusstsein ist ebenfalls ein absoluter Killer. An und für sich ist es nicht schlecht, seine Schwächen und Makel zu kennen und einschätzen zu können. Wer sich selbst aber allzu kritisch unter die Lupe nimmt, könnte dadurch sein Selbstbild zu stark ins Negative verzerren. Das zieht letztlich die Konsequenz nach sich, dass man sich selbst als „nicht gut genug“ empfindet und somit wertvollen Chancen und Möglichkeiten ablehnend gegenübersteht.

Wie du Selbstsabotage verhindern kannst

„Du wirst nie Lust drauf haben, es zu tun.“

Niemand hat Lust auf eine Diät. Niemand hat Lust, jeden Tag um 5:30 Uhr am Morgen aus dem Bett zu kriechen. Wer sich von seinen Gefühlen dominieren lässt, wird niemals das bekommen, was er will. Der Traumkörper ist zum Greifen nah, wären da nicht die unzähligen Süßigkeiten, die man so gerne ist. Alles, was du jemals wissen wolltest, steht irgendwo in Büchern geschrieben, aber du schaffst es einfach nicht, eine Stunde am Tag für eine konzentrierte Lektüre zu reservieren. Wer sein Verhalten nachhaltig ändern will, muss gegen die Komfort-Impulse ankämpfen, seine Routine durchbrechen, Platz für neue Gewohnheiten schaffen und – so ungemütlich es auch klingen mag – den inneren Schweinehund überwinden und sich selbst zwingen, Neues auszuprobieren.

Stell dir vor, du würdest 10 Jahre lang nichts umgehen oder vermeiden, von dem du weißt, dass du es tun solltest. Was würde passieren, wenn du aufhören würdest jene Möglichkeiten zu verschwenden, die direkt zu deinen Füßen liegen? Wie könnte dein Leben aussehen? Was könntest du erreicht haben?

Definiere ein Ziel und behalte es im Blick, komme, was wolle. Sobald du dir eingestanden hast, dass nicht das Universum oder das Schicksal, sondern du allein deines Glückes Schmied bist, ist es wesentlich einfacher, die Tendenz zur Selbstsabotage abzustreifen.

 

Bildquelle: Shutterstock/Yulia Grigoryeva

 

Bianca Schedlberger

Biancas Traumjob seit Kindertagen? Schriftstellerin, irgendwann. Bis dahin wird für karriere.at fleißig getextet, unter anderem auch Blogposts.

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