20. Februar 2017 · Jobsuche · von

Auf der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber: Is it a match?

Der Traumjob ist das eine, der passende Arbeitgeber das andere. Für immer mehr Arbeitgeber geht es nicht nur um das „Was“, sondern auch um das „Für wen“. Denn was nützt der schönste, beste und interessanteste Job, wenn das Unternehmen – und die Kollegen – so gar nicht zu einem selbst passen. Falls du auch zu der Sorte Arbeitnehmer gehörst, denen es nicht egal ist, für wen sie arbeiten, solltest du die Jobsuche auch zur Arbeitgebersuche machen. Mit diesen Strategien findest du heraus, wie ein Unternehmen tickt und ob ein Arbeitgeber auch zu dir passt.

Was uns auf Jobsuche beeinflusst

Was macht eigentlich einen „guten Job“ aus? Diese Frage haben wir euch im Rahmen unserer letzten Online-Umfrage gestellt. Das eindeutige Ergebnis: In erster Linie müssen Unternehmenskultur und Arbeitsklima stimmen. Erst danach folgen das passende Jobprofil und ein Arbeitsplatz in der Nähe zum Wohnort. Weit abgeschlagen: das Gehalt.

Umfrage: Den richtigen Arbeitgeber finden

Meine Werte – deine Werte

Gerechtigkeit, Anerkennung, Reichtum, Ungebundenheit: Was uns im Leben wichtig ist und warum wir bestimmte Verhaltensweisen gut oder schlecht finden, hängt mit unserem Wertesystem zusammen. Du hast Werte, ein Arbeitgeber hat Werte – und im Idealfall passen diese zusammen. Zwei Systeme, die sich bestmöglich decken, sind also die Grundlage dafür, ob ein Unternehmen zu dir passt. Denn die Unternehmenskultur hat maßgeblich Einfluss darauf, wie du dort arbeiten kannst bzw. darfst und welche Karrieremöglichkeiten sich für dich ergeben können.

Prioritäten: Kapuzenpulli, Home Office, Sprachkurs?

Sobald du weißt, was dir im Job und im Arbeitsleben wichtig ist, geht es an die Priorisierung deiner Wünsche. Kaum ein Arbeitgeber spielt alle Stückerln und wird dir jeden Wunsch erfüllen. Auf manche Dinge wirst du verzichten können, andere werden für ein erfülltes Berufsleben hingegen sehr wichtig sein. Vor der Wahl eines Arbeitgebers musst du daher wissen, was du willst – und was du keinesfalls willst.

  • Obwohl du vielleicht kein großer Fan von Dresscodes bist, würdest du für den neuen Arbeitgeber zum Business-Outfit greifen. Das nimmst du in Kauf, denn das Unternehmen bietet dir dafür einzigartige Weiterbildungsmöglichkeiten – und lebenslanges Lernen ist etwas, das dir wichtiger ist, als das tägliche Outfit.
  • Familie und Flexibilität sind dir wichtig: Die Möglichkeit zum Home Office steht auf deiner Prioliste ganz oben und du weißt: Ohne diese Möglichkeit wird das nix.
  • Was deine Karriere betrifft, hast du in den nächsten Jahren Großes vor: Du willst spannende Projekte und läufst bei Herausforderungen zu Höchstformen auf. Bei deiner Work-Life-Balance würdest du dafür Abstriche machen.
  • Umweltschutz, Nachhaltigkeit & Co.: Dir ist nicht egal, für wen du arbeitest. Dein idealer Arbeitgeber hat eine weiße Weste und du ein gutes Gewissen, wenn du zur Arbeit gehst.

Ausgehend von deiner ersten Bestandsaufnahme kannst du dich auf die Suche nach dem richtigen Arbeitgeber machen. Für deine Recherche kannst du folgende Informationsquellen nutzen:

#1 Das Jobinserat

Ein umfassendes Jobinserat kann dir erste Anhaltspunkte zu Unternehmenskultur und Arbeitgeber bieten, denn die meisten Unternehmen lassen sich bezüglich Benefits und Unternehmenskultur gerne in die Karten schauen. Aber Vorsicht: Ein Stelleninserat ist Teil des Personalmarketings und damit halt: Marketing. Ob es die in der Anzeige angepriesenen Vorzüge dann auch in dieser Form gibt, steht auf einem anderen Blatt. Nichtsdestotrotz bieten dir die Stellenanzeigen eines Arbeitgebers einen guten ersten Anhaltspunkt. Was die Gestaltung der Inserate betrifft, kannst du außerdem einiges zwischen den Zeilen herauslesen: Wie ist das Inserat sprachlich verfasst? Wirst du geduzt oder gesiezt? Ist das Design sehr konservativ oder jung und modern? Wird ein konkreter Ansprechpartner genannt?

#2 Karrierewebsite

Die Möglichkeit, authentische Einblicke in ihr Unternehmen zu bieten, nutzen bereits viele Arbeitgeber. Findest du eine gut befüllte Karrierewebsite mit aktuellen Inhalten: Jackpot! Je mehr Infos, desto leichter für dich zu erkennen, wie deine vielleicht zukünftigen Kollegen ticken und wie der Arbeitsalltag dort abläuft. Eine Teamseite mit allen Positionen kann dir z.B. verraten, wie das Unternehmen hierarchisch aufgebaut ist. Falls du innerhalb der nächsten Zeit eine Führungsposition anstrebst, sind das z.B. wertvolle Hinweise für die Wahl für oder gegen einen Arbeitgeber. Verlasse dich aber nicht auf den offiziellen Unternehmensauftritt alleine: Suchmaschinen liefern dir außerdem Ergebnisse zu Bewertungen auf externen Plattformen, medialer Berichterstattung und mehr.

#3 Social Media

Viele Personalverantwortliche googlen auch nach Infos zu Bewerbern – das ist Realität. Jobsuchende sollten ebenfalls nachsehen, was sich im Netz zu einem Arbeitgeber findet. Neben den offiziellen Kanälen des Unternehmens (Facebook & Co.) kannst du auch nachsehen, was andere User posten. Auf Instagram bietet sich z.B. die Suche per Hashtag oder Standort an. Die Wahrscheinlichkeit, dort negative Eindrücke aktueller Mitarbeiter zu finden, geht natürlich gegen Null – positive Einträge kannst du dort aber finden. Außerdem hast du die Gelegenheit, so den einen oder anderen Einblick in die Büros und den Arbeitstag zu erhaschen.

#4 Persönliches Netzwerk

Hast du einen Arbeitgeber ins Auge gefasst, hör dich doch mal im Freundes- oder Bekanntenkreis um. Vielleicht arbeitet jemand bereits im betreffenden Unternehmen oder kennt jemanden, der dir Infos aus erster Hand liefern kann.

#5 In Dialog treten

Fragen kostet nichts – außer vielleicht ein wenig Überwindung: Arbeitgeber, die Interesse an guten Mitarbeitern haben, sind für Kommunikation generell offen. Die Kontaktdaten der Ansprechpartner aus der HR-Abteilung findest du dann auf der Karrierewebsite, in den Stelleninseraten, in Business-Netzwerken online oder auf der allgemeinen Unternehmenswebsite. Große Unternehmen haben manchmal auch einen Tag der offenen Tür oder sind auf Karrieremessen vertreten. Ein guter Anknüpfungspunkt, um sich vorzustellen und über Jobs und Karrieremöglichkeiten zu plaudern.

Bildnachweis: SFIO CRACHO / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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