Erstellt am 15. April 2019 · Arbeitsleben · von

Zusätzlicher Urlaub bei Regelschmerzen? Wir haben nachgefragt

Lesezeit: 2 Minuten

In vielen Ländern sind sie bereits gelebte Praxis: zusätzliche freie Tage für Mitarbeiterinnen, die massive Regelschmerzen plagen. Auch in Österreich wäre ein Sonderurlaub vorstellbar – sowohl nach Ansicht der Mehrheit der Beschäftigten als auch der Arbeitgeber. Es gibt aber merkbare Unterschiede, so das Ergebnis einer karriere.at Umfrage.

Japan, Indonesien, Südkorea und Taiwan machens vor – und das teilweise seit mehreren Jahrzehnten: Im asiatischen Raum haben Arbeitnehmerinnen mit Zyklusschmerzen das Recht, je nach Staat pro Monat ein bis drei Tage extra daheim zu bleiben. Nicht selten aus gutem Grund: Ein knappes Drittel aller Frauen weltweit hat derart arge Beschwerden, dass sich die Betroffenen in ihrem Berufsalltag eingeschränkt fühlen.

Fast ein Viertel der Beschäftigten dagegen

Wir wollten wissen, wie die Arbeitswelt hierzulande zu dem Thema steht: „Sollen Menstruationsgeplagte auch in Österreich zusätzliche freie Tage erhalten?“, haben wir unsere User online gefragt. 39 Prozent der 318 beteiligten Arbeitnehmer antworteten mit „Ja, das ist ihr gutes Recht“. 23 Prozent sprechen sich nur dann für einen Sonderurlaub aus, wenn Medikamente gegen die Regelschmerzen nicht mehr helfen. 14 Prozent sind für lediglich einen Tag. Fast ein Viertel der Befragten (24 Prozent) ist dagegen.

Deutlich mehr Firmenvertreter als Arbeitnehmer sind für zusätzliche freie Tage.

Von den 105 befragten Unternehmensvertretern sind sogar 47 Prozent der Meinung, dass es das gute Recht von Frauen ist, menstruationsbedingt zusätzliche Freizeit zu erhalten. 29 Prozent würden ihren Mitarbeiterinnen nur dann frei geben, wenn sie mit Medikamenten kein Auslangen finden. Nach Ansicht von zehn Prozent ist bei Regelschmerzen höchstens ein Tag Extra-Urlaub drinnen. 14 Prozent sind gegen freie Tage und damit deutlich weniger als in der Gruppe der Arbeitnehmer.

Ein starkes Team baut auf Verständnis und Rücksichtsnahme.

Mehr Verständnis und Rücksichtnahme

Für Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at, zeichnen die Umfrageergebnisse ein klares Stimmungsbild: „Die Beschwerden, die für viele Frauen mit der Monatsblutung einhergehen, sind offenbar auch in österreichischen Unternehmen Thema. Eine Diskussion über möglichen zusätzlichen Urlaub für Menstruationsgeplagte kann ein Anstoß sein für noch mehr Bewusstseinsbildung, Verständnis und Rücksichtnahme aufeinander, was wiederum den Teamgeist stärkt.“

 

Bildnachweis: Shutterstock/Dragana Gordic, Rawpixel.com

Tobias Prietzel

Als Stimme von karriere.at recherchiert, spricht und schreibt Toby – u.a. für unseren Blog. Eines seiner größten Autorenvorbilder, wenn es um Einfallsreichtum und Spannung geht, ist Stephen King.

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